{"id":34017,"date":"2019-11-07T00:05:37","date_gmt":"2019-11-06T23:05:37","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=34017"},"modified":"2019-11-08T10:40:00","modified_gmt":"2019-11-08T09:40:00","slug":"provenienzforschung-an-der-ub-meduni-wien-durchgefuhrte-restitutionen-2012-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=34017","title":{"rendered":"Aus den medizinhistorischen Best\u00e4nden der Ub MedUni Wien [108]: Restitution: B\u00fccher aus der Bibliothek \u201eAkademischer Verein j\u00fcdischer Mediziner\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Restitution: B\u00fccher aus der Bibliothek \u201eAkademischer Verein j\u00fcdischer Mediziner\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Text: <a href=\"https:\/\/waltermentzel.wordpress.com\/\">Dr. Walter Mentzel<\/a><\/p>\n<p>An der Zweigbibliothek Geschichte der Medizin der Universit\u00e4tsbibliothek der Medizinischen Universit\u00e4t Wien konnten durch die systematisch durchgef\u00fchrte Provenienzforschung zwei B\u00fccher eruiert werden, die 1938 im Besitz des Akademischen Vereins j\u00fcdischer Mediziner und nach dem \u201eAnschluss\u201c \u00d6sterreichs an das nationalsozialistische Deutschland von den Nationalsozialisten geraubt worden waren. Im November 2019 kam es nunmehr zur Restitution der beiden B\u00fccher an die Rechtsnachfolger. Es handelt sich hierbei um folgende Titel:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ubsearch.meduniwien.ac.at\/primo-explore\/fulldisplay?docid=UMW_alma2118038540003344&amp;context=L&amp;vid=UMW&amp;lang=de_DE&amp;search_scope=UMW_all&amp;adaptor=Local%20Search%20Engine&amp;isFrbr=true&amp;tab=default_tab&amp;query=any,contains,9539&amp;mode=Basic\">Schaffer, Josef: Vorlesungen \u00fcber Histologie und Histogenese nebst Bemerkungen \u00fcber Histotechnik und das Mikroskop. Mit 589, zum Teil farbigen Abbildungen im Text und auf 12 lithograph. Tafeln. Leipzig: Verlag von Wilhelm Engelmann 1920.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Neuburger_MHartl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-31957\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Neuburger_MHartl.jpg\" alt=\"\" width=\"193\" height=\"60\"><\/a><\/p>\n<p>[Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin\/Neuburger Bibliothek, Sign.: 9539]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ubsearch.meduniwien.ac.at\/primo-explore\/fulldisplay?docid=UMW_alma2118670420003344&amp;context=L&amp;vid=UMW&amp;lang=de_DE&amp;search_scope=UMW_all&amp;adaptor=Local%20Search%20Engine&amp;isFrbr=true&amp;tab=default_tab&amp;query=any,contains,3672%2F2&amp;offset=0\">Tandler, Julius: Lehrbuch der systematischen Anatomie. 2. Band. Die Eingeweide. Mit 285 meist farbigen Abbildungen. Leipzig: Verlag von F.C.W. Vogel 1923.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Neuburger_MHartl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-31957\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Neuburger_MHartl.jpg\" alt=\"\" width=\"193\" height=\"60\"><\/a><\/p>\n<p>[Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin\/Neuburger Bibliothek, Sign.: 3672\/2]<\/p>\n<p>Die beiden als geraubt identifizierten B\u00fccher enthalten auf den Titelbl\u00e4ttern den Besitzstempel \u201eAKADEMISCHER VEREIN J\u00dcDISCHER MEDIZINER IN WIEN\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Besitzstempel.