{"id":33016,"date":"2019-05-01T11:15:37","date_gmt":"2019-05-01T10:15:37","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=33016"},"modified":"2019-04-08T11:34:58","modified_gmt":"2019-04-08T10:34:58","slug":"gastautor-prof-dr-peter-heilig-neuromagie-und-unfaelle-2-2-2-2-3-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=33016","title":{"rendered":"Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: &#8222;ANIMA&#8220; HERBARUM ET ARBORUM"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/G.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-33020 alignleft\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/G-162x800.jpg\" alt=\"\" height=\"800\" width=\"162\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/G-162x800.jpg 162w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/G-61x300.jpg 61w\" sizes=\"auto, (max-width: 162px) 100vw, 162px\" \/><\/a>Es sind die gleichen ordnenden Kr\u00e4fte, welche die Natur in all ihren Formen gebildet haben und f\u00fcr die Struktur unserer Seele, also auch unseres Denkverm\u00f6gens verantwortlich sind.<br \/>\n<\/em>Werner Heisenberg<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/TannR.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-33023 alignright\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/TannR.jpg\" alt=\"\" height=\"335\" width=\"300\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/TannR.jpg 300w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/TannR-269x300.jpg 269w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Derart ordnende Kr\u00e4fte formen und &#8218;beseelen&#8216; die Welt der Pflanzen. Dryaden aus der Mythologie, Baum-Seelen oder Baumnymphen, genossen gro\u00dfe Verehrung. Kein Baum durfte gef\u00e4llt oder verletzt werden ohne vorherige Anrufung der Baumnymphen. Als &#8218;thaumaturgische Dynamos&#8216;, wundert\u00e4tig-magische Wesen beschworen sie in Tanz-Ritualen uralten Zauber herauf. Die Tiroler Fangga, die Schweizer Fenggen (Fangge, F\u00e4nke, Fanggin), Waldfrauen oder Baumg\u00f6ttinen, die mythische Bregost\u00e0na im Ladinischen, gute Geister aller Natur im Wald, verf\u00fcgen \u00fcber geheimes Wissen und beherrschen Respekt- und Angst-einfl\u00f6\u00dfende Magie.<\/p>\n<p>Charles Darwin* beschrieb als Erster, welch erstaunliche F\u00e4higkeiten die Pflanzen besitzen. Er hielt \u201ePflanzen f\u00fcr die au\u00dfergew\u00f6hnlichsten Lebewesen, die ihm je begegnet seien\u201c. Von Seele, Intelligenz oder Bewusstsein ist &#8211; anthropomorphisierend &#8211; in den Schriften von Wissenschaftlern und Philosophen die Rede. Bereits auf der Stufe von Einzellern f\u00e4llt ein Vergleich (Paramaecium und Euglena z.B.) zu Gunsten der Pflanze aus; ein rudiment\u00e4res Sinnesorgan, Urform des Auges erm\u00f6glicht Phototropie samt optimierter Photosynthese mit nahezu hundertprozentiger Effizienz &#8211; aufgrund quantenphysikalischer Prozesse &#8211; welche auch in den Seh- und Kognitions-Prozessen h\u00f6her differenzierter Augen (Wirbeltiere) eine entscheidende Rolle spielen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/UraltTroll.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-33025 alignright\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/UraltTroll.jpg\" alt=\"\" height=\"254\" width=\"350\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/UraltTroll.jpg 350w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/UraltTroll-300x218.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mit ausgefeilten Strategien arrangieren sich Pflanzen in Symbiosen mit Bakterien, Pilzen und&nbsp; Tieren. Sie gehen soweit Insektenpartner an der Nase herumzuf\u00fchren, mit Mimikri und Mimese, ahmen Formen und Pheromone nach und lassen Tiere listig in Fallen gehen. Erst wenn die Best\u00e4ubung geklappt hat, wird das gefoppte Opfer freigelassen, wie z.B. Drosophila nach einer Nacht im Gef\u00e4ngnis des Aronstabes <em>Arum palaestinum<\/em>. Mit Nektar, Fr\u00fcchten und Attraktivit\u00e4t locken sie, machen abh\u00e4ngig und schrecken nicht einmal vor dem T\u00f6ten von Tieren zur\u00fcck (Nepenthes-Arten, &#8218;Mega-Fleischfresser&#8216;, auch Ratten als Opfer).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Whexe.