{"id":23834,"date":"2015-09-17T07:26:08","date_gmt":"2015-09-17T06:26:08","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=23834"},"modified":"2015-09-22T15:22:19","modified_gmt":"2015-09-22T14:22:19","slug":"1-weltkrieg-medizin-25-137-000-kriegsfluechtlinge-aus-galizien-und-der-bukowina-in-wien-24-394-in-der-steiermark-59-863-in-niederoesterreich-das-fluechtlingshilfswerk-anitta-muel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=23834","title":{"rendered":"&#8222;1. Weltkrieg &#038; Medizin&#8220; [25]: 137.000 Kriegsfl\u00fcchtlinge aus Galizien und der Bukowina in Wien, 24.394 in der Steiermark, 59.863 in Nieder\u00f6sterreich \u2013 Das Fl\u00fcchtlingshilfswerk Anitta M\u00fcller und das Kinderwaisenheim Wien-Baumgarten"},"content":{"rendered":"<p><strong>137.000 Kriegsfl\u00fcchtlinge aus Galizien und der Bukowina in Wien, 24.394 in der Steiermark, 59.863 in Nieder\u00f6sterreich \u2013 Das Fl\u00fcchtlingshilfswerk Anitta M\u00fcller und das Kinderwaisenheim Wien-Baumgarten<\/strong><\/p>\n<p>Walter Mentzel<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges war die \u00f6sterreichisch-ungarische Monarchie mit Massenfluchtbewegungen aus den Kriegsgebieten und Grenzregionen im Nordosten (Galizien und die Bukowina) und ab dem Mai 1915 im S\u00fcdwesten (Trentino, G\u00f6rz-Gradisca) konfrontiert. Ein gro\u00dfer Teil dieser Kriegsfl\u00fcchtlinge waren Zwangsevakuierte, die von der k.u.k. Armee ausgewiesen worden waren. Andere fl\u00fcchteten vor den unmittelbaren Kriegseinwirkungen, wegen der Zerst\u00f6rungen der Lebensgrundlagen und vor dem drohenden Hungertod. Zahlreiche Zivilisten wurden Opfer von Vertreibungen, weil sie verd\u00e4chtigt wurden mit dem Feind zu konspirieren, oder weil sie als \u201esanit\u00e4re\u201c Belastung und \u201eunn\u00fctze Esser\u201c definiert wurden. So befanden sich im Sommer 1915 zirka 650.000 registrierte Fl\u00fcchtlinge im den heutigen Bundesl\u00e4ndern Wien, Nieder\u00f6sterreich, Ober\u00f6sterreich und der Steiermark und auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik unter der Obhut der \u201eFl\u00fcchtlingsverwaltung\u201c. Davon lebten zirka 150.000 in Barackenlagern, die, wie in Gm\u00fcnd\/Nieder\u00f6sterreich, Leibnitz\/Steiermark oder Chotzen\/B\u00f6hmen bis zu je 25.000 Menschen beherbergten und w\u00e4hrend des Kriegs zu \u201eFl\u00fcchtlingsst\u00e4dten\u201c ausgebaut wurden. Dar\u00fcber hinaus lebten hunderttausende weiterhin in den Kriegsgebieten als \u201enamenlose\u201c Opfer des Krieges versteckt in W\u00e4ldern, auf freiem Feld oder in v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllten kleinen Gemeinden geduldet und von Abschiebungen bedroht. Insgesamt d\u00fcrfte die Zahl der Vertriebenen weit \u00fcber eine Million Menschen betragen haben. In Wien waren bis Oktober 1914 binnen weniger Wochen 137.000 Fl\u00fcchtlinge angekommen, die zumeist in Elendsquartieren lebten.<\/p>\n<p>Lit: Mentzel Walter, Kriegserfahrungen von Fl\u00fcchtlingen aus dem Nordosten der Monarchie w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges, in: Bachinger Bernahrd\/Dornik Wolfram (Hg.), Jenseits des Sch\u00fctzengrabens. Der Erste Weltkrieg im Osten: Erfahrungen \u2013 Wahrnehmungen \u2013 Kontext, (= Ver\u00f6ffentlichung des Ludwig Boltzmann-Institutes f\u00fcr Kriegsfolgen-Forschung, Sonderband 14), Innsbruck-Wien-Bozen, 2013, S. 359-390.