{"id":33044,"date":"2019-04-25T01:00:36","date_gmt":"2019-04-25T00:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=33044"},"modified":"2019-04-25T10:41:23","modified_gmt":"2019-04-25T09:41:23","slug":"aus-den-medizinhistorischen-bestaenden-der-ub-meduni-wien-77-todesopfer-der-revolution-1848-comfort-richard-dissertatio-inauguralis-medico-pharmagologica-de-guajaco-theses-adnexae-defendentur-3-2-2-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=33044","title":{"rendered":"Aus den medizinhistorischen Best\u00e4nden der Ub MedUni Wien [103]:  Hellwig, Christoph von: Fasciculus Unterschiedlicher alten raren und wahren Philosophischen Schrifften Vom Stein der Weisen&#8230;, 1719."},"content":{"rendered":"<p><strong>Zum 300. Jubil\u00e4um: <\/strong><a href=\"https:\/\/ubsearch.meduniwien.ac.at\/primo-explore\/fulldisplay?docid=UMW_alma2126667980003344&amp;context=L&amp;vid=UMW&amp;lang=de_DE&amp;search_scope=UMW_all&amp;adaptor=Local%20Search%20Engine&amp;tab=default_tab&amp;query=any,contains,hellwig%20christoph%20fasciculus&amp;sortby=rank&amp;mode=Basic\"><strong>Hellwig, Christoph von: Fasciculus Unterschiedlicher alten raren und wahren Philosophischen Schrifften Vom Stein der Weisen, Aus einem alten Lateinischen Manuscripto ins Teutsche \u00fcbersetzet, Nebst einer curiosen Epistel, Von denen Duum Viris Hermeticis F\u0153deratis, und einer Vorrede von einem wunderbaren vermischten uncorrosivischen Menstruo ex Macro- &amp; Microcosmo die Metallen zu solviren, Von Lic. Christoph von Hellwig, Med. Pract. Erff. Leipzig und Bremen: Verlegts Johann Andreas Grimm 1719.<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Neuburger_MHartl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-31957\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Neuburger_MHartl.jpg\" alt=\"\" width=\"196\" height=\"66\"><\/a><\/p>\n<p>[Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin\/Neuburger Bibliothek, Sign.: 48935]<\/p>\n<p>Text: Harald Albrecht, BA<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/ABB-01_Weblog-103_Hellwig_Portrait.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-33050 alignnone\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/ABB-01_Weblog-103_Hellwig_Portrait.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"612\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/ABB-01_Weblog-103_Hellwig_Portrait.jpg 400w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/ABB-01_Weblog-103_Hellwig_Portrait-196x300.jpg 196w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abb. 1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Hellwig, Christoph von<\/p>\n<p>Christoph von Hellwig (*15.07.1663 K\u00f6lleda\/Th\u00fcringen, gest. 27.05.1721 Erfurt) war ein deutscher Mediziner und z\u00e4hlt zu den Vertretern der medizinischen Fr\u00fchaufkl\u00e4rung. Er studierte zun\u00e4chst in Jena und Erfurt Philosophie, bevor er sich dem Medizinstudium zuwandte, das er 1688 abschloss. Noch im selben Jahr lie\u00df er sich als Arzt in Wei\u00dfensee (Th\u00fcringen) nieder, bevor er 1693 nach Frankenhausen (Th\u00fcringen, heute: Bad Frankenhausen) weiterzog. 1696 wurde er zum Stadtphysikus von Tennstedt in Th\u00fcringen ernannt. \u2013 In seiner Zeit in Tennstedt konzipierte er eine neuartige Zahnb\u00fcrste, deren Griff aus Holz oder Metall bestand und deren Borsten aus Pferdehaar waren und brachte diese regional in Umlauf.<\/p>\n<p>1712 zog Hellwig nach Erfurt, da er sich dort st\u00e4rker auf seine publizistische T\u00e4tigkeit konzentrieren konnte. Er stellte zahlreiche kompilatorische Werke zusammen und publizierte f\u00fcr ein Publikum, das sowohl aus Fachleuten als auch aus Laien bestand, eine F\u00fclle an Unterrichtswerken zur medizinisch-pharmazeutischen Selbsthilfe, die er zus\u00e4tzlich mit hauswirtschaftlichen Publikationen flankierte. Um auch ein Laienpublikum f\u00fcr seine Schriften zu interessieren ver\u00f6ffentlichte er seine Werke auf Deutsch. <em>\u201eH[ellwig, Anm.] z\u00e4hlt zu den Vertretern der medizinischen Fr\u00fchaufkl\u00e4rung, der sich insbesondere um die Durchsetzung der deutschen Sprache als Medium der Medizin und Naturkunde verdient machte.