{"id":37223,"date":"2021-09-01T00:24:14","date_gmt":"2021-08-31T23:24:14","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=37223"},"modified":"2021-08-06T11:26:54","modified_gmt":"2021-08-06T10:26:54","slug":"gastautor-prof-dr-peter-heilig-neuromagie-und-unfaelle-2-2-2-2-3-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=37223","title":{"rendered":"Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: Die Kunst und Charles Bonnet."},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Kunst und Charles Bonnet.<\/strong><\/p>\n<p><em>&#8222;When most I wink, then do my eyes best see&#8220;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/>\n<\/em>William Shakespeare<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/CBS.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-37227\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/CBS-684x800.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"284\"><br \/>\n<\/a>Trugwahrnehmungen oder Halluzinationen, pathognomisch f\u00fcr das Charles Bonnet-Syndrom (CBS), bizarre Spielereien des Gehirns, <em>&#8218;disturbing playthings of the brain&#8216;<\/em>, k\u00f6nnen Patienten nahezu verr\u00fcckt machen. Die Suche nach wirkungsvoller Therapie verl\u00e4uft leider entt\u00e4uschend; dennoch verstehen es einige Betroffene diese ungebetenen Spukgebilde oder -T\u00f6ne (Oliver Sacks Syndrome) \u201ezu genie\u00dfen\u201c und in Kreationen umzuwandeln: Bitte vor den Vorhang.. Beispiele: In Musikst\u00fccken finden sich bisweilen Ankl\u00e4nge davon &#8211; die in Noten gesetzten akustischen oder &#8218;musikalischen&#8216; Halluzinationen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/pareidtb\u00e4r.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-37232\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/pareidtb\u00e4r-347x800.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"680\"><\/a><\/p>\n<p>Die Potentiale neuronaler Daueraktivit\u00e4ten schlafen nie \u2013 komplexe ZNS-Prozesse kreieren Traum-Gebilde w\u00e4hrend des Schlafes, Figuren und Geschichten, deren Realit\u00e4tswert sich nicht von dem des Wachzustandes unterscheidet. Falls es Tr\u00e4umenden gelingt sich suggestiv vorzusagen: \u201eDas ist nur ein Traum\u201c, lassen sich Albtr\u00e4ume samt D\u00e4monen der Nacht verscheuchen. Trauminhalte tauchen in der bildenden Kunst und in der Literatur auf &#8211; in manch mittelalterlicher H\u00f6llendarstellung, im Phantastischen Realismus, bei Chagall zum Beispiel oder Kubin (\u201emit einem Fu\u00df im Dr\u00fcben\u201c &#8211; laut <em>Paul Flora<\/em>) in der <em>Art Brut<\/em>, in den Werken der <em>K\u00fcnstler aus Gugging<\/em>, in den <em>&#8218;phantastischen Skulpturen&#8216; <\/em>etc.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/nightmare.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-37231\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/nightmare-800x691.jpg\" alt=\"\" width=\"369\" height=\"339\"><\/a><\/p>\n<p>Poetisch werden Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit \u00fcberschritten, Fiktion und Realit\u00e4t &#8218;emulgiert&#8216;; dies geschieht in der Welt der M\u00e4rchen, in der kinderliterarischen Phantastik, in Parallelwelten, in denen &#8211; wie im Traum &#8211; vieles den eigenen Gesetzen und selbstgeschaffenen wie selbst-verst\u00e4ndlichen physikalischen Normen gehorcht. Die Poesie des Wunderbaren kennt keinen Unterschied zwischen Unm\u00f6glichem, Zauber und einer vereinbarungsgem\u00e4\u00dfen, sozusagen vorgeschriebenen Realit\u00e4t. Das Kind will unbedingt ausbrechen aus den Schluchten zwischen grauen Schallschutzw\u00e4nden, aus der vorgegebenen Richtung, weg von vorbestimmten (&#8218;vor<em>programmierten&#8216;<\/em>) Reisen ins Perspektiv- und Hoffnungslose, oder gar ins Nirgendwo . .