{"id":27219,"date":"2017-02-16T01:33:38","date_gmt":"2017-02-16T00:33:38","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=27219"},"modified":"2019-09-18T09:07:36","modified_gmt":"2019-09-18T08:07:36","slug":"aus-den-medizinhistorischen-bestaenden-der-ub-meduni-wien-16-boehler-lorenz-technik-der-knochenbruchbehandlung-mit-234-abbildungen-wien-verlag-von-wilhelm-maudrich-1929","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=27219","title":{"rendered":"Aus den medizinhistorischen Best\u00e4nden der Ub MedUni Wien [16]: B\u00f6hler, Lorenz: Technik der Knochenbruchbehandlung. 1929."},"content":{"rendered":"<p><strong>B\u00f6hler, Lorenz: Technik der Knochenbruchbehandlung. Mit 234 Abbildungen. Wien: Verlag von Wilhelm Maudrich 1929.<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Neuburger_MHartl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-31957\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Neuburger_MHartl.jpg\" alt=\"\" width=\"257\" height=\"86\"><\/a><\/strong><\/p>\n<p>[Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin\/Neuburger Bibliothek, Sign.: 42401]<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/search.obvsg.at\/primo_library\/libweb\/action\/search.do?fn=search&amp;ct=search&amp;initialSearch=true&amp;mode=Advanced&amp;tab=default_tab&amp;indx=1&amp;dum=true&amp;srt=rank&amp;vid=UMW&amp;frbg=&amp;tb=t&amp;vl%28479956744UI0%29=lsr14&amp;vl%28479956744UI0%29=title&amp;vl%28479956744UI0%29=any&amp;vl%281UIStartWith0%29=contains&amp;vl%28freeText0%29=42401&amp;vl%28boolOperator0%29=AND&amp;vl%28479956745UI1%29=any&amp;vl%28479956745UI1%29=title&amp;vl%28479956745UI1%29=any&amp;vl%281UIStartWith1%29=contains&amp;vl%28freeText1%29=&amp;vl%28boolOperator1%29=AND&amp;vl%28479956799UI2%29=any&amp;vl%28479956799UI2%29=title&amp;vl%28479956799UI2%29=any&amp;vl%281UIStartWith2%29=contains&amp;vl%28freeText2%29=&amp;vl%28boolOperator2%29=AND&amp;vl%28479956853UI3%29=all_items&amp;vl%28479957012UI4%29=all_items&amp;vl%28D479684913UI5%29=all_items&amp;scp.scps=scope%3A%28ACC_acc05_M900%29%2Cscope%3A%28UMW_aleph_acc%29%2Cscope%3A%28UMW_O_SFX%29&amp;Submit=%C2%A0\">http:\/\/search.obvsg.at\/primo_library<br \/>\n<\/a><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-27222 alignnone\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/ExLib.jpg\" alt=\"ExLib\" width=\"486\" height=\"362\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/ExLib.jpg 486w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/ExLib-300x223.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 486px) 100vw, 486px\" \/><\/p>\n<p>Abb. 1&nbsp;&nbsp;&nbsp; Exlibris Lorenz B\u00f6hler<\/p>\n<p><em>\u201eDas Wichtigste bei der Behandlung eines Verletzten mit einem Knochenbruch ist, das Leben zu erhalten, dann folgt die Erhaltung des Gliedes, und wenn beides gelungen ist, mu\u00df man trachten, in m\u00f6glichst kurzer Zeit die volle Gebrauchsf\u00e4higkeit des Gliedes wieder herzustellen.\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><strong>[1]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-27223 alignnone\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Titelblatt.jpg\" alt=\"Titelblatt\" width=\"350\" height=\"506\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Titelblatt.jpg 350w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Titelblatt-208x300.jpg 208w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><br \/>\nAbb. 2&nbsp;&nbsp; Titelblatt: B\u00f6hler, Lorenz: Technik der Knochenbruchbehandlung. Mit 234 Abbildungen. Wien: Verlag von Wilhelm Maudrich 1929.