{"id":28430,"date":"2017-11-02T07:58:38","date_gmt":"2017-11-02T06:58:38","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=28430"},"modified":"2024-04-04T10:52:31","modified_gmt":"2024-04-04T09:52:31","slug":"aus-den-medizinhistorischen-bestaenden-der-ub-meduni-wien-45-der-steinach-film-wien-berlin-1922","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=28430","title":{"rendered":"Aus den medizinhistorischen Best\u00e4nden der Ub MedUni Wien [45]: Der \u201eSteinach-Film\u201c (Wien-Berlin) 1922"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der \u201eSteinach-Film\u201c (Wien-Berlin) 1922<\/strong><\/p>\n<p>Text: Dr. Walter Mentzel<\/p>\n<p>Der Physiologe und Sexualforscher <a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=28408\">Eugen Steinach<\/a> (*27.01.1861 Hohenems\/Vorarlberg., gest. 14.05.1944 Montreux\/Waadt) besch\u00e4ftigte sich seit den 1890er Jahren mit der Analyse und dem Einsatz von Sexualhormonen und mit Experimenten zur Geschlechtsumwandlung, die er ab 1912 publizierte und damit weltweit \u00f6ffentliches Interesse erregte. Vor allem sorgte er mit seinen \u201eVerj\u00fcngungsoperationen\u201c aber auch mit seinen Thesen zur \u201eBehandlung\u201c der Homosexualit\u00e4t nach dem Ersten Weltkrieg zusehends f\u00fcr Aufsehen, die ihm auch massive Anfeindungen einbrachten. Seit 1912 (bis 1938) arbeitete er als Leiter an der physiologischen Abteilung der 1903 gegr\u00fcndeten \u201eBiologischen Versuchsanstalt\u201c, die sich seit 1914 sich im Besitz der Akademie der Wissenschaften befand, im \u201eVivarium\u201c im Wiener Prater, wo er zur Sexualphysiologie forschte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Steinach.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-28431\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Steinach.jpg\" alt=\"\" width=\"461\" height=\"597\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Steinach.jpg 461w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Steinach-232x300.jpg 232w\" sizes=\"auto, (max-width: 461px) 100vw, 461px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abb. 1&nbsp;&nbsp;&nbsp; Josephinum, Bildersammlung \u2013 Sign.: MUW-FI-IIR-003922-0001<\/p>\n<p>Am H\u00f6hepunkt seiner \u00f6ffentlichen Aufmerksamkeit, als er in seiner Arztpraxis in Wien II. seine umstrittenen Verj\u00fcngungsoperationen betrieb (\u201eSteinach-Operation\u201c), trat im Oktober 1920 die \u00d6sterreichische \u201eFilmhauptstelle\u201c an ihn mit der Absicht heran seine Forschungsarbeiten zu verfilmen. Diese im J\u00e4nner 1919 (offiziell Juni 1919) auf Betreiben der Sozialdemokratischen Partei in der ersten Koalitionsregierung und der Initiative vom Staatskanzler Karl Renner eingerichtete Institution sollte die staatliche Filmproduktion und vor allem wissenschaftliche Lehrfilme f\u00fcr Unterrichtszwecke sowie Filme zur F\u00f6rderung der \u201eVolksbildung und Volkswohlfahrt\u201c im In- und Auslande f\u00f6rdern. Steinach willigte ein und stellte der Filmhauptstelle sein gesamtes Forschungsmaterial sowie sein Forschungsinstitut zur Verf\u00fcgung.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Im Jahr darauf wurde in Kooperation mit der Kulturabteilung der Ufa-Film mit der Herstellung des Filmes begonnen. Bei der f\u00fcnfzehn Monate dauernden Produktion des Filmes wurden die bisher von <a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=28408\">Steinach<\/a> durchgef\u00fchrten Tierexperimente nachgestellt, die zu einer massiven Herausforderung der bislang \u00fcblichen Produktionstechniken in diesem Genre f\u00fchrte. F\u00fcr die Produktion zeichneten jene im deutschsprachigen Raum zu dieser Zeit auf dem Gebiet des wissenschaftlich-medizinischen Films federf\u00fchrenden Filmproduzenten verantwortlich. Die Aufnahmeleitung teilten sich Curt Thomalla (1890-1939) und Nicholas Kaufmann (1892-1970) sowie Leopold Niernberger und Karl Imelski (1887-1938). Curt Thomalla war Drehbuchautor, Neurologe und Sozialmediziner und wesentlich an der Institutionalisierung und Propagierung des wissenschaftlich-medizinischen Lehrfilms in Deutschland beteiligt und wirkte an der Herstellung zahlreicher wissenschaftlicher Lehr- und Vortragsfilme mit. Von 1918 bis 1925 war er