<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/dreamin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-37228\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/dreamin-800x492.jpg\" alt=\"\" width=\"354\" height=\"217\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/dreamin-800x492.jpg 800w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/dreamin-300x185.jpg 300w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/dreamin-768x473.jpg 768w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/dreamin.jpg 1352w\" sizes=\"auto, (max-width: 354px) 100vw, 354px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das ewige Kind liebt seine Tr\u00e4ume, hinweg \u00fcber&nbsp; &#8218;un\u00fcberbr\u00fcckbare&#8216; Konflikte &#8211; dieses Kind will weiter tr\u00e4umen und &#8211; hier kommen auch die Tagtr\u00e4ume ins Spiel &#8211; luzide und <em>&#8218;<\/em>meditativ&#8216; <em>&#8211; <\/em>in den Phasen des Erwachens, in der Welt des noch lange nicht Ausgetr\u00e4umten und seiner oft phantastischen Bilder, lebendig geworden in Traum-Motiven der Maya, oder bei den Ureinwohnern von Neu-Guinea, welche Getr\u00e4umtes nach dem Erwachen in die Tat umsetzten &#8211; nicht selten zum Mi\u00dffallen der Missionare. Bilder des Traumes bleiben ewig lebendig in den Werken der K\u00fcnstler, aus Urzeiten bis heute.&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/ultquest.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-37235\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/ultquest.jpg\" alt=\"\" width=\"372\" height=\"312\"><\/a><\/p>\n<p>&#8222;<em>Einst tr\u00e4umte mir, ich sei ein Schmetterling. Ein schwebender Schmetterling, der sich wohl und wunschlos f\u00fchlte<\/em> ..<em>&#8220;&nbsp;<br \/>\n<\/em>Zhuangzi &#8211; Chuang-tzu \u838a\u5b50 \u201cMaster Zhuang\u201d&nbsp; (4. Jhdt v Chr.)<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/>\n<\/em><em>\u201eEs erschien n\u00e4mlich, mit Homer zu reden, ein g\u00f6ttlicher Traum mir durch die ambrosische Nacht, und zwar so deutlich und lebhaft, als ob ich wachte, da\u00df nach langer Zeit die Bilder dessen, was ich gesehen, noch in meinen Augen sind und die Worte, die ich h\u00f6rte, noch in meinen Ohren klingen. . Denn ihr wisst, Tr\u00e4ume sind Wundert\u00e4ter&#8220;.<br \/>\n<\/em>Lukians Traum<em>, <\/em>Lukian (120 &#8211; 180 n. Chr.)<\/p>\n<p><em>\u201eUnd trotzdem bleib ich dem Traume gewogen, so l\u00e4uft er sich leichter, der Lebenslauf&#8220;<br \/>\n<\/em>Traum vom Fliegen, Karl Kraus (1874 \u2013 1936)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/blhb.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-37226\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/blhb-800x600.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"233\"><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/>\n<em>\u201eVorgestern habe ich von zwei M\u00e4dchen getr\u00e4umt, die waren furchtbar kregel und aufger\u00e4umt..