{"id":37422,"date":"2021-10-01T00:01:36","date_gmt":"2021-09-30T23:01:36","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=37422"},"modified":"2021-10-18T07:01:45","modified_gmt":"2021-10-18T06:01:45","slug":"gastautor-prof-dr-peter-heilig-neuromagie-und-unfaelle-2-2-2-2-3-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=37422","title":{"rendered":"Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: Eine Illusion"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine Illusion<\/strong><\/p>\n<p><em>w\u00e4re <strong>der freie Wille &#8211; <\/strong>(<strong>&#8222;<\/strong>unser kostbarster Besitz&#8220; &#8211; R Metten) hie\u00df es nach dem &#8218;Libet-Experiment&#8216;: das &#8218;Bereitschafts-Potential&#8216;<\/em> (Kornhuber und Deecke 1965) <em>konnte vor der bewussten Willens-Entscheidung abgeleitet werden &#8211; <\/em>blieb dies unbestritten? Nein.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Buridans-Esel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-37423\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Buridans-Esel-800x639.jpg\" alt=\"\" width=\"474\" height=\"379\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Buridans-Esel-800x639.jpg 800w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Buridans-Esel-300x240.jpg 300w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Buridans-Esel-768x614.jpg 768w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Buridans-Esel.jpg 1465w\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Der freie Wille &#8211; eine Illusion? Nein. Der homo sapiens, hinunternivelliert auf das Niveau von Einzellern- unf\u00e4hig sich zu entscheiden, wie Buridans Esel, w\u00e4re reduziert auf eine Existenz, welche dem Zufall ausgeliefert ist, also ungesteuert, Plan- und Perspektive-los.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/klPrinz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-37424\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/klPrinz-634x800.jpg\" alt=\"\" width=\"474\" height=\"598\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/klPrinz-634x800.jpg 634w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/klPrinz-238x300.jpg 238w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/klPrinz-768x969.jpg 768w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/klPrinz.jpg 1148w\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8222;Du bist zeitlebens f\u00fcr das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist f\u00fcr die Rose verantwortlich\u201c sagte der Fuchs zum kleinen Prinzen.<\/em> Doch ohne die freie Willens-Entscheidung g\u00e4be es keine Verantwortlichkeit, keine Zuneigung, kein <em>&#8218;Lieben um geliebt zu werden&#8216;.<\/em> General-Exkulpation &#8211; auch ohne Vorliegen von <em>&#8218;Schwachsinn, seelischer St\u00f6rung oder Abartigkeit&#8216;&nbsp;<\/em> w\u00e4re die logische Konsequenz:<em> &#8222;Nulla poena sine culpa&#8220;:<\/em><\/p>\n<p><em>Schuldunf\u00e4higkeit samt Schuldausschlie\u00dfungsgr\u00fcnden <\/em>w\u00e4ren die Norm,<em> eine Reductio ad absurdum:<\/em> Justitia h\u00e4tte keinerlei Daseinsberechtigung. NuramRande &#8211; blind war sie seit jeher. Es g\u00e4be keine Rechts-Ordnung, kein Strafverfahren samt Strafvollzug, kein <em>&#8217;suum cuique tribuere&#8216;.<\/em> Selbst-Verantwortungs-Los. Defaitismus h\u00e4tte das Sagen &#8211; im Chaos.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/undetermined.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-37427 alignleft\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/undetermined-608x800.jpg\" alt=\"\" width=\"317\" height=\"439\"><\/a><\/p>\n<p>Sabotiert wird freier Wille z.B. durch \u00dcberstimulation: <em>&#8222;Mit etwa elf Millionen Bits an Daten wird unser Gehirn bombardiert &#8211; pro Sekunde! Bewusst verarbeiten kann es jedoch nur etwa 30 bis 40 Bits.