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-34018\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Besitzstempel.gif\" alt=\"\" width=\"302\" height=\"359\"><\/a><\/p>\n<p>Abb. 1&nbsp;&nbsp;&nbsp; Besitzstempel aus: Schaffer: Vorlesungen \u00fcber Histologie und Histogenese [\u2026]. Wien 1920.<\/p>\n<p>Der Akademische Verein j\u00fcdischer Mediziner in Wien (AVJM) wurde am 14. Juli 1911 von den drei Medizinstudenten cand.med. Alfred Gr\u00fcnspan, cand.med. Siegfried Berl und Josef Krenberger bei der k. k. Statthalterei Nieder\u00f6sterreich angezeigt und nach Pr\u00fcfung der Vereinsstatuten durch die Vereinsbeh\u00f6rde und der Polizeidirektion Wien am 31. August 1911 gebildet. Der Sitz Vereins wechselte bis 1938 mehrmals. Vor dem Ersten Weltkrieg befand sich sein Standort in Wien 9, W\u00e4hringer Stra\u00dfe 13a, am anatomischen Institut, ab Juli 1913 in Wien 9, Garnisonsgasse 22 und danach in Wien 9, W\u00e4hringer Stra\u00dfe 15, Alser Stra\u00dfe 26 und zuletzt bis 1938 in der Alser Stra\u00dfe 28.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Anstecknadel.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-34019\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Anstecknadel.gif\" alt=\"\" width=\"233\" height=\"375\"><\/a><\/p>\n<p>Abb. 2&nbsp;&nbsp;&nbsp; Anstecknadel f\u00fcr Vereinsmitglieder \u201eAVJM\u201c: Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA), M.Abt. 119, A32 \u2013 gel\u00f6schte Vereine, Zl. 229\/1921 Akademischer Verein j\u00fcdischer Mediziner.<\/p>\n<p>Die Ziele dieses Studenten-Vereines waren laut Statuten aus dem Jahr 1911:<\/p>\n<p><em>\u201eF\u00f6rderung des Studiums w\u00e4hrend der Universit\u00e4tszeiten durch Arbeitsvermittlung, Stipendiennachweis und Eintreten bei Bewerbungen um diese, eine eigene Bibliothek, ein eigenes Studierzimmer, Benefizien beim Einkauf von B\u00fcchern, Instrumenten und Utensilien, bei B\u00e4dern, Theatern und Konzerten wie Vortr\u00e4gen, eigene Vortr\u00e4ge und Kurse: das ist unser wissenschaftliches, unser Arbeitsprogramm\u201c<\/em><\/p>\n<p>Der Verein begann schon mit seiner Gr\u00fcndung \u2013 wie es auch bereits in den Vereinsstatuten aus dem Jahr 1911 vorgesehen war \u2013 mit dem Aufbau einer Bibliothek und betrieb eine eigene Bibliotheksverwaltung. 1921 kam es zur Eingliederung des Vereins als medizinische Sektion (Zweigverein) in den Gesamtverband j\u00fcdischer Hochsch\u00fcler \u00d6sterreichs Jud\u00e4a, und 1924 \u00e4nderte der Verein seinen Namen in Akademischer Verein j\u00fcdischer Mediziner \u2013 (Medizinische) Sektion des Gesamtverbandes j\u00fcdischer Hochsch\u00fcler Jud\u00e4a. Damit galt er als offizielle Vertretung der j\u00fcdischen MedizinerInnen gegen\u00fcber den Universit\u00e4tsbeh\u00f6rden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Akademischer-Verein.