{"id":28690,"date":"2017-11-23T01:51:13","date_gmt":"2017-11-23T00:51:13","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=28690"},"modified":"2024-04-04T10:50:56","modified_gmt":"2024-04-04T09:50:56","slug":"aus-den-medizinhistorischen-bestaenden-der-ub-meduni-wien-48","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=28690","title":{"rendered":"Aus den medizinhistorischen Best\u00e4nden der Ub MedUni Wien [48]: Schnitzler, Johann: Klinischer Atlas der Laryngologie nebst Anleitung zur Diagnose und Therapie der Krankheiten des Kehlkopfes und der Luftr\u00f6hre. 1895"},"content":{"rendered":"<p><strong>Schnitzler, Johann: Klinischer Atlas der Laryngologie nebst Anleitung zur Diagnose und Therapie der Krankheiten des Kehlkopfes und der Luftr\u00f6hre. Mit 186 Abbildungen auf 28 chromolith. Tafeln und 56 Holzschnitten im Texte. Wien und Leipzig: Wilhelm Braum\u00fcller 1895.<\/strong><\/p>\n<p>Text: Harald Albrecht, BA<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/JohannSchnitzler.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-28692\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/JohannSchnitzler.jpg\" alt=\"\" width=\"279\" height=\"442\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/JohannSchnitzler.jpg 279w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/JohannSchnitzler-189x300.jpg 189w\" sizes=\"auto, (max-width: 279px) 100vw, 279px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abb. 1&nbsp;&nbsp;&nbsp; Joahnn Schnitzler<\/p>\n<p>Johann Schnitzler (*10.04.1835 Nagybajom\/Ungarn, gest. 02.05.1893 Wien) gilt als Wegbereiter der modernen Laryngologie. Heute ist er vor allem als Vater des Arztes und Schriftstellers Arthur Schnitzler (1862-1931) bekannt. Er war j\u00fcdischen Glaubens und wuchs in Nagykanizsa\/Gro\u00dfkanizsa (Ungarn) als Sohn eines Tischlermeisters auf, wo er das Untergymnasium besuchte. Ab 1851 wurde er in Pest (Budapest) in einem Obergymnasium unterrichtet. 1855 begann er mit dem Studium der Medizin in Budapest, das er ab 1858 an der Medizinischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Wien fortsetzte und 1860 mit seiner Promotion abschloss. Im Anschluss daran bildete er sich in interner Medizin, zuerst bei <a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=27323\">Joseph Skoda<\/a> (1805-1881) und dann bei Johann von Oppolzer (1808-1871), dessen Zweiter Assistent er 1863 wurde, weiter aus. Auf Anregung von Johann von Oppolzer wandte sich Schnitzler der Laryngologie zu. Er habilitierte sich 1864 f\u00fcr Perkussion und Auskultation sowie f\u00fcr die Krankheiten der Atmungs- und Kreislauforgane. 1878 wurde er zum a.o. Titularprofessor und 1880 zum a.o. Professor an der Universit\u00e4t Wien ernannt. Daneben lehrte er von 1874-1878 Physiologie und Pathologie der Stimme am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde (heute: Universit\u00e4t f\u00fcr Musik und darstellende Kunst Wien).<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/KlinischerAtlas-.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-28694\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/KlinischerAtlas-.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"559\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/KlinischerAtlas-.jpg 360w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/KlinischerAtlas--193x300.jpg 193w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Abb. 2&nbsp;&nbsp;&nbsp; Schnitzler: Klinischer Atlas der Laryngologie [\u2026]. Wien: 1895. Tafel VIII.