\u201c<br \/>\n<\/em>Tr\u00e4ume, Kurt Tucholsky (1890-1935)<\/p>\n<p>Nicht mehr wegzudenken ist das Thema Traum aus der Weltliteratur, wie in Grillparzers <em>Der Traum ein Leben oder <\/em>in Schnitzlers <em>Traumnovelle:<\/em>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8222;.. so gibt es gewiss nichts in unserer bewussten Existenz, das der Gel\u00f6stheit, der Freiheit, dem Gl\u00fcck gleichkommt, das ich nun in diesem Traum empfand.&#8220; Die Welt der Phantasie lebt vom Unwirklichen, scheinbar Wertlosen, kaum je von &#8218;b\u00f6rsenkonnotiertem&#8216; -wie so oft- Plunder.<\/p>\n<p>Dieser Ausflug in die Welt der Tr\u00e4ume ist keine Flucht aus der &#8218;Realit\u00e4t&#8216;. Treffend brachte Paul Watzlawick das Thema Wirklichkeit auf den Punkt: in seinem <em>Radikalen Konstruktivismus<\/em>. Nach dem Muster von Klartr\u00e4umen kann es gelingen unerw\u00fcnschte Halluzinationen in die Schranken zu weisen oder sie zu <em>sublimieren<\/em>, das hei\u00dft ungen\u00fctzte, scheinbar negative Energien in Kreatives umzuwandeln.<\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/flclown.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-37229\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/flclown-581x800.jpg\" alt=\"\" width=\"238\" height=\"219\"><\/a><\/em><\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em>Archimedes erfand <em>sein<\/em> <em>Prinzip<\/em> tagtr\u00e4umend im Badewasser, Banting ertr\u00e4umte das Insulin<em>, <\/em>Loewi die Nerven\u00fcbertragung, Wagner summte im Schlaf eine Rheingold-Melodie. Das Bild einer Schlange, welche sich selbst auffrisst (Ouroboros aus der Heraldik), verfolgte den tief schlafenden Kekule: die Benzolring-Formel. Edison provozierte mit System den &#8218;praktischen Nutzen der Tr\u00e4umerei&#8216; (P Mulford) &#8211; mehr als zweitausend Erfindungen tragen seinen Namen. Charpentier &#8217;sah&#8216; gleichsam in Wien (spiritus loci?) die Funktion der Genschere klar vor sich &#8211; in einem offenbar entspannten \u201eHeureka-Moment\u201c.<\/p>\n<p>Die Daueraktivit\u00e4t retinaler Ganglienzellen wird durch Lichtstimulationen modifiziert, daraus resultiert eine &#8218;digitalisierte&#8216; Informations\u00fcbertragung (Frequenzmodulation). Ohne Stimulus herrscht jedoch nur Dauer- &#8218;Chaos&#8216; zufallsverteilt ablaufender Spike-Intervalle. Die &#8218;Top-Down&#8216; &#8211; Informationen widerspiegeln chaotisch ablaufende Prozesse aus h\u00f6heren kognitiven Zentren, in denen ohne physiologische Stimulation (&#8222;fehlende Inhibition&#8220;) ungeordnete Halluzinationen ablaufen (visuell, akustisch oder peripher &#8211; nach Verlust einer Gliedma\u00dfe &#8211; als Phantomschmerz).&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/levitation.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-37230\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/levitation-675x800.jpg\" alt=\"\" width=\"277\" height=\"451\"><\/a><\/p>\n<p>Im Klartext: Fehlende oder gest\u00f6rte Signale des N. III oder IV (Blindheit, Sehst\u00f6rung, Taubheit, Presbyacusis etc.) lassen kognitiven Prozessen &#8218;freies Spiel&#8216; &#8211; &#8222;wenn die Katze aus dem Haus ist, haben die M\u00e4use Kirtag&#8220; &#8211; Neu- und Langzeit &#8211; Ged\u00e4chtnisinhalte mischen sich merkw\u00fcrdig ungeordnet, scheinbar real, auch im (Halb-) Schlaf. Trugwahrnehmungen sowie (Tag-)Traum-Inhalte, &#8218;playthings of the brain&#8216;, komplexe Phantasiegebilde, spielen ihre Rolle hinter den Kulissen &#8211; als Substrat und vielleicht als Katalysatoren kreativer Prozesse.