Leiter des \u201eMedizinischen Filmarchivs\u201c der Ufa. Er f\u00fchrte im \u201eSteinach-Film\u201c die Regie. Nicholas Kaufmann war Arzt und Regisseur medizinischer Filme, u.a. stellte er 1900 an der Charit\u00e9 in Berlin einen medizinischen Film zur Unterschenkelamputation her, und wurde 1927 zum Leiter der Kulturabteilung der UFA bestellt. Kaufmann ebenso wie Thomalla war sp\u00e4ter im NS-System verstrickt und stand der NS-Ideologie nahe. Karl Imelski war seit 1919 Filmproduzent und Leiter der \u00f6sterreichischen \u201eFilmhauptstelle\u201c und Leopold Niernberger Filmregisseur bei derselben \u2013 er f\u00fchrte bei dem 1922 in Wien produzierten \u201eTuberkulose-Film\u201c und bei dem 1923 entstandenen Film \u201eDas Eink\u00fcchenhaus\u201c die Regie. Das Filmmanuskript erstellten neben <a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=28408\">Eugen Steinach<\/a> und Leopold Niernberger der \u00f6sterreichische Biologe Paul Kammerer (1880-1926), der gemeinsam mit <a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=28408\">Steinach<\/a> an der \u201eBiologischen Versuchsanstalt\u201c arbeitete und sich mit Fragen der Vererbungslehre besch\u00e4ftigte.<\/p>\n<p>Der erste Teil des Filmes besch\u00e4ftigte sich mit den anatomischen und physiologischen Grundlagen der Steinach\u2018schen Theorie, im zweiten Teil wurde mit Zeichnungen und mit Patientenmaterialien die Problem der inneren Sekretion dargestellt, im dritten Teil Versuche der Maskulinisierung und Feminisierung behandelt und im vierten und letzten Teil die Altersbek\u00e4mpfung thematisiert. Der Film wurde \u2013 erstmals in diesem Genre \u2013 in zwei Fassungen hergestellt, einem wissenschaftlichen Lehrfilm und einer popul\u00e4rwissenschaftlichen Fassung.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Drehort war die Biologische Versuchsanstalt der Akademie der Wissenschaften im Wiener Prater.<\/p>\n<p>Die im Film thematisierten Forschungsarbeiten Steinachs finden sich unter anderem in der Zeitschrift \u201eMitteilungen aus der Biologischen Versuchsanstalt der Akademie der Wissenschaft, Physiologische Abteilung\u201c, wo Steinach und Paul Kammerer \u00fcber Jahre ihre Arbeiten publizierten. Darunter:<\/p>\n<p>Steinach, Eugen: Experimentell erzeugte Zwitterbildung beim S\u00e4ugetier. (=Mitteilungen aus der Biologischen Versuchsanstalt der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Physiologische Abteilung, E. Steinach. Nr. 19.) Sonderabdruck aus: Akademischer Anzeiger. Wien: In Kommission bei Alfred H\u00f6lder 1916.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo\/cat\/card.jsp?id=8648703&amp;pos=1&amp;phys=\">http:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo\/cat\/card.jsp?id=8648703&amp;pos=1&amp;phys=#<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Steinach2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-28432\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Steinach2.jpg\" alt=\"\" width=\"281\" height=\"470\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Steinach2.jpg 281w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Steinach2-179x300.jpg 179w\" sizes=\"auto, (max-width: 281px) 100vw, 281px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abb. 2&nbsp;&nbsp;&nbsp; Titelblatt: Steinach: Experimentell erzeugte Zwitterbildung [\u2026]. Wien. 1916.<\/p>\n<p>Weitere zahlreiche wissenschaftliche Aufs\u00e4tze von Eugen Steinach finden sich in der <em>Separata-Bibliothek<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Separata_M.Hartl_.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-26881\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Separata_M.Hartl_.jpg\" alt=\"\" width=\"222\" height=\"72\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo\/cat\/cardsoverview.jsp?id=5221408\">http:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo\/cat\/cardsoverview.jsp?id=5221408<\/a> und in der <em>Neuburger Lesky Bibliothek<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Neub_MHartl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-27100\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Neub_MHartl.jpg\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"72\"><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo\/cat\/cardsoverview.jsp?id=5235626\">http:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo\/cat\/cardsoverview.jsp?id=5235626<\/a> an der Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Ratten3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-28433\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Ratten3.