&#8220;<\/em> In diesem Zusammenhang: Die KFZ-Industrie ger\u00e4t immer mehr au\u00dfer Kontrolle: Blendende Tagfahrlichter, KFZ-Lichtbeh\u00fcbschungen (<em>&#8222;Licht ist das neue Chrom&#8220;<\/em>), E-Toy-Lichter und massiv ablenkende Lichtsignale \u00fcberfordern \u00fcber Geb\u00fchr strapazierte kognitive Prozesse. Das fatale Ausl\u00f6schen von <em>&#8218;overflows&#8216;<\/em> der visuellen Kurzzeit- und Arbeitsspeicher, z.B. von Netzhautbildern der Kinder am Zebrastreifen (<em>&#8222;SCHUTZ&#8220;<\/em>Weg &#8211; zurzeit das gef\u00e4hrlichste Areal) erfolgt logischerweise nicht durch freie und bewusste Entscheidung; dies entzieht sich unbemerkt und unvermeidbar, trotz Konzentration, der Kontrolle des Willens &#8211; als <em>Distraction &#8211; bzw. Inattentional Blindness.<\/em><\/p>\n<p>Der Streit um den freien Willen &#8211; <em>Determinismus versus Indeterminismus<\/em> &#8211; kam in die Jahre. Begriffskl\u00e4rung tut not. Klare Definitionen, klares Denken (Descartes) und eindeutige Semantik (- Semiotik, Suchmaschinenoptimierung (SEO), High-Level Expert Group on Artificial Intelligence, 2019) sind essentiell, von den methodisch<em> &#8218;unbiassed&#8216;<\/em> Experimenten samt umsichtig-korrekter Interpretation abgesehen. Die Peer Reviews kamen leider aus der Mode. ad Zitate &#8211; zum Beispiel:<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Schopenhauer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-37426\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Schopenhauer-587x800.jpg\" alt=\"\" width=\"474\" height=\"646\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Schopenhauer-587x800.jpg 587w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Schopenhauer-220x300.jpg 220w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Schopenhauer-768x1047.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8222;Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will&#8220;<\/em> &nbsp;Arthur Schopenhauer (AS), vielzitiert, leider aus dem Zusammenhang gerissen, verk\u00fcrzt, verf\u00e4lscht und irref\u00fchrend. Originalzitat: <em>\u201e<strong>Du kannst tun, was du willst: aber du kannst in jedem gegebenen Augenblick deines Lebens nur ein Bestimmtes wollen und schlechterdings nichts anderes als dieses eine<\/strong>.\u201c<\/em> &#8211; dieser Satz impliziert logisch und unzweifelhaft die vorauszusetzende <strong>freie und bewusste Entscheidung.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/>\n<\/strong>(\u00dcber die Freiheit des Willens, S 542, AS).*<\/p>\n<p>Die Begriffe &#8218;frei&#8216; und &#8218;Wille&#8216; sind herauszul\u00f6sen aus allen aprioris, dem Impliziten, aus genetischen und epigentischen Pr\u00e4gungen, Erfahrungen, Erinnerungen, Emotionen, Interaktionen mit Umwelt und Erziehung und sind konsequent zu reduzieren auf die &#8218;bewusste&#8216; Entscheidungsfindung &#8211; im Sinne von A.S. &#8218;Unbewusstes&#8216; in-die-Pedale-Treten beim Radfahren st\u00f6rt \u00fcbrigens nicht bei bewussten freien Entscheidungsprozessen.<\/p>\n<p>Unangebracht w\u00e4re es das Thema freier Wille mit Theologischem, Teleologischem und Glaubensinhalten zu vermischen. Ein allwissender, allm\u00e4chtiger Creator w\u00e4re im Letzten f\u00fcr alles verantwortlich, was ist und f\u00fcr alles, was geschieht. Er br\u00e4uchte also im Grunde weder zu z\u00fcrnen noch &#8211; wie Zeus &#8211; Blitze vom Olymp zu schleudern.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Laplace-3.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-34579\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Laplace-3.