{"id":31332,"date":"2018-10-18T01:07:53","date_gmt":"2018-10-18T00:07:53","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=31332"},"modified":"2024-01-10T13:21:01","modified_gmt":"2024-01-10T12:21:01","slug":"aus-den-medizinhistorischen-bestaenden-der-ub-meduni-wien-77-todesopfer-der-revolution-1848-comfort-richard-dissertatio-inauguralis-medico-pharmagologica-de-guajaco-theses-adnexae-defendentur-3-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=31332","title":{"rendered":"Aus den medizinhistorischen Best\u00e4nden der Ub MedUni Wien [80]: Mona Spiegel-Adolf (Anna Spiegel): Die Globuline. Mit 68 Abbildungen und 300 Tabellen. 1930."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/ubsearch.meduniwien.ac.at\/primo-explore\/fulldisplay?docid=UMW_alma2124094050003344&amp;context=L&amp;vid=UMW&amp;lang=de_DE&amp;search_scope=UMW_all&amp;adaptor=Local%20Search%20Engine&amp;isFrbr=true&amp;tab=default_tab&amp;query=any,contains,anna%20simona%20spiegel,AND&amp;sortby=rank&amp;mode=advanced&amp;offset=0\"><strong>Mona Spiegel-Adolf (Anna Spiegel): Die Globuline. Mit 68 Abbildungen und 300 Tabellen. (= Handbuch der Kolloidwissenschaften in Einzeldarstellungen\/4). Dresden und Leipzig: Verlag von Theodor Steinkopff 1930<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Neuburger_MHartl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-31957\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Neuburger_MHartl.jpg\" alt=\"\" width=\"264\" height=\"88\"><\/a><\/p>\n<p>[Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin\/Neuburger Bibliothek, Sign.: 341\/4]<\/p>\n<p>Text: Harald Albrecht, BA<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ABB-01_Portrait_Spiegel-Adolf-Anna-Simona.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-31333 alignnone\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ABB-01_Portrait_Spiegel-Adolf-Anna-Simona.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"198\"><\/a><\/p>\n<p>Abb. 1&nbsp;&nbsp;&nbsp; Portrait: Mona (Anna Simona) Spiegel-Adolf<\/p>\n<p>Mona (Anna Simona) Spiegel-Adolf (*23.02.1893 Wien, gest. 1983 Chicago\/Illinois) wurde als Tochter des Juristen Jaques Adolf und dessen Frau Hedwig (geb. Spitzer) in Wien geboren. Sie war mit dem \u00f6sterreichischen Neurologen j\u00fcdischer Herkunft Ernst Adolf Spiegel (1895-1985) verheiratet. Nachdem sie 1913 die Matura abgelegt hatte, studierte sie ab dem Wintersemester 1913 an der Wiener Medizinischen Fakult\u00e4t. Sie arbeitete w\u00e4hrend ihrer Studienzeit drei Jahre am Institut f\u00fcr Histologie und Bakteriologie, davon zwei Jahre als Demonstratorin. Auch am Institut f\u00fcr medizinische Chemie arbeitete sie noch w\u00e4hrend ihrer Studienzeit halbt\u00e4gig \u2013 aus dieser Zeit stammt auch ihre erste wissenschaftliche Publikation. Am 23. Dezember 1918 wurde Mona (Anna Simona) Spiegel-Adolf zur Doktorin der gesamten Heilkunde an der Universit\u00e4t Wien promoviert.