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"408\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Ratten3.jpg 512w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Ratten3-300x239.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abb. 3&nbsp;&nbsp;&nbsp; Steinach, Eugen: Verj\u00fcngung durch experimentelle Neubelebung der alternden Pubert\u00e4tsdr\u00fcsen. Mit 7 Textabbildungen und 9 Tafeln. Berlin: Verlag von Julius Springer 1920. Tafel II.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Neub_MHartl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-27100\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Neub_MHartl.jpg\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"72\"><\/a><\/p>\n<p>[Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin\/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 13854a]<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/search.obvsg.at\/primo_library\/libweb\/action\/search.do?pcAvailabiltyMode=false&amp;ct=facet&amp;dummyChar=%E2%99%A5&amp;fn=search&amp;ct=search&amp;vid=UMW&amp;indx=1&amp;dum=true&amp;vl%2836668552UI1%29=all_items&amp;srt=rank&amp;vl%281UI0%29=contains&amp;vl%28D3442612UI0%29=any&amp;frbr=&amp;tab=default_tab&amp;mode=Basic&amp;scp.scps=scope%3A%28UMW_O_SFX%29%2Cscope%3A%28UMW_O_metalib%29%2Cscope%3A%28UMW_aleph_acc%29%2Cprimo_central_multiple_fe&amp;vl%28freeText0%29=Steinach+Eugen+Verj%C3%BCngung&amp;submit_button.x=0&amp;submit_button.y=0\">http:\/\/search.obvsg.at\/primo_library\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Ratten4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-28434\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Ratten4.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"408\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Ratten4.jpg 512w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Ratten4-300x239.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abb. 4&nbsp;&nbsp;&nbsp; Steinach, Eugen: Verj\u00fcngung durch experimentelle Neubelebung der alternden Pubert\u00e4tsdr\u00fcsen. Mit 7 Textabbildungen und 9 Tafeln. Berlin: Verlag von Julius Springer 1920. Tafel V.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Neub_MHartl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-27100\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Neub_MHartl.jpg\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"72\"><\/a><\/p>\n<p>[Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin\/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 13854a]<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/search.obvsg.at\/primo_library\/libweb\/action\/search.do?pcAvailabiltyMode=false&amp;ct=facet&amp;dummyChar=%E2%99%A5&amp;fn=search&amp;ct=search&amp;vid=UMW&amp;indx=1&amp;dum=true&amp;vl%2836668552UI1%29=all_items&amp;srt=rank&amp;vl%281UI0%29=contains&amp;vl%28D3442612UI0%29=any&amp;frbr=&amp;tab=default_tab&amp;mode=Basic&amp;scp.scps=scope%3A%28UMW_O_SFX%29%2Cscope%3A%28UMW_O_metalib%29%2Cscope%3A%28UMW_aleph_acc%29%2Cprimo_central_multiple_fe&amp;vl%28freeText0%29=Steinach+Eugen+Verj%C3%BCngung&amp;submit_button.x=0&amp;submit_button.y=0\">http:\/\/search.obvsg.at\/primo_library\/libweb<\/a><\/p>\n<p><strong>Zensur, Verbot und Hetz-Kampagnen.<\/strong><\/p>\n<p>Nach der Fertigstellung des Films im Jahr 1922 kam er am 13. J\u00e4nner 1923, nachdem die Widerst\u00e4nde der Zensurbeh\u00f6rden gebrochen und der Film zur \u00f6ffentlichen Vorf\u00fchrung freigegeben worden war, im UFA-Filmpalast in Berlin zur Urauff\u00fchrung und in Folge in weiteren St\u00e4dten Deutschlands zur Pr\u00e4sentation. Im Oktober 1923 wurde er in New York und 1924 \u00fcber Vermittlung des \u201eFilmamtes der Internationalen Arbeiterhilfe\u201c in der Sowjetunion gezeigt. Bereits Anfang 1922 hatte Steinach ein Auff\u00fchrungsverbot des Filmes f\u00fcr \u00d6sterreich verf\u00fcgt, nachdem der Film von beh\u00f6rdlicher Seite kritisiert und seine Auff\u00fchrung von den vom konservativen Geist getragenen Zensurbestimmungen bedroht war.