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"455\"><\/a><\/p>\n<p>Hier kommt der Laplace&#8217;sche D\u00e4mon ins Spiel, der Schutz&#8217;Heilige&#8216; des Determinismus, welcher Ort und Impuls aller Teilchen in- und auswendig kennt, samt der Kausalit\u00e4tsketten und fehlerfreier Prognosen. Diese Fiktion hat seit der Quantenphysik ausgedient: Ort und Impuls lassen sich gleichzeitig nicht exakt bestimmen (Unsch\u00e4rferelation n. Heisenberg).<\/p>\n<p><em>&#8222;Nach unserem heutigen Kenntnisstand funktioniert das Gehirn nicht auf der Grundlage der Newton\u2019schen Gesetze. Die klassische Mechanik reicht f\u00fcr die Beschreibung neuronaler Prozesse nicht aus.&#8220;<\/em> (Luhmann). Auch Hameroff und Penrose beschrieben das <em>&#8222;Bewusstsein als ein Problem der Quantenphysik&#8220;<\/em>: cave &#8211; d\u00fcnnes Eis!&nbsp; Es fehlt die Br\u00fccke, aber vor Allem fehlt die gemeinsame Sprache zwischen der Quantenphysik und &#8211; um nur ein Beispiel zu nennen &#8211; der Neurophysiologie.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Watzlawick.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-37429\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Watzlawick-800x676.jpg\" alt=\"\" width=\"474\" height=\"401\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Watzlawick-800x676.jpg 800w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Watzlawick-300x253.jpg 300w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Watzlawick-768x649.jpg 768w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Watzlawick.jpg 1379w\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Die objektive Realit\u00e4t kann in ihrer Gesamtheit nicht erkannt werden. Alles, was unsere Sinnesorgane aufzunehmen imstande sind, ist ein verschwindend kleiner Ausschnitt. Beipiel: das extrem schmale Band sichtbaren Lichtes (sichtbare &#8218;Wirklichkeit&#8216;) im weit gespannten elektromagnetischen Spektrum. Und &#8211; vieles, was in den Prozessen des Bewu\u00dftwerdens geschieht &#8211; s. <em>radikaler Konstruktivismus<\/em> (P. Watzlawick), entfernt sich nicht selten weit von der Realit\u00e4t. Unser Universum besteht zu etwa siebenundzwanzig Prozent aus <em>Dunkler Materie<\/em> und zu siebzig Prozent aus<em> Dunkler Energie<\/em>. Der kleine Rest: die f\u00fcr uns wahrnehmbare, sozusagen greifbare <em>&#8218;Wirklichkeit&#8216;<\/em>.<\/p>\n<p>Dazu kommt Goedels <em>&#8218;Unvollst\u00e4ndigkeitssatz&#8216;<\/em>: selbst die Mutter aller Wissenschaften, die Mathematik, ist nicht widerspruchsfrei. Erkenntnis ruht nicht selten auf t\u00f6nernen F\u00fc\u00dfen, wegen methodischer Fehler, schlampiger Recherche, fehlerhafter Schlu\u00dffolgerungen, Syllogismen, Zirkelschl\u00fcssen, <em>&#8218;Inference engines&#8216;, &#8218;M\u00fcnchhausen-Trilemmas&#8216;<\/em> etc.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/RRiedl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-37425\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/RRiedl-661x800.jpg\" alt=\"\" width=\"474\" height=\"574\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/RRiedl-661x800.jpg 661w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/RRiedl-248x300.jpg 248w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/RRiedl-768x929.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Doch Rupert Riedl hatte darauf eine \u00fcberzeugende Antwort: <em>&#8222;Die Schraubenstruktur biologischer Erkenntnisprozesse&#8220;<\/em>: In seinem Modell drehen sich diese nicht in einer Ebene weiter &#8211; um sich wom\u00f6glich selbst zu widerlegen, sondern steigen bei jeder Umdrehung, wie in einem Schraubengewinde um eine Ebene jeweils h\u00f6her, mit der Aussicht auf weiterf\u00fchrenden Erkenntnisgewinn, wie etwa im Falle des<em> &#8218;egoistischen Gen&#8216;<\/em>&#8211; Irrtums oder eines unberechtigterweise heraufbeschworenen Determinismus. Apropos, das Statement&nbsp;&nbsp; <em>&#8222;Es gibt keinen freien Willen&#8220; &#8211; &#8222;science thrives by falsifying hypotheses&#8220; &#8211; macht eine Falsifikation unm\u00f6glich.