<\/p>\n<p><strong>Lorenz B\u00f6hlers <em>Technik der Knochenbruchbehandlung<\/em> in der Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin<\/strong><\/p>\n<p>Lorenz B\u00f6hlers Hauptwerk ist unbestritten die <em>\u201eTechnik der Knochenbruchbehandlung\u201c<\/em>. Das Werk wurde zwischen 1929 und 1963 insgesamt 13 Mal aufgelegt und in acht Sprachen \u00fcbersetzt. Es hatte urspr\u00fcnglich 176 Seiten mit 234 Abbildungen. Der letzte Nachdruck des im Laufe der Zeit auf drei B\u00e4nde angewachsenen Standardwerks aus dem Jahre 1996 hat 2.483 Seiten und etwa 4.800 Abbildungen. Die Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin besitzt eine Erstausgabe aus dem Jahr 1929 aus dem Privatbesitz von Lorenz B\u00f6hler. Es wurde im M\u00e4rz 1967 pers\u00f6nlich von B\u00f6hler als Geschenk \u00fcberreicht. Der Band tr\u00e4gt neben B\u00f6hlers Stempel sein wundersch\u00f6nes privates Exlibris. Es handelt sich hierbei um jenes Exemplar, das Lorenz B\u00f6hlers Notizen, Anmerkungen, \u00c4nderungen und Erweiterungen f\u00fcr die zweite Auflage von 1930 enth\u00e4lt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-27224 alignnone\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Boehler.jpg\" alt=\"Boehler\" width=\"342\" height=\"483\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Boehler.jpg 342w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Boehler-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 342px) 100vw, 342px\" \/><\/p>\n<p>Abb. 3&nbsp;&nbsp;&nbsp; B\u00f6hler, Lorenz: Technik der Knochenbruchbehandlung. Mit 234 Abbildungen. Wien: Verlag von Wilhelm Maudrich 1929. S. 120.<\/p>\n<p><strong>Lorenz B\u00f6hler<\/strong><\/p>\n<p>Lorenz B\u00f6hler (15.01.1885 Wolfurt\/Vorarlberg, gest. 20.01.1973 Wien) gilt neben Ludwig Rehn (1849-1930), Martin Kirschner (1879-1942), Heinrich B\u00fcrkle de la Camp (1895-1974) und Gerhard K\u00fcntscher (1900-1972) als einer der Wegbereiter der modernen Unfallchirurgie. Er stammte aus einer Handwerkerfamilie und studierte ab 1905 Medizin an der Universit\u00e4t Wien wo er 1911 zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert wurde. Schon vor dem ersten Weltkrieg besch\u00e4ftigte sich B\u00f6hler intensiv mit den Methoden der operativen Knochenbruchbehandlung als er auf einer Studienreise in Chicago und an der Mayo Clinic in Rochester\/Minnesota weilte. W\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges stand er einem Lazarett in Bozen, einer <em>Spezialabteilung f\u00fcr Knochenschussbr\u00fcche und Gelenksch\u00fcsse<\/em>, vor. Ein Augenzeuge aus dieser Zeit berichtete: <em>\u201eIch erlebte hier die gro\u00dfartige, imponierende Systematik der Arbeit dieses Mannes, die, wie ich mit der Zeit erfuhr, sein ganzes wissenschaftliches Wirken bestimmte. Da lagen in einem Saal die Oberarmbr\u00fcche, im anderen die Unterarmbr\u00fcche, im dritten die Schenkelhalsfrakturen, im n\u00e4chsten die Oberschenkelschu\u00dfbr\u00fcche, in einem anderen die Unterschenkelfrakturen. Am Galgen liefen die Z\u00fcge zur Einrichtung der verschobenen Knochenbr\u00fcche \u00fcber Rollen. Es war die Ordnung um der Sache willen. Mit Farbstift war auf jedem Gipsverband die Art des Bruches aufgezeichnet, ferner die Daten vom Anfang der Behandlung mit Gipswechseln oder Eingriffen, kurz alles, was zur schellen Orientierung Wissenswertes n\u00f6tig schien. Auf den sinnvollen Prinzipien des Zuges und Druckes der Ruhigstellung beruhte die Scheinbar so einfache Behandlung.\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><strong>[2]<\/strong><\/a><\/em> Alles wurde spezialisiert und genormt, genau dokumentiert und f\u00fcr sp\u00e4tere Analysen statistisch erfasst.