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-34021\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Akademischer-Verein.gif\" alt=\"\" width=\"605\" height=\"184\"><\/a><\/p>\n<p>Abb. 3&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA), M.Abt. 119, A32 \u2013 gel\u00f6schte Vereine, Zl. 229\/1921 Akademischer Verein j\u00fcdischer Mediziner.<\/p>\n<p><strong>Die Aufl\u00f6sung des Vereines ab dem M\u00e4rz 1938<\/strong><\/p>\n<p>Der \u201eAkademische Verein j\u00fcdischer Mediziner\u201c wurde am 13. September 1938 auf Antrag des Reichskommissars f\u00fcr die Wiedervereinigung \u00d6sterreichs mit dem Deutschen Reich bestellten Stillhaltekommissars f\u00fcr Vereine, Organisationen und Verb\u00e4nde gem\u00e4\u00df \u00a7 3 des Gesetzes \u00fcber die \u00dcberleitung und Eingliederung von Vereinen, Organisationen und Verb\u00e4nde vom 17. Mai 1938 beh\u00f6rdlich f\u00fcr aufgel\u00f6st erkl\u00e4rt und mit Bescheid des Wiener Magistrates (MA 2) vom 23. September 1939 aufgel\u00f6st und im Vereinskataster gel\u00f6scht.<\/p>\n<p>Im August 1938 kam es durch den ehemaligen Obmann Emil Katz zur Anmeldung und durch die Gestapo zur Erfassung des Vereinsverm\u00f6gens. Zum Verm\u00f6gen geh\u00f6rte neben der zirka 2.000 B\u00e4nder umfassenden Fachbibliothek, Lernmittel wie Mikroskope. Der Verein wurde aufgel\u00f6st und ihm durch die NS-Beh\u00f6rden das Verm\u00f6gen entzogen. Im Jahr 1939 befanden sich am fr\u00fcheren Standort des Vereines bereits die Lokalit\u00e4ten des Sturmheims der SA 3\/3 und der NSDAP-Ortsgruppe Alservorstadt.<\/p>\n<p><strong>Die letzten gew\u00e4hlten Mitglieder der Vereinsorgane 1937\/38<\/strong><\/p>\n<p>Die letzte vor dem \u201eAnschluss\u201c im M\u00e4rz 1938 abgehaltene Generalversammlung des \u201eAkademischen Vereins j\u00fcdischer Mediziner\u201c \u2013 in der es auch zur Wahl der Vereinsorgane kam \u2013 fand am 16. November 1937 statt und wurde am 20. November 1937 durch das Dekanat der Medizinischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Wien best\u00e4tigt. Dieser letztmalig gew\u00e4hlte Vorstand setzte sich aus folgenden Personen zusammen, die gleichzeitig auch die Vereinsorgane bildeten.<\/p>\n<p>Obmann: <strong>Dr. med. Emil Katz<\/strong> (*27.1.1912, Millic\/Rum\u00e4nien) war 1938 in Wien 2, Gro\u00dfe Sperlgasse 18, wohnhaft. Er promovierte am 9.7.1937 zum Dr. der Medizin.<\/p>\n<p><em>AUW, Med.Fak. Dekanat, Promotionsprotokolle 1929-1941, Sign. 194, Zl. 3541, Katz Emil (Datum: 1937.7.9).<\/em><\/p>\n<p>Erster Vize-Obmann: <strong>Dr. med. Heinrich (Hirsch) Heller<\/strong> (*6.10.1909 Solotnyky\/Galizien) war 1938 in Wien 20, Klosterneuburgerstra\u00dfe 67, wohnhaft. Er war zuvor von Mai bis November 1937 Obmann des Vereines.<\/p>\n<p><em>AUW, Med.Fak. Dekanat, Nationalien\/Studienkataloge 1862-1938, Sign. 134, Zl. 1.080, Heller Heinrich.<\/em><\/p>\n<p>Zweiter Vize-Obmann: <strong>Isidor Ten(n)enbaum<\/strong> (*20.12.1914 Wien) war 1938 Student an der Medizinischen Fakult\u00e4t im 6. Semester inskribiert und in Wien 20, Rauscherstra\u00dfe 15\/51, wohnhaft.