<\/em> (K. Popper: Logik der Forschung).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/SirKPopper.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-26269\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/SirKPopper.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"419\"><\/a><\/p>\n<p><em>\u201eDie Philosophie ist tot. Sie hat mit den neueren Entwicklungen in der Naturwissenschaft, vor allem in der Physik, nicht Schritt gehalten. Jetzt sind es die Naturwissenschaftler, die mit ihren Entdeckungen die Suche nach Erkenntnis voranbringen\u201c&nbsp; <\/em>(Hawking, 2010). Nun &#8211; ob die Philosophie tats\u00e4chlich tot ist, sei dahingestellt; der freie Wille lebt: <em>&#8222;Erst der freie Wille macht uns zu dem, was wir sind.&#8220;<\/em> (R Metten)<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Experiment: <em>&#8222;Libets experimentelle Vorgehensweise war fehlerhaft. Seine Resultate konnten nicht reproduziert werden&#8220;<\/em> (Dominik et&nbsp; al. 2018 z.B.). <em>&#8222;Flaws in this research (1) premise deficiencies, (2) technical limitations in experimental design, (3) misinterpretation of events preceding the decision, (4) unreliability of self-reported decision, and (5) overdrawn generalizations of the implications.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>&#8222;\u2026 <strong>\u0915\u0924\u0941\u092e\u092f\u0903 \u092a\u0941\u0930\u0941\u0937\u094b <\/strong>(kratu-maya\u1e25-puru\u1e63ha\u1e25) \u2026 (Ch\u00e2nd Up. 3, 14, 1). \u015a\u00e2\u1e47\u1e0dilyas, Upanishaden<br \/>\n&nbsp;\u201eIch will, also bin ich!\u201c \u2013 besser noch \u201eWollend bin ich\u201c.<\/p>\n<p>&#8222;kratu-maya\u1e25-puru\u1e63ha\u1e25? \u201eNow, verily, a man consists of will\u201c \u2013 \u201eNun wahrlich, der Mensch besteht aus Wollen.\u201c &nbsp;T.V. Kapali Sastry:, dass \u0915\u0924 kratu hier f\u00fcr \u201efree choice\u201c \u2013 die Wahlfreiheit stehe, die der Mensch habe, sich in die eine oder andere Richtung entscheiden zu k\u00f6nnen.&#8220; Und: \u2026 <strong>\u0938 \u0915\u0924\u0941\u0902 \u0915\u0941\u0935\u0940\u0924 <\/strong>(sa kratum kurv\u012bta) \u0965 \u0967 \u0965 (Ch\u00e2nd Up. 3, 14, 1): \u201eLet him with this knowledge in mind form his will.\u201c<\/p>\n<p>https:\/\/www.swamij.com\/upanishad-chandogya.htm<\/p>\n<p>Fran\u00e7ois-Pierre Gonthier Maine de Biran: Er hielt er dem kartesischen <em>\u201eCogito, ergo sum\u201c<\/em> sein <em>\u201eVolo,ergo sum\u201c<\/em> \u2013 oder wie es im franz\u00f6sischen Originaltext hei\u00dft \u2013 sein <em>\u201eJe veux, doncje suis\u201c<\/em> entgegen.&#8220;&nbsp;<\/p>\n<p>AI:<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend ein Wort zur k\u00fcnstlichen &#8218;Intelligenz&#8216;: <em>\u201eFree will \u2013 even for robots\u201c<\/em> (McCarthy) Hier geriet die Anthropomorphisierung auf obskure Abwege. Killerdrohnen besitzen weder einen freien Willen noch ein Gewissen. Ungez\u00e4hlte Kinder fielen ihnen bisher zum Opfer.<\/p>\n<p><strong>Epilog<\/strong>:<\/p>\n<p>Im zweidimensionalen Labyrinth wird nach dem Ausgang gesucht &#8211; ohne Ariadnefaden. Ausweglos &#8211; in dieser Ebene. Die Antwort gibt es in h\u00f6heren Dimensionen. Vielleicht. . Auch das Armamentarium zur &#8218;wissenschaftlichen&#8216; Beantwortung der Frage: &#8222;Gibt es einen freien Willen?&#8220; ist ungeeignet: Weder mathematische Modellierungen mit ihren partiellen Differentialgleichungen noch Hirnforschung oder Quantenphysik k\u00f6nnen hier weiterhelfen. F\u00fcr die conditio humana ist der freie Wille die<em> &#8218;Conditio sina qua non&#8216;.