<\/p>\n<p>1872 geh\u00f6rte Johann Schnitzler zu den Mitbegr\u00fcndern der Allgemeinen Poliklinik Wien. Hier leitete er die laryngologische Abteilung und war ab 1884 \u00e4rztlicher Direktor der Anstalt. Er zeichnete auch f\u00fcr die \u00dcbersiedlung der Allgemeinen Poliklinik 1892 verantwortlich, die damals nach modernsten Prinzipien in einem neu errichteten Geb\u00e4ude nach den Pl\u00e4nen von Andreas Streit (1840-1916) in Wien 9., Mariannengasse 10, eingerichtet wurde. Schnitzler entfaltete in der Poliklinik eine umfangreiche Lehr- und Forschungst\u00e4tigkeit, die dem Kehlkopfspezialisten internationale Anerkennung eintrug. Er verfasste mehr als 150 fachwissenschaftliche Publikationen und war an der Gr\u00fcndung und Herausgabe mehrerer medizinischer Zeitschriften beteiligt. Er wandte als einer der ersten die Inhalationstherapie an, f\u00fchrte die pneumatische Therapie und die Hypnose in der Laryngologie ein, konstruierte einen Respirationsapparat, z\u00e4hlte zu den Pionieren der Galvanokaustik, befasste sich ab 1873 mit den Neurosen des Kehlkopfs und hielt ab 1884 prop\u00e4deutische Vorlesungen \u00fcber Laryngo- und Rhinoskopie. Besonders sein von seinem Schwiegersohn und Assistenten Markus Hajek (1861-1941) mithilfe seines Sohnes Arthur Schnitzler 1895 postum ver\u00f6ffentlichtes Werk <em>\u201eKlinischer Atlas der Laryngologie\u201c<\/em> stellte ein Standardwerk und wichtigen Behelf f\u00fcr das junge Fach dar. \u2013 Markus Hajek war mit Schnitzlers Tochter Gisela (1867-1953) verheiratet. Er habilitierte sich 1897 in Laryngologie, wurde 1919 o. Prof. an der Universit\u00e4t Wien und leitete bis 1933 die Laryngo-rhinologische Universit\u00e4ts-Klinik im AKH. Markus Hajek wurde aufgrund seiner j\u00fcdischen Herkunft 1938 aus \u00d6sterreich vertrieben und starb 1941 in London.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/KlinischerAtlas.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-28693\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/KlinischerAtlas.jpg\" alt=\"\" width=\"339\" height=\"546\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/KlinischerAtlas.jpg 339w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/KlinischerAtlas-186x300.jpg 186w\" sizes=\"auto, (max-width: 339px) 100vw, 339px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abb. 3&nbsp;&nbsp;&nbsp; Schnitzler: Klinischer Atlas der Laryngologie [\u2026]. Wien: 1895. Titelblatt.<\/p>\n<p>Johann Schnitzler war auch in Theaterkreisen ein gefragter Arzt. Adolf von Sonnenthal (1834-1909) sowie Charlotte Wolter (1834-1897) und viele weitere S\u00e4nger der Hofoper konsultierten ihn. Dadurch kam auch sein Sohn Arthur fr\u00fch in Kontakt mit der Theaterwelt. Dieser verwendete Einzelnes aus Johann Schnitzlers Leben als Anregung f\u00fcr sein \u00c4rztedrama <em>\u201eProfessor Bernardi\u201c<\/em> (1912).<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>Schnitzler Johann. In: \u00d6sterreichisches biographisches Lexikon. X. Band Savin\u0161ek Slavko \u2013 Schober Ernst. Hrsg. von der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften 1994. S. 410-411.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Johann Schnitzler. In: Die feierliche Inauguration des Rectors der Wiener Universit\u00e4t f\u00fcr das Studienjahr 1893\/94 am 26. October 1893. Wien: Selbstverlag der k.k. Universit\u00e4t 1893. S. 11-12.<\/p>\n<p>Johann Schnitzler +. In: Wiener klinische Wochenschrift. (6\/19) 1893. S. 357.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?s=%22Aus+den+medizinhistorischen+Best%C3%A4nden+der+Ub+MedUni+Wien%22\">Alle Beitr\u00e4ge der VS-Blog-Serie: Aus den medizinhistorischen Best\u00e4nden der Ub MedUni Wien\u2013&gt;<\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">Van Swieten Blog: MMag. Margrit Hartl<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schnitzler, Johann: Klinischer Atlas der Laryngologie nebst Anleitung zur Diagnose und Therapie der Krankheiten des Kehlkopfes und der Luftr\u00f6hre. Mit 186 Abbildungen auf 28 chromolith. Tafeln und 56 Holzschnitten im Texte. Wien und Leipzig: Wilhelm Braum\u00fcller 1895. 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