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> In Wien durfte der Film nur in einer von der Zensurbeh\u00f6rde gek\u00fcrzten Fassung gezeigt werden. Zeitgleich war Eugen Steinach antisemitischen und homophoben Anfeindungen ausgesetzt. Federf\u00fchrend bei dieser Kampagne waren jene der seit 1920 aus der Christlichsozialen und deutschnationalen Partei gebildeten Regierungskoalition nahestehenden Presse. Ebenso kam es in der Tschechoslowakei (Prag) zu einem Verbot der Vorf\u00fchrung durch die Zensurbeh\u00f6rden.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Der Film in seiner \u201ewissenschaftlichen\u201c Form existiert heute, nachdem er lange als Verschollen galt, in einer d\u00e4nischen Fassung mit d\u00e4nischen Zwischentiteln im <a href=\"http:\/\/filmarchiv.at\">Filmarchiv Austria<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Technische Daten:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Filmtitel: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/>\n<\/strong>Steinachs Forschungen (Forskniger) [d\u00e4nische Fassung mit Untertitel].<\/p>\n<p><strong>Herstellungsorte:<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/>\nBiologische Versuchsanstalt der Akademie der Wissenschaften, Wien (Prater) und Berlin (Ufa).<\/p>\n<p><strong>Auftraggeber: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/>\n<\/strong>\u00d6sterreichische Filmhauptstelle.<\/p>\n<p><strong>Technische Durchf\u00fchrung: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/>\n<\/strong>\u00d6sterreichische Filmhauptstelle (Bundes-Film-Hauptstelle), Ufa-Film.<\/p>\n<p><strong>Ausf\u00fchrende\/Mitwirkende: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/>\n<\/strong>Steinach Eugen, Mitwirkende, Kammerer Paul (Wien), Thomalla Curt (Berlin), Niernberger Leopold (Wien), Kaufmann Nicholas (Berlin).<\/p>\n<p><strong>Herstellungsdatum:<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/>\n1921\/22.<\/p>\n<p><strong>Filml\u00e4nge (Zeit\/L\u00e4nge):<\/strong> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/>\nca. 58 min.\/ca. 2200 m. Popul\u00e4re Fassung: 2124 m<\/p>\n<p><strong>Farbe: &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br \/>\n<\/strong>s\/w.<\/p>\n<p><strong>Stummfilm<\/strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>1924 entstand der Film \u201eSteinach-Operation\u201c, der ohne jegliche Mitwirkung von Steinach in Berlin von der \u201eHumboldt-Film\u201c hergestellt und vom deutschen Arzt und Sexualreformer Ludwig Levy-Lenz (1892-1966) ausgef\u00fchrt wurde.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>Ein Projekt des <a href=\"https:\/\/verein-netzwerk-historiker.blogspot.co.at\/p\/der-medizinische-film-in-osterreich.html\">Vereins \u201eNetzwerk-Arge freiberuflicher HistorikerInen\u201c <\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 29.10.1920, S. 5.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Kino-Journal, 7.10.1922, S. 14.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Neues Wiener Tagblatt, Tages-Ausgabe, 21.4.1922, S. 12.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Prager Tagblatt, 23.3.1923, S. 6.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Neue Freie Presse, 26.2.1924, S. 16.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?s=%22Aus+den+medizinhistorischen+Best%C3%A4nden+der+Ub+MedUni+Wien%22\">Alle Beitr\u00e4ge der VS-Blog-Serie: Aus den medizinhistorischen Best\u00e4nden der Ub MedUni Wien\u2013&gt;<\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: white;\">Van Swieten Blog: MMag. Margrit Hartl<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der \u201eSteinach-Film\u201c (Wien-Berlin) 1922 Text: Dr. Walter Mentzel Der Physiologe und Sexualforscher Eugen Steinach (*27.01.1861 Hohenems\/Vorarlberg., gest. 14.05.1944 Montreux\/Waadt) besch\u00e4ftigte sich seit den 1890er Jahren mit der Analyse und dem Einsatz von Sexualhormonen und mit Experimenten zur Geschlechtsumwandlung, die er ab 1912 publizierte und damit weltweit \u00f6ffentliches Interesse erregte. 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