<\/p>\n<p>Tenenbaum gelang die Flucht vor den Nationalsozialisten.<\/p>\n<p><em>AUW, Med.Fak. Dekanat, Nationalien\/Studienkataloge 1862-1938. Abgangszeugnis vom 8. Juni 1938.<\/em><\/p>\n<p>Kassier: <strong>Dr. med. Fritz (Friedrich) Haberfeld<\/strong> (*1904 Wien) war 1938 in Wien 19, Sieveringerstra\u00dfe 175, wohnhaft.<\/p>\n<p><em>AUW, Med.Fak. Dekanat, Nationalien\/Studienkataloge 1862-1938, Sign. 134, Zl. 1006.<\/em><\/p>\n<p>Schriftf\u00fchrer: <strong>Harry Prinz<\/strong> (*16.9.1918 Wien) war im Wintersemester 1937\/38 an der Medizinischen Fakult\u00e4t im 3. Studiensemester inskribiert und 1938 in Wien 20, Wallensteintra\u00dfe 49\/11, wohnhaft. Ihm gelang die Flucht vor den Nationalsozialisten.<\/p>\n<p><em>AUW, Med.Fak. Dekanat, Nationalien\/Studienkataloge 1862-1938.<\/em><\/p>\n<p>Ferner waren im Ausschuss des Vereines die Studenten:<\/p>\n<p><strong>Martin Manfred Goldenberg<\/strong> (*30.7.1917 Wien) lebte 1938 in Wien 1, Schottenring 9\/14 und war im Sommersemester 1938 an der Medizinischen Fakult\u00e4t im 6. Studiensemester inskribiert.<\/p>\n<p><em>AUW, Med.Fak. Dekanat, Nationalien\/Studienkataloge 1862-1938, Goldenberg Martin Manfred.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dr. Artur Reinkraut<\/strong><\/p>\n<p><em>AUW, Med.Fak. Dekanat, Promotionsprotokoll 1929-1941, Sign. 194, Zl. 3.370, Reinkraut Artur (Datum: 1937.3.24).<\/em><\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><strong>Jak\u00f3b Limon<\/strong> (*2.8.1916 Rozana\/Polen, ermordet, 1940 Lodz) lebte 1938 in Wien 8, Josefst\u00e4dter Stra\u00dfe 43\/23 und war im Sommersemester 1938 an der Medizinischen Fakult\u00e4t im 4. Studiensemester inskribiert (Abgangszeugnis vom 21. Juli 1938). Er wurde 1940 im Ghetto Litzmannstadt ermordet.<\/p>\n<p><em>AUW, Med.Fak. Dekanat, Nationalien\/Studienkataloge 1862-1938, Limon Jakob.<\/em><\/p>\n<p><strong>Zygmunt Himmel<\/strong> (*30.7.1914 Drohobycz\/Galizien) lebte 1938 in Wien 9, Lackierergasse1\/2 und war im Wintersemester 1937\/38 an der Medizinischen Fakult\u00e4t im 8. Studiensemester inskribiert (Abgangszeugnis vom 6. Mai 1938). Seine Schwester Renate Himmel, die an der Philosophischen Fakult\u00e4t studierte, wurde ebenfalls von der Universit\u00e4t Wien vertrieben.<\/p>\n<p><em>AUW, Med.Fak. Dekanat, Nationalien\/Studienkataloge 1862-1938, Zygmunt Himmel.<\/em><\/p>\n<p><strong>Bruno Landesberg<\/strong> (*29.7.1918 Wien) lebte 1938 in Wien 14, Leyserstra\u00dfe 1\/15 und war im Sommersemester 1938 an der Medizinischen Fakult\u00e4t im 4. Studiensemester inskribiert.<\/p>\n<p><em>AUW, Med.Fak. Dekanat, Nationalien\/Studienkataloge 1862-1938, Landesberg Bruno.<\/em><\/p>\n<p><strong>Paul Prager<\/strong> (*18.2.1917 Przemysl\/Galizien) lebte 1938 in Wien 6, Kasernengasse 15 und war im Sommersemester 1938 an der Medizinischen Fakult\u00e4t im 6. Studiensemester inskribiert.<\/p>\n<p><em>AUW, Med.Fak. Dekanat, Nationalien\/Studienkataloge 1862-1938, Prager Paul.