{"id":30346,"date":"2018-05-24T03:25:24","date_gmt":"2018-05-24T02:25:24","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=30346"},"modified":"2024-07-19T13:21:24","modified_gmt":"2024-07-19T12:21:24","slug":"aus-den-medizinhistorischen-bestaenden-der-ub-meduni-wien-64-jaeger-eduard-von-jaxtthal-ueber-die-behandlung-des-grauen-staares-an-der-ophthalmologischen-klinik-der-josephs-akademie-inaugural-di-2-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=30346","title":{"rendered":"Aus den medizinhistorischen Best\u00e4nden der Ub MedUni Wien [65]: Barach, Adam: Balneologe und Schriftsteller aus Lemberg (Lwiw)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Barach, Adam &#8211; Balneologe und Schriftsteller aus Lemberg (Lwiw)<\/strong><\/p>\n<p>Text: <a href=\"https:\/\/waltermentzel.wordpress.com\/\">Walter Mentzel<\/a><\/p>\n<p>Adam (Ascher) Barach-(Rappaport) wurde am 10. M\u00e4rz 1803 in Lemberg in Galizien geboren. Er war mit Nanette Nina Mina (*zirka 1813, gest. 27.6.1883 Wien) verheiratet, mit der er die beiden S\u00f6hne Dr. Sigmund Barach (1834-1885), Professor der Philosophie und \u00c4sthetik an der Universit\u00e4t Wien und Innsbruck,<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Eugen Barach (*09.09.1836 Lemberg) sowie eine Tochter, Emilie, verheiratete Eywodzoff hatte. Sein Bruder Moritz Barach-M\u00e4rzroth (1818-1888) war ein in Wien lebender Schriftsteller, Journalist und Herausgeber.<\/p>\n<p>Barach studierte an der Universit\u00e4t Wien Medizin und schloss das Studium im Dezember 1831 mit der Promotion zum Doktor der Medizin und der Chirurgie ab.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Danach kehrte er nach Lemberg zur\u00fcck und nahm hier seine berufliche T\u00e4tigkeit als praktischer Arzt und Spitalsleiter auf. Daneben \u00fcbte er lange Jahre die Funktion eines Gemeinderates und ab 1839 als Mitglied des Gemeindevorstandes von Lemberg aus, wo er sich unter anderem f\u00fcr den Ausbau des Schul- und Bildungswesens und der Errichtung von sozialen Einrichtungen wie Waisenh\u00e4usern einsetzte. Weiters engagierte er sich in der israelitischen Kultusgemeinde in Lemberg.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Im September 1847 nahm er den Doppelnamen Barach-Rappaport, den Nachnamen seines ebenfalls in Lemberg lebenden Schwiegervaters und Arztes, Dr. Jacob Rappaport (1775-1855), an.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Barach galt als ein sozial engagierter Arzt, der f\u00fcr ein ethisch-humanistisches Berufsbild der \u00c4rzteschaft warb. In diesem Sinn publizierte er 1847 einen Aufsatz unter dem Titel \u201e\u00dcber das Vertrauen des Publikums zum \u00e4rztlichen Stande\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>. Bekannt wurde er auch als Schriftsteller belletristischer Publikationen, die er u.a. unter dem Pseudonym \u201eBlau\u201c ver\u00f6ffentlichte sowie als Autor in Zeitungen wie der \u201eWiener allgemeinen Theaterzeitung\u201c.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Barach, der sich in den 1840er Jahren der Balneologie zuwandte, ver\u00f6ffentlichte 1842 eine Studie zu den Heilquellen in Iwonicz (heute: Iwonicz-Zdr\u00f3j\/Polen: deutsch Iwonitz-Bad), einer an den n\u00f6rdlichen Abg\u00e4ngen der Karpaten im Kreis Sanok liegenden zirka 1.500 Einwohner z\u00e4hlenden Ortschaft, die seit dem Bestand des Kurbades im Jahr 1838 zunehmend frequentiert wurde und durch die Erweiterung der Infrastruktur und der Errichtung weiterer Badeanstalten expandierte. Barach wurde zu dieser Studie vom Gubernialrat, Landespromedikus in Galizien, Direktor der medizinisch-chirurgischen Lehranstalt in Lemberg und korrespondierendem Mitglied der Gesellschaft der \u00c4rzte in Wien, Dr. Carl Ignaz Stransky, bewogen,<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> und erhielt daf\u00fcr schon 1843 von Kaiser Franz Joseph (1830-1916) die goldene \u201eGelehrten-Medaille\u201c als Auszeichnung.