<\/p>\n<p>Link: <a href=\"http:\/\/verein-netzwerk-historiker.blogspot.co.at\/p\/kriegsfluchtlinge-im-ersten-weltkrieg.html\"><u>http:\/\/verein-netzwerk-historiker.blogspot.co.at\/p\/kriegsfluchtlinge-im-ersten-weltkrieg.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>In der Teilbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin befinden sich B\u00fccher zweier AutorInnen, die einen Ausschnitt der Fl\u00fcchtlingsf\u00fcrsorge im Ersten Weltkrieg behandeln: Anitta M\u00fcller und Siegfried Bernfeld.<\/p>\n<p>\u201e<em>T\u00e4tigkeits- und Rechenschafts-Bericht der Wohlfahrtsorganisation der Frau Anitta M\u00fcller f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus Galizien und der Bukowina<\/em>\u201c, Wien 1918.<\/p>\n<p>(Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin, Sign. 24.245)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo_cat\/card.jsp?id=8652677&amp;pos=0&amp;phys\"><u>http:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo_cat\/card.jsp?id=8652677&amp;pos=0&amp;phys<\/u><\/a>=<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-23837\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/01_anitta-m\u00fcller_bericht.jpg\" alt=\"01_anitta-m\u00fcller_bericht\" width=\"350\" height=\"570\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/01_anitta-m\u00fcller_bericht.jpg 350w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/01_anitta-m\u00fcller_bericht-184x300.jpg 184w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><br \/>\nAbb. 1: T\u00e4tigkeits- und Rechenschafts-Bericht der Wohlfahrtsorganisation der Frau Anitta M\u00fcller f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus Galizien und der Bukowina\u201c, Wien 1918.<\/p>\n<p>Anitta M\u00fcller (nach ihrer zweiten Heirat 1921 \u2013 Anitta M\u00fcller-Cohen), geborene Rosenzweig, wurde am 6. Juni 1890 in Wien geboren und war in Wien seit Beginn des Krieges als Sozialarbeiterin und sp\u00e4ter als Politikerin t\u00e4tig. Vor dem Krieg engagierte sie sich im \u201e<em>Allgemeinen \u00d6sterreichischen Frauenverein<\/em>\u201c.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-23838\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/02_anitta-m\u00fcller.jpg\" alt=\"02_anitta-m\u00fcller\" width=\"350\" height=\"542\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/02_anitta-m\u00fcller.jpg 350w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/02_anitta-m\u00fcller-194x300.jpg 194w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><br \/>\nAbbildung 2: Anitta M\u00fcller, aus: Sport und Salon. Illustrierte Zeitschrift f\u00fcr die vornehme Welt, 2.12.1917.<\/p>\n<p>Der Kriegsausbruch bedeutete f\u00fcr sie eine Zensur. Nachdem innerhalb weniger Tage tausende Fl\u00fcchtlinge aus dem Nordosten der Monarchie Wien erreichten, begann sie in der Fl\u00fcchtlingsf\u00fcrsorge t\u00e4tig zu werden und zwar im Zweiten Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt, wo im Herbst 1914 zirka 37.000 j\u00fcdische Kriegsfl\u00fcchtlinge auf engsten Raum lebten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-23839\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/03_frei_fluechtlingsheim_17-hernalser-hauptsra\u00dfe-75.jpg\" alt=\"03_frei_fluechtlingsheim_17-hernalser-hauptsra\u00dfe-75\" width=\"550\" height=\"375\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/03_frei_fluechtlingsheim_17-hernalser-hauptsra\u00dfe-75.jpg 550w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/03_frei_fluechtlingsheim_17-hernalser-hauptsra\u00dfe-75-300x205.