<\/em><\/p>\n<p><strong>Heinz Gr\u00fcnberger<\/strong> (*21.7.1919 Wien) lebte 1938 in Wien 9, Liechtensteinstra\u00dfe 56\/13 und war zuletzt im Sommersemester 1938 an der Medizinischen Fakult\u00e4t im 2. Studiensemester inskribiert. Es gelang ihm gemeinsam mit seinem Vater, dem Arzt Dr. Egon Gr\u00fcnberger, die Flucht nach Pal\u00e4stina.<\/p>\n<p><em>AUW, Med.Fak. Dekanat, Nationalien\/Studienkataloge 1862-1938, Gr\u00fcnberger Heinz.<\/em><\/p>\n<p><strong>Adolf Arnold Fischer <\/strong>(*13.10.1916 Wien) begann im Semester 1930\/31 mit dem Studium der Medizin an der Universit\u00e4t Wien. Er war 1938 in Wien 9, Sechsschimmelgasse 18 wohnhaft. Er war zuletzt im Sommersemester 1938 an der Medizinischen Fakult\u00e4t im 7. Studiensemester inskribiert.<\/p>\n<p><em>AUW, Med.Fak. Dekanat, Nationalien\/Studienkataloge 1862-1938, Fischer Arnold.<\/em> <em>AUW, Nationale \u2013 Phil, 1937-1938, Rektorat GZ. 722\/II\/ 1937\/38.<\/em><\/p>\n<p><strong>Viktor Sonnenschein<\/strong> (sp\u00e4ter: Victor G. Sonnen) (*8.5.1914 Wien) lebte 1938 in Wien 14, Mariahilfer Stra\u00dfe 223 und war im Sommersemester 1938 an der Medizinischen Fakult\u00e4t im 10. Studiensemester inskribiert. Er fl\u00fcchtete \u00fcber die Schweiz nach Frankreich und kehrte wieder in die Schweiz zur\u00fcck, wo er sein Studium an der Universit\u00e4t Basel abschloss. 1952 emigrierte er in die USA aus.<\/p>\n<p><em>AUW, Med.Fak. Dekanat, Nationalien\/Studienkataloge 1862-1938, 1934\/35, Sign. 134, Zl. 1.063, Sonnenschein Viktor.<\/em><\/p>\n<p>Als weitere Mitglieder des Vereines, die im Mai 1937 zu Vereinsorgane gew\u00e4hlt wurden und im November 1937 wieder ausschieden, konnten eruiert werden:<\/p>\n<p><strong>Salomon Strauber<\/strong> (*23.2.1912 Potok Zloty\/Polen) war 1938 in Wien 16, Gaullachergasse 11\/9 wohnhaft und zuletzt im Sommersemester 1937 an der Medizinischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Wien im 10. Studiensemester inskribiert (Absolutorium ausgestellt am 3. November 1938). Strauber bereitete sich im Sommerstemester 1838 auf seine Abschlusspr\u00fcfungen (Rigorosen) vor. Er konnte noch sein Studium abschlie\u00dfen und promovierte am 31. Oktober 1938 im Rahmen einer &#8218;Nichtarierpromotion&#8216;. Gleichzeitig wurde ihm ein Berufsverbot ausgesprochen. Strauber wurde am 12. Oktober 1941 im Konzentrationslager Zasavica bei \u0160abac\/Serbien ermordet.<\/p>\n<p><em>AUW, Med.Fak. Dekanat, Promotionsprotokolle 1929-1941, Sign. 194, Zl. 4.170, Strauber Salomon (Datum: 1938.10.31).<\/em><\/p>\n<p><strong>Marcel Kawalek<\/strong> (*23.2.1913 Zborow\/Galizien kam im Alter von 12 Jahren mit seiner Familie nach Wien und lebte 1938 in Wien 8, Alser Stra\u00dfe 69\/8. Nach der Ablegung der Reifepr\u00fcfung am Reformgymnasium in Wien 8 begann er im Wintersemester 1932\/33 mit dem Studium der Medizin an der Universit\u00e4t Wien. Zuletzt war er im Wintersemester 1937\/38 im 10. Studiensemester inskribiert (Absolutorium ausgestellt am 3. November 1938) und konnte sein Studium am 31. Oktober 1938 noch im Rahmen einer &#8218;Nichtarierpromotion&#8216; abschlie\u00dfen. Sein Zwillingsbruder Roman Kawalek, der auch an der Medizinischen Fakult\u00e4t