<\/em> Unab\u00e4nderlich.<\/p>\n<p><em>\u201d Ist damit nicht auch die Willensfreiheit in jenem Bereich au\u00dferhalb der Erscheinungswelt, wo Freiheit und kein Determinismus herrscht, ein tiefes Mysterium, das sich jeder weiteren Nachforschung entzieht?&#8220;<\/em> &nbsp;AS<\/p>\n<p>Syndikat: Unternehmenszusammenschlu\u00df, Kartell,<br \/>\nnach der \u00fcblichen Bedeutungsverschlechterung: organisiertes Verbrechen<\/p>\n<p>Lit.<\/p>\n<p>Ren\u00e9 Descartes (1637): Abhandlung \u00fcber die Methode des richtigen Vernunftgebrauchs und der wissenschaftlichen Wahrheitsforschung (Discours sur la m\u00e9thode pour bien conduire sa raison et chercher la v\u00e9rit\u00e9 dans les sciences)&nbsp;&nbsp; https:\/\/www.textlog.de\/descartes-methode.html<\/p>\n<p>Metten R (2020) Ich will, also bin ich. Wie der freie Wille uns zu dem macht, was wir sind. Springer<\/p>\n<p>Luhmann HJ (2020) Hirnpotentiale. Die neuronalen Grundlagen von Bewusstsein und freiem Willen. Springer<\/p>\n<p>Heilig P (2013) Quantum Satis Est. Quanten-Physik. https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/<\/p>\n<p>Arendt H \/(1958) The Human Condition<br \/>\nhttps:\/\/sduk.us\/afterwork\/arendt_the_human_condition.pdf<\/p>\n<p>Klemm WR (2016) Making a scientific case for concsious agency and free will. Acad. press<\/p>\n<p>Albert H (1968) Traktat \u00fcber kritische Vernunft. Mohr Siebeck, T\u00fcbingen<\/p>\n<p>Riedl R (1988) Biologie der Erkenntnis. Die stammesgeschichtlichen Grundlagen der Vernunft. M\u00fcnchen: dtv 1988, S. 232.<\/p>\n<p>Libet B et al (1982). Readiness-potentials preceding unrestricted \u201espontaneous\u201c vs. pre-planned voluntary acts. Electroencephalography and Clinical Neurophysiology,54(3), 322\u2013335.<\/p>\n<p>Gender: beyond<\/p>\n<p>interest: no&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>*********************<br \/>\n<strong>Katharina und Peter Heilig<\/strong><br \/>\n<strong> VIDEO ON DEMAND: KUNSTLICHT IN UNSEREN AUGEN<\/strong>:<br \/>\n<a id=\"LPlnk478487\" href=\"https:\/\/youtu.be\/k9k_wG5lacA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/youtu.be\/k9k_wG5lacA<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?s=heilig\">Weitere Beitr\u00e4ge \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Illusion w\u00e4re der freie Wille &#8211; (&#8222;unser kostbarster Besitz&#8220; &#8211; R Metten) hie\u00df es nach dem &#8218;Libet-Experiment&#8216;: das &#8218;Bereitschafts-Potential&#8216; (Kornhuber und Deecke 1965) konnte vor der bewussten Willens-Entscheidung abgeleitet werden &#8211; blieb dies unbestritten? Nein. Der freie Wille &#8211; eine Illusion? Nein. Der homo sapiens, hinunternivelliert auf das Niveau von Einzellern- unf\u00e4hig sich zu &hellip; <a href=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=37422\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: Eine Illusion<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1,33,2,16],"tags":[],"class_list":["post-37422","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","category-gastbeitrage","category-news","category-news1"],"views":3590,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37422","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=37422"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37422\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37653,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37422\/revisions\/37653"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=37422"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=37422"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=37422"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}