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><br \/>\nAbb. 3: Fl\u00fcchtlingsheim, Wien 17., Hernalser Hauptstra\u00dfe 75, aus: Frei Bruno, J\u00fcdisches Elend in Wien, Wien-Berlin 1920.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-23840\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/04_frei_fluechtlinge_brigittenau-karajangasse-15.jpg\" alt=\"04_frei_fluechtlinge_brigittenau-karajangasse-15\" width=\"550\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/04_frei_fluechtlinge_brigittenau-karajangasse-15.jpg 550w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/04_frei_fluechtlinge_brigittenau-karajangasse-15-300x202.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><br \/>\nAbb. 4: Fl\u00fcchtlingsheim, Wien 20., Karajangasse 15, aus: Frei Bruno, J\u00fcdisches Elend in Wien, Wien-Berlin 1920.<\/p>\n<p>Hier schuf sie Anfang 1914 die nach ihr benannte \u201e<em>Wohlfahrtseinrichtung der Frau Anitta M\u00fcller f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus Galizien und der Bukowina<\/em>\u201c aus der zu Kriegsende die \u201e<em>Soziale Hilfsgemeinschaft<\/em>\u201c hervorging, die die Erfahrungen, das Organisationswesen und die erworbenen Kompetenzen aus der Arbeit in der Fl\u00fcchtlingsf\u00fcrsorge in die Sozialarbeit der Nachkriegszeit \u00fcberleiten sollte. Bereits 1917 rief sie dazu das sogenannte \u201eSozialarchiv\u201c ins Leben, in dem die Arbeiten der Fl\u00fcchtlingsf\u00fcrsorge systematisch festgehalten und zur Grundlage k\u00fcnftiger sozialer Reformen gen\u00fctzt werden sollten. Ein Versuch \u2013 wie Anitta M\u00fcller 1918 als Zielvorstellung beschrieb: \u201eDie soziale Hilfsgemeinschaft will die im Krieg geschaffene Wohlfahrtseinrichtung erhalten und ausbauen und neue f\u00fcr alle Bev\u00f6lkerungsschichten errichten.\u201c Leiter dieses Archivs wurde Siegfried Bernfeld.<\/p>\n<p>Nach dem Krieg schuf sie dar\u00fcber hinaus die \u201e<em>Zentralstelle zur Versorgung j\u00fcdischer Kinder im Ausland<\/em>\u201c, mit der Absicht den in die zerst\u00f6rten Kriegsregionen zur\u00fcckgekehrten Kindern weiterhin Unterst\u00fctzung zukommen zu lassen. Ebenso organisierte sie Erholungsreisen in Europa f\u00fcr zirka 12.000 unterern\u00e4hrte Kinder. 1920 engagierte sie sich zur Rettung und Adoption von Waisenkindern, die als Opfer der Pogrome in der Ukraine v\u00f6llig schutzlos waren.<\/p>\n<p>Die Finanzierung ihrer F\u00fcrsorgeeinrichtungen w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges in Wien erfolgte durch Spendent\u00e4tigkeiten von privater Seite und durch Geldzuweisungen von Banken, Gewerbe und Industrie. Anitta M\u00fcller organisierte die Zuf\u00fchrung der Fl\u00fcchtlinge zur medizinischen Versorgung, Essensausspeisungen, Bekleidungsaktionen, Geldunterst\u00fctzungen, Ferienverschickungen von Kindern und Waisenkinderbetreuung.