studierte, konnte sein Studium an der Universit\u00e4t Wien ebenfalls im Rahmen einer &#8218;Nichtarierpromotion&#8216; abschlie\u00dfen. Marceli Kawalek arbeitete von 21.12.1938 bis 20.7.1939 unentgeltlich als Arzt im Rothschildspital. Gemeinsam mit seinem Bruder gelang ihm Ende Juli 1939 die Flucht nach London\/Gro\u00dfbritannien. Seine Eltern wurden im Holocaust ermordet. Marceli Kawalek emigrierte sp\u00e4ter weiter in die USA und arbeitete als Kinderpsychiater in Kalifornien. Er starb am 12. M\u00e4rz 1966 in San Diego, Kalifornien\/USA.<\/p>\n<p><em>AUW, Med.Fak. Dekanat, Promotionsprotokolle 1929-1941, Sign. 194, Zl. 4.149, Kawalek Marcel (Datum: 1938.10.31).<\/em><\/p>\n<p><strong>Otto Kauder<\/strong> (*15.9.1913 Wien) war 1938 in Wien 8. Bennogasse 28 wohnhaft und zuletzt im 10. Semester an der Medizinischen Fakult\u00e4t inskribiert (Absolutorium ausgestellt am 3. November 1938). Er fl\u00fcchtete 1939 in die USA. Er konnte sein Studium am 31. Oktober 1938 im Rahmen einer &#8218;Nichtarierpromotion&#8216; abschlie\u00dfen und erhielt gleichzeitig Berufsverbot. Er arbeitete bis zu seiner Flucht aus \u00d6sterreich im Wiener Rothschildspital der Israelitischen Kultusgemeinde als Hospitant. 1939 gelang ihm die Flucht \u00fcber Frankreich in die USA (New York\/NY). Nach der Absolvierung eines Kurses in Allgemeinmedizin an der University of Wisconsin Kurse und eines Praktikum am St. Joseph&#8217;s Hospital in Wisconsin lie\u00df er sich 1940 als Arzt in Illinois nieder und wurde 1941 praktischer Arzt in Shelbyville, Illinois\/USA. Zwischen 1942 und 1946 diente er als Soldat der US Army im Zweiten Weltkrieg in Europa. Er war Mitglied der American Medical Association, der Illinois State Medical Society, der Shelby County Medical Association und Mitarbeiter am Shelby County Memorial Hospital. Otto Kauder starb im Dezember 2003.<\/p>\n<p><em>AUW, Med.Fak. Dekanat, Promotionsprotokolle 1929-1941, Sign. 194, Zl. 4.148, Kauder Otto (Datum: 1938.10.31).<\/em><\/p>\n<p><strong>Leopold Siberd <\/strong>(*3.4.1913 Wien) lebte 1938 in Wien 1, K\u00e4rntner Ring 2 und war zuletzt im Wintersemester 1937\/38 an der Medizinischen Fakult\u00e4t im 10. Studiensemester inskribiert (Absolutorium ausgestellt am 1. Juni 1938, Wintersemester 1937\/38 wurde ihm am 21. Mai 1938 als g\u00fcltig angerechnet).<\/p>\n<p><em>AUW, Med.Fak. Dekanat, Nationalien\/Studienkataloge 1862-1938, 1934\/35, Sign. 134, Zl. 1.192, Siberd Leopold.<\/em><\/p>\n<p><strong>Jakob Chaim Szmuszkowicz<\/strong>. Szmuszkowicz (*25.12.1917 Lodz\/Polen) Er lebte 1938 in Wien 9, Wasagasse 20\/12 und war zuletzt im Wintersemester 1937\/38 an der Medizinischen Fakult\u00e4t im 3. Studiensemester inskribiert (Abgangszeugnis vom 20. Mai 1938, Wintersemester 1937\/38 wurde ihm am 12. Februar 1938 als g\u00fcltig angerechnet). Ihm gelang die Flucht vor den Nationalsozialisten.<\/p>\n<p><em>AUW, Med.Fak. Dekanat, Nationalien\/Studienkataloge 1862-1938, Szmuszkowicz Jakob Chaim.<\/em><\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>\u00d6sterreichisches Staatsarchiv (\u00d6StA), Archiv der Republik (AdR), ZNsZ, Stillhaltekommissar Wien (Stiko Wien), 31-M3 Akademischer Verein j\u00fcdischer Mediziner.