\u201c<\/em><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Schon in seiner Tennstedter Zeit kam von Hellwig mit den Schriften von Mauritius Knauer (1613-1664) in Ber\u00fchrung. Knauer, der in Wien und Heiligenkreuz ausgebildet worden war, war von 1659 bis 1664 Abt des Zisterzienserklosters Langheim in Oberfranken im Erzbistum Bamberg. Knauer hatte mit seiner Schrift <em>Calendarium Oeconomicum Perpetuum Practicum<\/em> den Grundstein f\u00fcr den sp\u00e4teren Hundertj\u00e4hrigen Kalender gelegt. Dieses <em>Calendarium [\u2026]<\/em> sollte Knauer und seinen M\u00f6nchen dazu dienen das Wetter vorherzusagen um die kl\u00f6sterliche Landwirtschaft zu optimieren. Knauer st\u00fctzte sich dabei auf klassische astrologische Vorstellungen. Von Hellwig ver\u00f6ffentlichte dieses Calendarium erstmals 1700 \u2013 er lie\u00df dabei die lateinischen Passagen einfach weg, verk\u00fcrzte die von Abt Mauritius Knauer f\u00fcr 312 Jahre erstellte Planetentafel auf 100 Jahre (1701-1800) und behauptete das Calendarium sei 100 Jahre alt. 1704 erschien eine weitere Ausgabe und ab 1720 wurde es unter dem Titel <em>Hundertj\u00e4hriger Kalender<\/em> ver\u00f6ffentlicht. Von Hellwig hatte sich intensiv mit medizinischen und astrologischen Schriften befasst \u2013 darunter auch mit Alchimie, also mit der Produktion des Steins der Weisen. 1719 gab er schlie\u00dflich eine Kompilation der ihm bekannten Schriften zur Alchimie und der Produktion des Steins der Weisen heraus:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ubsearch.meduniwien.ac.at\/primo-explore\/fulldisplay?docid=UMW_alma2126667980003344&amp;context=L&amp;vid=UMW&amp;lang=de_DE&amp;search_scope=UMW_all&amp;adaptor=Local%20Search%20Engine&amp;tab=default_tab&amp;query=any,contains,hellwig%20christoph%20fasciculus&amp;sortby=rank&amp;mode=Basic\">Hellwig, Christoph von: Fasciculus Unterschiedlicher alten raren und wahren Philosophischen Schrifften Vom Stein der Weisen, Aus einem alten Lateinischen Manuscripto ins Teutsche \u00fcbersetzet, Nebst einer curiosen Epistel, Von denen Duum Viris Hermeticis F\u0153deratis, und einer Vorrede von einem wunderbaren vermischten uncorrosivischen Menstruo ex Macro- &amp; Microcosmo die Metallen zu solviren, Von Lic. Christoph von Hellwig, Med. Pract. Erff. Leipzig und Bremen: Verlegts Johann Andreas Grimm 1719.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Neuburger_MHartl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-31957\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Neuburger_MHartl.jpg\" alt=\"\" width=\"196\" height=\"66\"><\/a><\/p>\n<p>[Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin\/Neuburger Bibliothek, Sign.: 48935]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/ABB-02_weblog-103_Titelblatt_48935.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-33047\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/ABB-02_weblog-103_Titelblatt_48935.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"668\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/ABB-02_weblog-103_Titelblatt_48935.jpg 400w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/ABB-02_weblog-103_Titelblatt_48935-180x300.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abb. 2&nbsp;&nbsp;&nbsp; Titelblatt: Hellwig: Fasciculus [\u2026]. Leipzig und Bremen: 1719.<\/p>\n<p><em>\u201eDer Stein der Weisen (lat.: Lapis philosophorum) bezeichnet in der Alchemie die zwischen dem 1. und 3. Jahrhundert entwickelte Vorstellung von einem \u201eStein\u201c, Lapis philosophorum, der aus einer Substanz bestehen soll, die unedle Metalle in edle Metalle und vor allem in Gold und Silber verwandeln k\u00f6nne. Der Stein der Weisen stellt aber auch das Prinzip der Transmutation, der Heilung und L\u00e4uterung dar. Bestimmt f\u00fcr den Einsatz gegen vielf\u00e4ltige Mangelzust\u00e4nde und Disharmonien, gilt der Stein, dem auch eine verj\u00fcngende Wirkung zugeschrieben wird, als Allheilmittel von h\u00f6chster Reinheitsstufe und als Symbol f\u00fcr die Umwandlung des niederen in das h\u00f6here Selbst.\u201c<\/em><a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>Sander, Sabine: Hellwig, Christoph (von). In: Enzyklop\u00e4die Medizingeschichte. Hrsg. von Werner E. Grabek u.a. Berlin, New York: Walter de Gruyter 2005. S. 566.<\/p>\n<p>Hellwig, Christoph von, Mediziner, *15.7.1663 K\u00f6lleda (Th\u00fcringen), +27.5.1721 Erfurt. In: Deutsche biographische Enzyklop\u00e4die (DBE). Hrsg. von Walther Killy + und Rudolf Vierhaus. Band 4 Gies-Hessel. M\u00fcnchen u.a.: K. G. Saur 1996. S. 570.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Hellwig, Christoph von, Mediziner, *15.7.1663 K\u00f6lleda (Th\u00fcringen), +27.5.1721 Erfurt. In: Deutsche biographische Enzyklop\u00e4die (DBE). Hrsg. von Walther Killy + und Rudolf Vierhaus. Band 4 Gies-Hessel. M\u00fcnchen u.a.: K. G. Saur 1996. S. 570.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Wikipedia, Stand: 09.04.2019. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stein_der_Weisen\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stein_der_Weisen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?s=%22Aus+den+medizinhistorischen+Best%C3%A4nden+der+Ub+MedUni+Wien%22\">Alle Beitr\u00e4ge der VS-Blog-Serie: Aus den medizinhistorischen Best\u00e4nden der Ub MedUni Wien\u2013&gt;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum 300. 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