<\/p>\n<p>In ihren Einrichtungen arbeiteten unentgeltlich Mediziner wie der Primarius Raoul Graf, Julius Wei\u00df (im M\u00fctterheim und Kinderheilst\u00e4tte), Gertrud Bien, Prof. Ludwig Braun (*1867, +1936), Prof. Salomon Ehrmann (*1854, +1926), Dr. Fritz Frankl, Prof. Hans Lorenz (*1873, +1934 und Primarius Leopold Moll (*1877, +1933), der 1915 die Reichsanstalt f\u00fcr M\u00fctter- und S\u00e4uglingsf\u00fcrsorge an der Kinderklinik Glanzing gr\u00fcndete. Weiters Alexander Porges (1879-1968), Dr. Ludwig Riesz (1859-1926), Max Schwamm (*1877) und in der S\u00e4uglingspflege Prof. Marie Diener.<\/p>\n<p>Bereits am 1. September 1914 wurde in der Gro\u00dfen Mohrengasse 5 in Wien II eine W\u00f6chnerinnenf\u00fcrsorgestelle eingerichtet. Kurz darauf folgten am 20.10.1914 die Er\u00f6ffnung des Kinderhortes \u201ePraterspatzen\u201c und am 24.10.1914 die I. Suppen- und Teeanstalt in Wien II Tabortstra\u00dfe 10. Weiters kam es zur Errichtung der Suppen- und Teeanstalt in Wien II Glockengasse 13, der S\u00e4uglingsf\u00fcrsorge in der Gro\u00dfe Mohrengasse 5, eines Mutterheimes in Wien IX Elisabethpromenade 13, einer Arbeiterschule Wien II Taborstra\u00dfe 9 und einer Kinderheilst\u00e4tte in der Gro\u00dfe Mohrengasse 10.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-23843\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/05_anitta-m\u00fcller1.jpg\" alt=\"05_anitta-m\u00fcller\" width=\"550\" height=\"367\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/05_anitta-m\u00fcller1.jpg 550w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/05_anitta-m\u00fcller1-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><br \/>\nAbb. 5: Fl\u00fcchtlingsausspeisung, aus: Das interessante Blatt, 8.6.1917.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-23844\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/06_anitta-m\u00fcller.jpg\" alt=\"06_anitta-m\u00fcller\" width=\"550\" height=\"408\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/06_anitta-m\u00fcller.jpg 550w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/06_anitta-m\u00fcller-300x223.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><br \/>\nAbb. 6: S\u00e4uglingsf\u00fcrsorge, aus: Das interessante Blatt, 28.6.1917.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Krieges arbeitete sie intensiv mit der \u201e<em>Zentralstelle der F\u00fcrsorge f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge der Stadt Wien<\/em>\u201c und nach 1918 mit dem \u201e<em>American Jewish Joint Distribution Committee<\/em>\u201c zusammen. Eine Zusammenfassung ihrer Arbeit in der Fl\u00fcchtlingsf\u00fcrsorge publizierte sie 1925 in der Wiener Morgenzeitung unter dem Titel \u201e<em>Das j\u00fcdische Wien. Soziale Hilfsgemeinschaft Anitta M\u00fcller<\/em>\u201c, 24.12.1925, S. 5.<\/p>\n<p>Link: <a href=\"http:\/\/sammlungen.ub.uni-frankfurt.de\/cm\/periodical\/titleinfo\/2981543\"><u>http:\/\/sammlungen.ub.uni-frankfurt.de\/cm\/periodical\/titleinfo\/2981543<\/u><\/a><\/p>\n<p>In den letzten Kriegsjahren entwickelte sie sich zu einer engagierten Zionistin im Umfeld von Robert Stricker, dem Obmann der \u201e<em>J\u00fcdisch-nationalen Partei<\/em>\u201c und kandidierte im Herbst 1918 f\u00fcr den provisorischen Wiener Gemeinderat, dem sie vom 3. Dezember 1918 bis 5. Mai 1919 als Abgeordnete der Freiheitlich-B\u00fcrgerlichen Partei angeh\u00f6rte. 1919 kandidierte sie bei den ersten Wahlen zum \u00f6sterreichischen Nationalrat.