<\/p>\n<p>Im Anschluss an ihre Promotion arbeitete sie erst bei Richard Paltauf (1858-1924) in der Prosektur der Wiener Rudolfstiftung, danach am Neurologischen Institut bei <a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=21888\">Otto Marburg<\/a> (1874-1948). Parallel dazu absolvierte sie am Institut f\u00fcr Chemie Praktika. Ab 1919 war sie am Universit\u00e4tslaboratorium f\u00fcr physikalisch-chemische Biologie t\u00e4tig, dem sie ab 1923 als unbesoldete Assistentin angeh\u00f6rte. <em>\u201eIn den folgenden Jahren beteiligte sie sich durch Abhaltung von Kursen auch am Unterrichtsbetrieb des Institutes und ab 1927 arbeitete sie auch im Laboratorium f\u00fcr Lichtbiologie und Lichtpathologie unter Hausmann [Walter Hausmann (1877-1938), Anm.] am physiologischen Institut der Universit\u00e4t Wien, um die Anwendungsm\u00f6glichkeiten der physikalischen Chemie und Kolloidchemie auf medizinische Fragestellungen hin zu studieren.\u201c<\/em><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Dar\u00fcber hinaus war sie f\u00fcr zwei Jahre bei Rudolf Kraus (1868-1932) am serotherapeutischen Institut f\u00fcr die Moorkommission des Volksgesundheitsamtes t\u00e4tig. 1930 unternahm sie eine dreimonatige Vortragsreise nach Nordamerika. Zwischen 1917 und 1930 publizierte Mona (Anna Simona) Spiegel-Adolf 43 wissenschaftliche Arbeiten. <em>\u201eDementsprechend eindeutig fiel auch das Votum der letzten Sitzung des Professorenkollegiums auf ihr Ansuchen um Verleihung der Venia legendi hin aus: 22 Ja- standen 2 Nein-Stimmen gegen\u00fcber, so dass sie mit 4 Juli 1931 zum Privatdozenten f\u00fcr angewandte medizinische Chemie mit besonderer Ber\u00fccksichtigung der biologisch-physikalischen Chemie und medizinischen Kolloidchemie ernannt wurde.\u201c<\/em><a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Sie war die zweite Frau, die sich an der Universit\u00e4t Wien im Fach Medizin habilitierte.<\/p>\n<p>1931 wurde Mona (Anna Simona) Spiegel-Adolf als Professorin an die Temple-University in Philadelphia berufen, wo sie das Fach physikalische und Kolloidchemie einrichtete und auch Vorst\u00e4ndin des neu errichteten Instituts wurde. <em>\u201eUm ihre Assistentenstelle in Wien behalten zu k\u00f6nnen, musste sie sich immer wieder von ihren Vorlesungsverpflichtungen beurlauben lassen [\u2026]. Zuletzt suchte sich am 3. September 1936 mit der Begr\u00fcndung an, dass sie in Wien derzeit keine Erwerbsm\u00f6glichkeit s\u00e4he. Sie bot jedoch an, ihrer Vorlesungsverpflichtung in Form von mehrw\u00f6chigen Kursen nachzukommen. Obwohl sich Prof. Pauli [<\/em><em>Wolfgang Pauli<\/em><em> (1869-1955), Anm.] f\u00fcr sie einsetzte mit dem Hinweis, ihre in Amerika gemachten Studien seine von allgemeinem Interesse f\u00fcr die Fakult\u00e4t, wurde ihr Ansuchen abgelehnt.\u201c<\/em><a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Nach dem \u201eAnschluss\u201c 1938 wurde ihr aufgrund ihrer j\u00fcdischen Herkunft ihre Venia legendi \u2013 ihre Lehrbefugnis \u2013 entzogen. Da sie jedoch seit 1934 auch die amerikanische Staatsb\u00fcrgerschaft besa\u00df, blieb sie in den USA und leitete bis 1966 an der Temple-University in Philadelphia das Institut f\u00fcr physikalische und Kolloidchemie. Mona (Anna Simona) Spiegel-Adolf starb 1983 in Chicago.<\/p>\n<p>Im Juni 2010 wurde das neu errichtete <a href=\"https:\/\/www.meduniwien.ac.at\/hp\/anna-spiegel-forschungsgebaeude\/anna-simona-spiegel-adolf-1893-1983\/\">Anna Spiegel Forschungsgeb\u00e4ude<\/a> der Medizinischen Universit\u00e4t Wien nach ihr benannt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Spiegel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-31362\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Spiegel.