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>Die Arbeit tr\u00e4gt den Titel \u201e<a href=\"https:\/\/ubsearch.meduniwien.ac.at\/primo-explore\/fulldisplay?docid=UMW_alma2141438670003344&amp;context=L&amp;vid=UMW&amp;lang=de_DE&amp;search_scope=UMW_all&amp;adaptor=Local%20Search%20Engine&amp;tab=default_tab&amp;query=any,contains,adam%20barach&amp;offset=0\">Die brom- und jodhaltigen alkalinischen Heilquellen und das Eisen- und Kohlenwasserstoffgas-Wasser zu Iwonicz im K\u00f6nigreich Galizien [\u2026]<\/a>\u201c, und befindet sich an der Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin.<\/p>\n<p>Damit schuf Barach die wissenschaftliche Grundlage zur Aufwertung der Heilquelle und des Kurortes, der nunmehr eine gr\u00f6\u00dfere Publizit\u00e4t und einen europaweiten Bekanntheitsgrad erhielt.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Die Arbeit Barachs enth\u00e4lt einen historisch-topografischen und landeskundlichen Einleitungsteil, in dem er potentielle Kurg\u00e4ste anzusprechen versuchte, w\u00e4hrend der Hauptteil die Ergebnisse der durchgef\u00fchrten physikalisch-chemischen Untersuchungen der Quelle, der darin enthaltenen mineralischen Bestandteile, und die zu erzielenden therapeutischen Wirkungen, behandelt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Barach.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-30351\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Barach.jpg\" alt=\"\" width=\"303\" height=\"529\"><\/a><\/p>\n<p>Titelblatt: Barach: Die brom- und jodhaltigen alkalischen Heilquellen [\u2026]. Lemberg [\u2026]: 1842.<\/p>\n<p>1846 verfasste er eine weitere balneologische Arbeit unter dem Titel: \u201eBemerkungen \u00fcber einige in Heilung der Krankheiten durch Kaltwassergebrauch zu Gr\u00e4fenberg f\u00f6rdernde Heilpotenzen, als Beitrag zur n\u00e4heren Kenntnis und W\u00fcrdigung der Kaltwasserheilanstalt zu Gr\u00e4fenberg. Nach eigenen Beobachtungen und Erfahrungen. Lemberg: Gebhardt und Reisland 1846.\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Aufgrund seines wissenschaftlichen Schaffens wurde er 1855 als Mitglied in das Wiener Doctoren-Collegium der Medizinischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Wien aufgenommen.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Weiters war er seit 1844 Mitglied der Gesellschaft der \u00c4rzte und Naturforscher zu Jassy.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>Adam Barach-Rappaport verstarb am 3. April 1867 in Lemberg an Typhus.<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>AUW, Rektorat, Med. Fakult\u00e4t, Rigorosenprotokoll, 1821-1871, Sign. 170-7r, Barach Adam (Rigorosum Datum 1831).<\/p>\n<p>AUW, Rektorat, Med. Fakult\u00e4t, Promotionsprotokoll 1818-1840, Sign. 175-438, Barach Adam (Promotion Datum 1831).<\/p>\n<p>Literaturliste:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ubsearch.meduniwien.ac.at\/primo-explore\/fulldisplay?docid=UMW_alma2141438670003344&amp;context=L&amp;vid=UMW&amp;lang=de_DE&amp;search_scope=UMW_all&amp;adaptor=Local%20Search%20Engine&amp;tab=default_tab&amp;query=any,contains,adam%20barach&amp;offset=0\">Barach, Adam: Die brom- und jodhaltigen alkalinischen Heilquellen und das Eisen- und Kohlenwasserstoffgas-Wasser in Iwonicz im K\u00f6nigreiche Galizien, mit besonderer Ber\u00fccksichtigung der Heilkr\u00e4fte der einzelnen Bestandtheile der jod- und bromhaltigen Mineralw\u00e4sser und der Wirkungen dieser Heilquellen im Allgemeinen, historisch, topographisch, naturhistorisch und therapeutisch dargestellt. Lemberg, Stanislaw\u00f3w und Tarnow: in Commission bei Joh. Millikowski [1842].