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-23850\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/07_anittamueller.jpg\" alt=\"07_anittamueller\" width=\"650\" height=\"570\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/07_anittamueller.jpg 650w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/07_anittamueller-300x263.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><br \/>\nAbb. 7: Anitta M\u00fcller als Mitglied des Wiener Gemeinderates, aus: \u00d6sterreichs Illustrierte Zeitung, 15.12.1918.<\/p>\n<p>1936 emigrierte Anitta M\u00fcller mit ihrer Familie nach Pal\u00e4stina, wo sie sich ebenfalls der Sozialarbeit widmete, Vorsitzende der religi\u00f6s-zionistischen Misrachi-Frauenbewegung wurde, und sich nach dem \u201eAnschluss\u201c im M\u00e4rz 1938 als Leiterin der \u201e<em>Hitachdut Olej Austria<\/em>\u201c (Verband der Einwanderer aus \u00d6sterreich) um die vor dem Nationalsozialismus gefl\u00fcchteten j\u00fcdischen Fl\u00fcchtlinge annahm. 1948 beteiligte sie am israelischen Unabh\u00e4ngigkeitskampf. M\u00fcller-Cohen starb am 29. Juni 1962 in Tel Aviv. Nach ihr ist das seit 1966 bestehende Anita-M\u00fcller-Cohen Elternheim in Tel Aviv benannt.<\/p>\n<p>Siegfried Bernfeld (*7.5.1892 Lemberg\/Galizien, +2.4.1953 San Francisco\/USA) war ein Reformp\u00e4dagoge, Psychoanalytiker und Mitbegr\u00fcnder der modernen Jugendforschung und der Psychoanalytischen P\u00e4dagogik. Er studierte an der Universit\u00e4t Wien Biologie, Zoologie, Geologie, P\u00e4dagogik, Psychologie, Philosophie und Soziologie und promovierte 1915 mit dem Dissertationsthema \u201e<em>\u00dcber den Begriff der Jugend<\/em>\u201c. Im selben Jahr schloss er sich der \u201e<em>Wiener Psychoanalytischen Vereinigung<\/em>\u201c an. Schon vor dem Krieg war Bernfeld aufgrund des wachsenden Antisemitismus in der zionistischen Bewegung, in der j\u00fcdischen Wiener Jugendbewegung und in sozialistischen Organisationen aktiv und war zwischen 1917 und 1921 in leitender Funktion im \u201e<em>Zionistischen Zentralrat f\u00fcr West-\u00d6sterreich<\/em>\u201c t\u00e4tig. Im Sinne des Reformp\u00e4dagogen Gustav Wyneken gr\u00fcndet er in Wien 1912 das \u201e<em>Akademische Comit\u00e9 f\u00fcr Schulreform<\/em>\u201c, das 1914 polizeilich aufgel\u00f6st wurde. Bernfeld trat f\u00fcr die Aufhebung der sozialen Herkunftsunterschiede im Bildungssystem und f\u00fcr eine \u201eklassenlosen Erziehung\u201c in seinen Reformbem\u00fchungen ein.<\/p>\n<p>Bernfelds T\u00e4tigkeit f\u00fcr j\u00fcdische Kriegswaisenkinder:<\/p>\n<p>Zu Kriegsbeginn entschloss Bernfeld sich in der Fl\u00fcchtlingsf\u00fcrsorge der Kriegswaisenpflege zu widmen. Alleine in Wien waren 39% aller Fl\u00fcchtlingskinder Waisen, 9% sogar Vollwaisen. \u00dcber seine Arbeit f\u00fcr Kriegswaisen berichtete er in seinem 1916 erschienenen Aufsatz: \u201e<em>Die Kriegswaisen<\/em>\u201c, in: <em>Der Jude<\/em> (Eine Monatsschrift von Martin Buber und Salman Schocker), 1916\/17, S. 269-271.