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-33027\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Whexe.jpg\" alt=\"\" height=\"504\" width=\"400\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Whexe.jpg 400w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Whexe-238x300.jpg 238w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dass Pflanzen, etwa seit dem Neolithikum &#8211;&nbsp; siehe Ackerbau, G\u00e4rten etc., Menschen manipulieren, wird von der <em>Krone der Sch\u00f6pfung<\/em> gerne vergessen. Nicht vergessen wurde jedoch der erste B\u00f6rsencrash in der Weltgeschichte (1632 -1637) und die \u00fcberzogenen Spekulationen, welche die legend\u00e4re &#8218;Tulpenblase&#8216; verursachten. Am H\u00f6hepunkt des <em>&#8218;overtradings&#8216; <\/em>(Smith 1811) kostete eine Tulpenzwiebel bis zu zehntausend Gulden, soviel wie ein respektables B\u00fcrgerhaus im Zentrum Amsterdams. Psychoaktive und toxische Pflanzenwirkungen schrieben Geschichte und f\u00fcllen wissenschaftliche, belletristische und kriminologische Bibliotheken. <em>Rationale Phytotherapie <\/em>ist eine wertvolle St\u00fctze historischer und gegenw\u00e4rtiger Medizin.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/BaumF.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-33028 alignleft\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/BaumF.jpg\" alt=\"\" height=\"491\" width=\"350\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/BaumF.jpg 350w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/BaumF-214x300.jpg 214w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In weiser Voraussicht konzentrieren Pflanzen lebenswichtigen Funktionen nicht in verletzlichen Organen, wie dies im Tierreich der Fall ist. Mehr als neunzig Prozent Verlust (Schnitt, Ernte, Planzenfresser etc.) \u00fcberleben diese <em>Lebewesen<\/em>; bisweilen gehen sie sogar gest\u00e4rkt daraus hervor. Ern\u00e4hrung ohne Gastrointestinaltrakt, Atmung ohne Lungen, Reaktionen auf die Schwerkraft und auf elektromagnetische Felder, Temperatur, Feuchtigkeit, Wind, Chemie, Licht, Schallschwingungen, CO2, O2, Toxine etc. all das ohne ZNS und hochdifferenzierte Sinnesorgane, lokalisiert in Millionen Wurzelspitzen. Diese, im Verband, von den Pflanzen-Neurobiologen als &#8218;Datenverarbeitungszentren&#8216; klassifiziert, k\u00f6nnen kommunizieren und vor Fressfeinden warnen sowie Abst\u00e4nde respektieren (siehe Schwarmverhalten). Sie arbeiten strategisch gezielt, modular in Netzen zusammen, f\u00e4llen Entscheidungen \u2013 auch wenn betr\u00e4chtliche Anteile entfernt werden oder zugrunde gehen \u2013 vergleichbar den Zielvorstellungen der Internet-Gr\u00fcnder (<em>Defense Advanced Research Project Agency, DARPA<\/em>).<\/p>\n<p>&nbsp;* <em>\u201eEs ist kaum eine \u00dcbertreibung, wenn man sagt, dasz die in dieser Weise ausger\u00fcstete Spitze eines W\u00fcrzelchens (&#8218;Kommandozentrale&#8216;), welche das Verm\u00f6gen die Bewegungen der benachbarten Theile zu leiten hat, gleich dem Gehirn eines der niederen Thiere wirkt.\u201c<\/em><br \/>\nC. Darwin: (1880) The Power of Movements in Plants.<\/p>\n<p><em>&#8222;Pflanzen sind intelligente Lebewesen&#8220;<\/em>&nbsp; F Darwin: (1908) Brit. Assoc. for the Adv. of Science.<\/p>\n<p>Diese Aussage l\u00f6ste einen Sturm der Entr\u00fcstung aus. Darwins Sohn Francis lie\u00df sich dadurch nicht davon abhalten diese Thematik zu publizieren (Science 18.9. 1908, 353 &#8211; 362).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/BaumTroll.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-33029\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/BaumTroll.jpg\" alt=\"\" height=\"333\" width=\"350\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/BaumTroll.jpg 350w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/BaumTroll-300x285.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><\/p>\n<p>drys (gr.): Baum, Eiche.<\/p>\n<p>Maeterlink M (2018) Die Intelligenz der Blumen. Westend<\/p>\n<p>Mancuso F, Viola A (2015) Die Intelligenz der Pflanzen. Kunstmann<\/p>\n<p>M Pollan (2001) The Botany of Desire. A Plant&#8217;s Eye View of the World. NY<\/p>\n<p>Lohk\u00e4mper J, Jentschura P (2016) Die Pflanze unsere Lehrmeisterin. Jentschura<\/p>\n<p>Wink M et al (2008) Handbuch der giftigen und psychoaktiven Pflanzen. Wiss.Verl.Ges.<\/p>\n<p>Interest: no<\/p>\n<p>Gender: beyond<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?s=heilig\">Weitere Beitr\u00e4ge&#8211;&gt; <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es sind die gleichen ordnenden Kr\u00e4fte, welche die Natur in all ihren Formen gebildet haben und f\u00fcr die Struktur unserer Seele, also auch unseres Denkverm\u00f6gens verantwortlich sind. Werner Heisenberg Derart ordnende Kr\u00e4fte formen und &#8218;beseelen&#8216; die Welt der Pflanzen. Dryaden aus der Mythologie, Baum-Seelen oder Baumnymphen, genossen gro\u00dfe Verehrung. 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