<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Neuburger_MHartl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-31957\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Neuburger_MHartl.jpg\" alt=\"\" width=\"131\" height=\"49\"><\/a><\/p>\n<p>[Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin\/Neuburger Bibliothek, Sign.: 47444]<\/p>\n<p>Keywords:<\/p>\n<p>Adam Barach-Rappaport, B\u00e4derliteratur, Balneologie, Carl Ignaz Stransky, Galizien, Heilquelle, Iwonic, Kurort, Arzt, Wien<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Die Presse. 30.6.1883. S. 1.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Medicinische Jahrb\u00fccher des k.k. \u00f6sterreichischen Staates. Hrsg. von Dr. A. J. Freyherrn von Stifft, redigiert von Dr. Joh. Nep. Edlen von Raimann. Wien: Carl Gerold 1833. Bd. 13. S. 324.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Allgemeine Zeitung des Judenthums. Ein unparteiisches Organ f\u00fcr alle j\u00fcdischen Interessen. 26.12.1853. S. 673; Allgemeine Zeitung des Judenthums. Ein unparteiisches Organ f\u00fcr alle j\u00fcdischen Interessen. 12.6.1843. S. 353; Lemberger Zeitung. 9.6.1842. S. 3.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Wiener Zeitung. 25.9.1847. S. 416; Neues-Fremden-Blatt. 7.4.1867. S. 4.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Der Humorist, 2.2.1847. S. 106-108.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Neues-Fremden-Blatt. 7.4.1867. S. 4; Wiener Zeitung. 4.10.1845. S. 7; Got Jerzy. Das \u00f6sterreichische Theater in Lemberg im 18. und 19. Jahrhundert. Aus dem Theaterleben der Vielv\u00f6lkermonarchie (= Theatergeschichte \u00d6sterreichs 10\/4) Wien: 1997. S. 479.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Schematismus der K\u00f6nigreiche Galizien und Lodomerien. F\u00fcr das Jahr 1843. Lemberg: 1843. S. 28.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Wiener Zeitung. 1.3.1843. S. 1; Sonntagsbl\u00e4tter. 5.3.1843. S. 239.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Wiener medizinische Wochenschrift. 1.10.1859. S. 651-654.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Carl Christian Schmidt&#8217;s Jahrb\u00fccher der in- und ausl\u00e4ndischen Gesamten Medicin. Redigiert von Alexander Goeschen. Leipzig: Otto Wigand 1847. Bd. 55. S. 375.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Wiener medizinische Wochenschrift. 6.10.1855. S. 646; 20.10.1855. S. 679.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Vierteljahresschrift f\u00fcr die praktische Heilkunde. 4. Teil. 1844. S. 227.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><\/a><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\"><\/a><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\"><\/a>Normdaten&nbsp;(Person)&nbsp;<strong>Barach,&nbsp;Adam : <\/strong> <a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=30346\">BBL: 30346<\/a>;&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gemeinsame_Normdatei\">GND:<\/a> <a title=\"https:\/\/d-nb.info\/gnd\/1222307839\" href=\"https:\/\/d-nb.info\/gnd\/1222307839\">1222307839<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/ueber-uns\/medizinhistorische-bibliotheken-der-ub-meduni\/highlights-medizinhistorischer-buecher-u-zeitschriften\/bio-bibliografisches-lexikon\/\">Bio-bibliografisches Lexikon (BBL)\/Liste aller Beitr\u00e4ge der VS-Blog-Serie: Aus den medizinhistorischen Best\u00e4nden der Ub MedUni Wien<\/a><\/p>\n<p>Bitte zitieren als VAN SWIETEN BLOG der Universit\u00e4tsbibliothek der Medizinischen Universit\u00e4t Wien, BBL: 30346 (24.05.2018); Letzte Aktualisierung: 2022 05 24<br \/>\nOnline unter der URL: https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=30346<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-28234\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/VanSwietenBlog_MHartl.gif\" alt=\"Van Swieten Blog Logo Margrit Hartl\" width=\"188\" height=\"64\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Barach, Adam &#8211; Balneologe und Schriftsteller aus Lemberg (Lwiw) Text: Walter Mentzel Adam (Ascher) Barach-(Rappaport) wurde am 10. 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