<\/p>\n<p>Ab 1919 trat Lorenz B\u00f6hler mit der Allgemeinen Unfallversicherung (AUVA) in Wien in Kontakt. Er versuchte den Vorstand mit Hilfe seiner Bozener Statistiken von einer spezialisierten Behandlung in einem eigenen Unfallkrankenhaus zu \u00fcberzeugen und versprach durch seine planm\u00e4\u00dfige Behandlung der Frischverletzten die Zahl und H\u00f6he der vorr\u00fcbergehenden und der Dauerrenten der Wiener AUVA um 50%-70% senken zu k\u00f6nnen. Schlie\u00dflich er\u00f6ffnete die AUVA 1925 in Wien 20, Webergasse 2-6, ihr erstes Unfallkrankenhaus mit Lorenz B\u00f6hler als \u00c4rztlichem Direktor. Am 29. M\u00e4rz 1930 habilitierte er sich f\u00fcr das Fach Chirurgie an der Medizinischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Wien und 1936 wurde ihm der Titel eines a.o. Universit\u00e4tsprofessors verliehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-27225 alignnone\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Boehler2.jpg\" alt=\"Boehler2\" width=\"450\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Boehler2.jpg 450w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Boehler2-300x236.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/p>\n<p>Abb. 4&nbsp;&nbsp;&nbsp; Illustrierte Kronen-Zeitung. 19. J\u00e4nner 1926. Nr.9337. S. 3.<\/p>\n<p>Lorenz B\u00f6hler war seit M\u00e4rz 1934 Mitglied der <em>Vaterl\u00e4ndischen Front<\/em>, der Einheitspartei des austrofaschistischen St\u00e4ndestaates. Bereits im Februar 1938 wurde er Mitglied der NSDAP, sp\u00e4ter noch der <em>Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt<\/em>, des <em>Reichsluftschutzbundes<\/em>, des <em>Nationalsozialistischen Deutschen \u00c4rztebundes<\/em> und schon ab Juni 1938 war er f\u00f6rderndes Mitglied der SS. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges war er haupts\u00e4chlich Oberfeldarzt im Reservelazarett XIa (Rudolfstiftung, 1030 Wien). Nach 1945 verlor B\u00f6hler seine Lehrbefugnis an der Universit\u00e4t Wien, erhielt diese jedoch 1947 durch den pers\u00f6nlichen Einsatz von Karl Renner (1870-1950) und anderer wieder zur\u00fcck. 1954 wurde ihm der Titel eines o. Universit\u00e4tsprofessors durch den Bundespr\u00e4sidenten verliehen. Er leitete das Unfallkrankenhaus bis zu seiner Pensionierung 1963. Lorenz B\u00f6hler war 1957 als Bundespr\u00e4sidentschaftskandidat der FP\u00d6 im Gespr\u00e4ch und hatte bereits zugesagt, als er kurz danach durch den nun gemeinsamen Kandidaten von \u00d6VP und FP\u00d6, Wolfgang Denk (1882-1970), ebenfalls Chirurg, ersetzt wurde. Denk verlor die Wahl gegen Adolf Sch\u00e4rf (1890-1965), den Kandidaten der SP\u00d6.<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>Lehne, Inge: Lorenz B\u00f6hler. Die Geschichte eines Erfolges. Maudrich: Wien u.a. 1991.<\/p>\n<p>Wyklicky, Helmut: Lorenz B\u00f6hler zum 100. Geburtstag. Sonderdruck aus: Unfallchirurgie (11) 1985\/Nr. 3. S. 103-106.<\/p>\n<p>Skopec, Manfred: Begr\u00fcnder der Unfallchirurgie. Lorenz B\u00f6hlers neue Prinzipien. In: Das gr\u00f6\u00dfere \u00d6sterreichbuch. Geistiges und soziales Leben von 1880 bis zur Gegenwart. Hrsg. von Kristian Sotriffer. Wien: Edition Tusch 1982. S. 292-295.<\/p>\n<p>Text: Harald Albrecht<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> B\u00f6hler, Lorenz: Technik der Knochenbruchbehandlungen. Mit 234 Abbildungen. Wien: Verlag von Wilhelm Maudrich 1929. S. 1.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Skopec, Manfred: Begr\u00fcnder der Unfallchirurgie. Lorenz B\u00f6hlers neue Prinzipien. In: Das gr\u00f6\u00dfere \u00d6sterreichbuch. Geistiges und soziales Leben von 1880 bis zur Gegenwart. Hrsg. von Kristian Sotriffer. Wien: Edition Tusch 1982. S. 294.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?s=%22Aus+den+medizinhistorischen+Best%C3%A4nden+der+Ub+MedUni+Wien%22\"><u>Alle Beitr\u00e4ge der VS-Blog-Serie: Aus den medizinhistorischen Best\u00e4nden der Ub MedUni Wien\u2013&gt;<\/u><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B\u00f6hler, Lorenz: Technik der Knochenbruchbehandlung. Mit 234 Abbildungen. Wien: Verlag von Wilhelm Maudrich 1929. 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