{"id":31355,"date":"2018-11-07T23:50:36","date_gmt":"2018-11-07T22:50:36","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=31355"},"modified":"2018-11-09T08:57:56","modified_gmt":"2018-11-09T07:57:56","slug":"dr-werner-horvath-atlas-ist-muede-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=31355","title":{"rendered":"Dr. Werner Horvath: Mythologie, Kunst und Medizin &#8211; Pandora und die Seuchen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mythologie, Kunst und Medizin &#8211; Pandora und die Seuchen<\/strong><\/p>\n<p>Pandora ist eine Figur aus der griechischen Mythologie. Auf Anweisung von Zeus wurde sie von Hephaistos aus Lehm als erste Frau geschaffen. Sie war ein Teil der Strafe f\u00fcr die Menschheit wegen des durch Prometheus gestohlenen Feuers. Prometheus\u2019 Bruder Epimetheus heiratete sie gegen dessen Rat.<\/p>\n<p>Zeus wies Pandora an, den Menschen eine B\u00fcchse zu schenken und ihnen mitzuteilen, dass sie unter keinen Umst\u00e4nden ge\u00f6ffnet werden d\u00fcrfe. Doch sogleich nach ihrer Heirat \u00f6ffnete Pandora diese B\u00fcchse. Daraufhin entwichen aus ihr alle Laster und Untugenden, Krankheiten und Seuchen. Zuvor hatte die Menschheit keine \u00dcbel, M\u00fchen oder Krankheiten und auch den Tod nicht gekannt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/pandora.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-31358\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/pandora.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"560\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/pandora.jpg 800w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/pandora-300x210.jpg 300w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/pandora-768x538.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Bild &#8222;Die Seuchen \u2013 Pandora und Epimetheus&#8220;, \u00d6l auf Leinwand, 70 x 100 cm von Werner Horvath, nimmt diese Thematik auf. Aus der ge\u00f6ffneten B\u00fcchse der Pandora entweichen die verschiedenen Krankheitserreger der gro\u00dfen Seuchen und zwar mikrobiologisch richtig dargestellt.<\/p>\n<p>Die Reihenfolge der Seuchen auf dem Bild ist keine zuf\u00e4llige, sondern sie folgt deren chronologisch dokumentiertem &nbsp;Auftreten \u00fcber die Jahrhunderte. Den Erkrankungen der Antike wie &nbsp;&#8222;Attische Seuche&#8220; oder &#8222;Antoninische, Cyprianische und Justinianische Pest&#8220;, ist ein bestimmter Erreger nicht mit Sicherheit zuzuweisen. Aber dass es sich beim sog.&nbsp; &#8222;Schwarzen Tod&#8220;, der 1346 \u2013 1353 in der Alten Welt etwa 25 Millionen Tote forderte, um &nbsp;die Pest gehandelt hat, gilt dagegen als sicher. So ist auch auf dem Bild ganz unten der Erreger der Pest dargestellt, n\u00e4mlich das Bakterium Yersinia pestis.<\/p>\n<p>Es folgt von unten nach oben Treponema pallidum, der Erreger der Syphilis, der um 1500 neu in Europa auftrat und seuchenartig grassierte. 30 Jahre sp\u00e4ter forderten Pockenviren in Mexiko 5 \u2013 8 Millionen Tote und zwar vorwiegend Indianer. Pest und Pocken traten im Lauf der Jahrhunderte immer wieder auf. Um 1813 brach das Fleckfieber in Mainz aus, verursacht durch Rickettsien, die ebenso auf dem Bild dargestellt sind (ca. 30.000 Opfer). Es folgten Cholera (Erreger Vibrio cholerae, ein begei\u00dfeltes Bakterium), Poliomyelitis hervorgerufen durch Viren, und um 1900 dann Typhus in S\u00fcdafrika mit ca. 58000 Betroffenen und&nbsp; 9000 Toten. Auch die &#8222;Spanische Grippe&#8220;, hervorgerufen durch die Virusgruppe Influenza, schlug um 1920 mit bis zu 50 Millionen Toten zu Buche. Seit 1980 ist das HIV-Virus weltweit bekannt und kostete bis 2016 bereits 36 Millionen Menschen durch &#8222;AIDS&#8220; den Tod. Zika-Virus, Ebola und Dengue-Fieber erg\u00e4nzen die Palette. Auch sie sind auf dem Gem\u00e4lde zu sehen.<\/p>\n<p>Auf diese Weise wird durch die stark an die mikrobiologische Realit\u00e4t angelehnte k\u00fcnstlerische Darstellung der Seuchenerreger ein gro\u00dfer Bogen von der griechischen Mythologie bis hin zur modernen Medizin gespannt. Auf die nicht minder interessante&nbsp; Geschichte des Titanen Epimetheus, der im Hintergrund dargestellt ist, soll hier nicht n\u00e4her eingegangen werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?s=Werner+Horvath\">Weitere Gastbeitr\u00e4ge von Dr. Werner Horvath&#8211;&gt;<\/a><\/p>\n<p>Aktuelle Ausstellung von Dr. Werner Horvath:<br \/>\nAusstellung des \u00d6sterreichischen \u00c4rztekunstvereines in der Galerie der Eingangshalle des AKH Wien<br \/>\n<strong>STILLLEBEN<\/strong><br \/>\n1090, W\u00e4hringer G\u00fcrtel 18-20&nbsp;<br \/>\n&nbsp;Dauer: 7. bis 30. November<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mythologie, Kunst und Medizin &#8211; Pandora und die Seuchen Pandora ist eine Figur aus der griechischen Mythologie. Auf Anweisung von Zeus wurde sie von Hephaistos aus Lehm als erste Frau geschaffen. Sie war ein Teil der Strafe f\u00fcr die Menschheit wegen des durch Prometheus gestohlenen Feuers. 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