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"666\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Spiegel.jpg 448w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Spiegel-202x300.jpg 202w\" sizes=\"auto, (max-width: 448px) 100vw, 448px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abb. 2&nbsp;&nbsp;&nbsp; Titelblatt: Spiegel-Adolf: Die Globuline. Dresden [\u2026]: 1930.<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>9915 Spiegel-Adolf, Anna Simona (Mona Spiegel-Adolf). In: Handbuch \u00f6sterreichischer Autorinnen und Autoren j\u00fcdischer Herkunft 18. Bis 20. Jahrhundert. Hrsg: \u00d6sterreichische Nationalbibliothek. Band 3. S-Z. 8923-11742. Register. M\u00fcnchen: K. G. Saur 2002.<\/p>\n<p>Horn, Sonia: Spiegel-Adolf, Anna Simona. In: Wissenschafterinnen in und aus \u00d6sterreich. Leben-Werk-Wirken. Hrsg.: Brigitta Keintzel und Ilse Korotin. Wien, K\u00f6ln und Weimar: B\u00f6hlau Verlag 2002. S. 699-701.<\/p>\n<p>Horn, Sonia und Gabriele Dorffner: \u201e\u2026 m\u00e4nnliches Geschlecht ist f\u00fcr die Habilitation nicht vorgesehen\u201c. Die ersten an der medizinischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Wien habilitierten Frauen. In: T\u00f6chter des Hippokrates. 100 Jahre akademische \u00c4rztinnen in \u00d6sterreich. Hrsg.: Birgit Bolognese-Leuchtenm\u00fcller und Sonia Horn. Wien: Verlag der \u00d6sterreichischen \u00c4rztekammer 2000. S. 117-138.<\/p>\n<p>Spiegel-Adolf, Mona (Anna Simona; 1893-). In: Encyclopedia Judaica. Volume 5. C-DH. Jerusalem: Keter Publishing House Jerusalem Ltd. 1972. S. 397.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Horn, Sonia und Gabriele Dorffner: \u201e\u2026 m\u00e4nnliches Geschlecht ist f\u00fcr die Habilitation nicht vorgesehen\u201c. Die ersten an der medizinischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Wien habilitierten Frauen. In: T\u00f6chter des Hippokrates. 100 Jahre akademische \u00c4rztinnen in \u00d6sterreich. Hrsg.: Birgit Bolognese-Leuchtenm\u00fcller und Sonia Horn. Wien: Verlag der \u00d6sterreichischen \u00c4rztekammer 2000. S. 132.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Horn, Sonia: Spiegel-Adolf, Anna Simona. In: Wissenschafterinnen in und aus \u00d6sterreich. Leben-Werk-Wirken. Hrsg.: Brigitta Keintzel und Ilse Korotin. Wien, K\u00f6ln und Weimar: B\u00f6hlau Verlag 2002. S. 700.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Horn, Sonia: Spiegel-Adolf, Anna Simona. In: Wissenschafterinnen in und aus \u00d6sterreich. Leben-Werk-Wirken. Hrsg.: Brigitta Keintzel und Ilse Korotin. Wien, K\u00f6ln und Weimar: B\u00f6hlau Verlag 2002. S. 700.<\/p>\n<p><strong>Normdaten<\/strong> (Person)<strong>: <b>Spiegel-Adolf, Mona<\/b>:<\/strong> BBL: <a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=31332\">31332<\/a>; GND: <a title=\"https:\/\/d-nb.info\/gnd\/127944494\" href=\"https:\/\/d-nb.info\/gnd\/127944494\">127944494<\/a>;<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?s=%22Aus+den+medizinhistorischen+Best%C3%A4nden+der+Ub+MedUni+Wien%22\">Alle Beitr\u00e4ge der VS-Blog-Serie: Aus den medizinhistorischen Best\u00e4nden der Ub MedUni Wien\u2013&gt;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mona Spiegel-Adolf (Anna Spiegel): Die Globuline. Mit 68 Abbildungen und 300 Tabellen. 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