<\/p>\n<p>Computerspiele &#8211; in Stichworten:<\/p>\n<p>Reduzierte frontoorbitale Hirnrindenareale exzessiver &#8218;Gamer&#8216;, SMS-Daumen samt bizarrer \u00dcber-Repr\u00e4sentation im corticalen Homunculus &#8211; bei pathologischer Nutzung (\u201aInternet Use Disorder&#8216;, -Addiction), Manfred Spitzers &#8218;Digitale Demenz&#8216;, parasoziale Interaktionen via Flaschenhals Spielkonsole, Csikszentmihalyi-Pseudo-Flow, Versinken im Virtuellen (&#8218;Immersion&#8216;), losgel\u00f6st vom Realen, Identifikation mit PC-Spielfiguren und PC-Peer-&#8218;Gruppen&#8216;, &#8218;Clan&#8216;- und &#8218;Gilden&#8216;-Ranglisten-Zw\u00e4nge, &#8218;multi-user-dungeons&#8216; ohne Grafik und Ton virtueller &#8218;Gemeinschaften&#8216; samt Verlust sozialer Komponenten, Suchtverhalten, Kontrollverlust, Entzugserscheinungen (Depressionen, Dysphorien), Denk- und Verhaltens-&#8218;Einengungen&#8216;, Selbstwahrnehmungs-, Selbstkontrolle-, Selbstwert-Inkonsistenz, soziale Phobien, Leistungseinbr\u00fcche, Gesundheit. siehe ICD-10-GM-2021.<\/p>\n<p>http:\/\/www.afrl.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Mattauch_Bachelorarbeit_Computerspieler.pdf<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/SMSThumb.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-37234\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/SMSThumb-622x800.jpg\" alt=\"\" width=\"144\" height=\"183\"><\/a><\/p>\n<p>Die interindividuell unterschiedlich ausgepr\u00e4gten Ph\u00e4nomene aus obiger Liste werden &#8218;differenziert&#8216; interpretiert; niemand stellt die Notwendigkeit pr\u00e4ventiv\/prophylaktischer Ma\u00dfnahmen in Frage. Computerspiel-Inhalte finden sich bereits in den Traumwelten der &#8218;Gamer&#8216;, in ihren Denkwelten und in ihrer Kreativit\u00e4t, einer vielleicht schon etwas eingeengt &#8211; &#8218;mutierten&#8216;, sowie &#8211; \u00e0 la longue &#8211; in ihrer Epigenetik.&nbsp;<\/p>\n<p>Sprach&#8217;verhunzungen&#8216; (pardon), m\u00f6glicherweise induzierte Gewaltbereitschaft etc. werden au\u00dfen vor gelassen (Duden: &#8222;h\u00e4ngengelassen&#8220; (?)). Irritierte Besucher von Museen Moderner Kunst und Theaterbesucher, welche blendenden Regie-Einf\u00e4llen ausgeliefert waren -ohne Vorwarnung-, k\u00f6nnen hier leider nicht zu Wort kommen. Poeten (-(I)innen &#8211; Sprechpause &#8211; plus divers x 10<sup>n<\/sup> ?) wie 99.9% aller Spezies beinahe ausgestorben, scheitern mehr und mehr an <em>&#8218;Updates&#8216; <\/em>und laufend neu <em>programmierter<\/em> &#8217;neusprech&#8216;-Muttersprache.<\/p>\n<p><strong>Epilog: <\/strong>&#8222;Das Leben ist ein Traum&#8220;<br \/>\n(<em>Vida es sue\u00f1o<\/em>, Pedro Calder\u00f3n de la Barca y Barreda Gonz\u00e1lez de Henao Ruiz de Blasco y Ria\u00f1o, 1600 -1681)<\/p>\n<p><em>https:\/\/dietraumdeuter.de\/das-traummotiv-in-der-literatur-shakespaere-und-macbeth\/, https:\/\/dietraumdeuter.de\/traeume-bei-den-maya\/<\/em><\/p>\n<p><em>https:\/\/germanistik.uni-wuppertal.de\/fileadmin\/germanistik\/Teilf%C3%A4cher\/Didaktik\/Personal\/Nickel-Bacon\/Nr._7_Alltagstranszendenz.pdf<\/em><\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em><em>&#8222;Wenn mein Aug&#8216; sich schlie\u00dft, dann sieht&#8217;s am besten&#8220; <\/em>&nbsp;William Shakespeare, Sonnet 43<\/p>\n<p>Gasteiger M (Ed) (1999) Tr\u00e4ume in der Weltliteratur. Manesse Bibliothek der Weltliteratur<\/p>\n<p>Heilig P (2018) Kreativit\u00e4t; https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=30740<\/p>\n<p>Heilig P (2021) CBS &#8211; das Charles Bonnet-Syndrom. Concept Ophthalmologie 7\/2021, X 28 -29<\/p>\n<p>https:\/\/www.longdom.org\/proceedings\/please-stop-the-music-oliver-sacks-syndrome-and-the-psychopathology-of-hearing-loss-8372.html<\/p>\n<p>macular\/video\/dr-oliver-sacks-talksabout-charles-bonnet-syndrome<\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em>Gender: beyond<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><strong>Charles Bonnet-Syndrom (CBS)<\/strong>: Trugwahrnehmungen (Halluzinationen), visuell oder akustisch, bei Seh- oder H\u00f6rnerv-Ausf\u00e4llen<\/p>\n<p><em>&#8222;Der Gro\u00dfteil der Patienten und Patientinnen mit einem Charles Bonnet Syndrom ist erleichtert zu h\u00f6ren, dass ihre Beschwerden eine ophthalmologische Ursache haben und somit ein bekanntes Ph\u00e4nomen darstellen haben, dass sie nicht psychisch krank sind, Demenz oder \u00e4hnliche neurologische Erkrankungen haben. Gleicherma\u00dfen bedeutend ist es auch, dass medizinisches Personal oder Personen in verwandten Berufsgruppen mehr Kenntnis \u00fcber das Charles Bonnet Syndrom und dessen Hintergr\u00fcnde entwickeln und auch ihre Patienten und Patientinnen auf visuelle Halluzinationen screenen und aufkl\u00e4ren . Zu \u00fcberlegen ist auch, sehbehinderten Menschen die M\u00f6glichkeit des Auftretens von visuellen Halluzinationen mitzuteilen. Hier erweist es sich als vorteilhaft, die Patienten und Patientinnen mit konkreten Fragen zu konsultieren.&#8220;<\/em>&nbsp; D\u00f6ller, B., Findl, O. (2017) Pr\u00e4valenz des Charles Bonnet Syndroms \u2013 eine \u00dcbersicht der Literatur. Spektrum Augenheilkd. 31, 2\u20135&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>*********************<br \/>\n<strong>Katharina und Peter Heilig<\/strong><br \/>\n<strong> VIDEO ON DEMAND: KUNSTLICHT IN UNSEREN AUGEN<\/strong>:<br \/>\n<a id=\"LPlnk478487\" href=\"https:\/\/youtu.be\/k9k_wG5lacA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/youtu.be\/k9k_wG5lacA<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?s=heilig\">Weitere Beitr\u00e4ge \u00bb<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kunst und Charles Bonnet. &#8222;When most I wink, then do my eyes best see&#8220;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; William Shakespeare Trugwahrnehmungen oder Halluzinationen, pathognomisch f\u00fcr das Charles Bonnet-Syndrom (CBS), bizarre Spielereien des Gehirns, &#8218;disturbing playthings of the brain&#8216;, k\u00f6nnen Patienten nahezu verr\u00fcckt machen. Die Suche nach wirkungsvoller Therapie verl\u00e4uft leider entt\u00e4uschend; dennoch verstehen es einige Betroffene diese ungebetenen &hellip; <a href=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=37223\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: Die Kunst und Charles Bonnet.<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1,33,2,16],"tags":[],"class_list":["post-37223","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","category-gastbeitrage","category-news","category-news1"],"views":1838,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37223","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=37223"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37223\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37248,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37223\/revisions\/37248"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=37223"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=37223"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=37223"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}