<\/p>\n<p>Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA), M.Abt. 119, A32 \u2013 gel\u00f6schte Vereine, Zl. 229\/1921 Akademischer Verein j\u00fcdischer Mediziner.<\/p>\n<p>Archiv der Universit\u00e4t Wien (AUW) , Dekanat Med.Fak., Zl. 445\/1938 Akademischen Verein j\u00fcdischer Mediziner \u2013 Bekanntgabe des neugew\u00e4hlten Ausschusses.<\/p>\n<p>Archiv der Universit\u00e4t Wien (AUW), Akademischer Senat, Sonderreihe des Akademischen Senates: Vereine. Darin:<\/p>\n<p>Senat S 164.120 Akademischer Verein j\u00fcdischer Mediziner, 1910-1927, SZ. 1.447\/1910-1911<\/p>\n<p>und S. Zl. 329\/1913-1914.<\/p>\n<p>Senat S 163.32 Akademischer Verein J\u00fcdischer Mediziner, 1937.11.27.<\/p>\n<p>AUW, Med.Fak. Dekanat, 1929-1941, Sign. 134 und 194 sowie Nationalien\/Studienkataloge 1862-1938.<\/p>\n<p>Die Stimme, 24.9.1937, S. 8.<\/p>\n<p>Die Stimme, 1.10.1937, S. 6.<\/p>\n<p>Namentliche Erfassung der \u00f6sterreichischen Holocaustopfer, Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstandes, Wien.<\/p>\n<p>Gedenkbuch f\u00fcr die Opfer des Nationalsozialismus an der Universit\u00e4t Wien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Restitution: B\u00fccher aus der Bibliothek \u201eAkademischer Verein j\u00fcdischer Mediziner\u201c Text: Dr. Walter Mentzel An der Zweigbibliothek Geschichte der Medizin der Universit\u00e4tsbibliothek der Medizinischen Universit\u00e4t Wien konnten durch die systematisch durchgef\u00fchrte Provenienzforschung zwei B\u00fccher eruiert werden, die 1938 im Besitz des Akademischen Vereins j\u00fcdischer Mediziner und nach dem \u201eAnschluss\u201c \u00d6sterreichs an das nationalsozialistische Deutschland von den &hellip; <a href=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=34017\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Aus den medizinhistorischen Best\u00e4nden der Ub MedUni Wien [108]: Restitution: B\u00fccher aus der Bibliothek \u201eAkademischer Verein j\u00fcdischer Mediziner\u201c<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[5,1389,2,16,32],"tags":[2571,2348,1879,1621,262],"class_list":["post-34017","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-medizingeschichte","category-neuburger-bibliothek","category-news","category-news1","category-provenienzforschung","tag-akademische-verein-juedischer-mediziner","tag-buecherraub","tag-nationalsozialismus","tag-provenienzforschung","tag-restitution"],"views":3659,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34017","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=34017"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34017\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34031,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34017\/revisions\/34031"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=34017"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=34017"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=34017"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}