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-23847\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/08_zentralstellekriegsfluechtlingeWien.jpg\" alt=\"08_zentralstellekriegsfluechtlingeWien\" width=\"550\" height=\"407\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/08_zentralstellekriegsfluechtlingeWien.jpg 550w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/08_zentralstellekriegsfluechtlingeWien-300x222.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><br \/>\nAbb. 8: Kriegsfl\u00fcchtlinge vor der \u201eZentralstelle f\u00fcr Kriegsfl\u00fcchtlinge in Wien\u201c. Archiv der Landespolizeidirektion Wien.<\/p>\n<p>Nach dem Krieg versuchte er eine j\u00fcdische Schulsiedlung zur Erziehung der Kriegswaisenkinder im zionistischen Sinn (landwirtschaftliche und industrielle Ausbildung in Lehrst\u00e4tten zur Vorbereitung auf eine sp\u00e4tere Auswanderung nach Pal\u00e4stina) zu schaffen. Im August 1919 gelang es ihm schlie\u00dflich mit Unterst\u00fctzung des \u201e<em>American Joint Distribution Committee for jewish warshippers<\/em>\u201c \u2013 eine seit 1914 bestehende Hilfsorganisation f\u00fcr die j\u00fcdischen Opfer des Ersten Weltkrieges in Europa \u2013 in Wien XIII das Kinderheim Baumgarten f\u00fcr j\u00fcdische Kriegswaisen im Alter von 6-14 Jahren aufzubauen. Hier versuchte er in einem aus f\u00fcnf Baracken bestehenden, auf dem Gel\u00e4nde des ehemaligen Kriegshospitals gelegenen, Heimes gemeinsam mit seinem ebenfalls in der zionistischen Jugendbewegung engagierten Kollegen und angehenden Psychoanalytiker Willhelm Hoffer (*12.9.1897 Karlsbad\/B\u00f6hmen, +25.10.1967 London) f\u00fcr etwa 240-300 j\u00fcdische Kriegswaisen sein reformp\u00e4dagogisches und psychoanalytisches, den Ans\u00e4tzen von Maria Montessoris, Berthold Ottos und Gustav Wynekens zugrundeliegendes Erziehungsprojekt, umzusetzen. Die hier betreuten Waisenkinder kamen aus Heimen bzw. aus den seit September\/Oktober 1914 in S\u00fcdm\u00e4hren in Gaya, Nikolsburg und Phorlitz bestehenden Fl\u00fcchtlingslagern f\u00fcr Juden aus Galizien, wo w\u00e4hrend des Krieges zirka 10.000 Menschen untergebracht waren. Nachdem 1918 der Gro\u00dfteil dieser Fl\u00fcchtlinge in ihre Heimat abgeschoben wurde, verblieben zirka 1.000 Waisenkinder zur\u00fcck, die nach dem Zerfall der Monarchie aus der Tschechoslowakischen Republik nach Wien gebracht worden waren.<\/p>\n<p>Dieses sozialp\u00e4dagogische und sozialtherapeutische Projekt wurde sp\u00e4ter in der Kibbuzbewegung Pal\u00e4stinas weiterentwickelt, bildete aber auch die Grundlage f\u00fcr sp\u00e4tere Kinder- und Jugendf\u00fcrsorgeeinrichtungen. Zu seinen Mitarbeitern z\u00e4hlten unter anderen die Direktorin des Kindergartens Hella Rosenblum-Reichmann, die P\u00e4dagoginnen Marusha Sch\u00fcck (Lehrerin im Montessori-Kindergarten) und Meli Masarik, weiters der Lehrer und Schriftsteller Heinrich Infeld (*24.3.1901\/Krakau\/Galizien, +1970), die Kinderg\u00e4rtnerin Lore Kahn, die Kunstp\u00e4dagogin Gertrud Hammerschlag (*29.1.1899 Wien, +11.6.1930) sowie die Mathematikerin Hilde Geiringer (28.9.1893 Wien, +22.3.1973 Santa Barbara\/Kalifornien). Bereits im April 1920 musste dieses p\u00e4dagogische Projekt aufgrund finanzieller Schwierigkeiten sowie Differenzen mit den amerikanischen Financiers, die ihre Unterst\u00fctzung einstellten, beendet werden.<\/p>\n<p>In den folgenden Jahren verarbeitete und publizierte Bernfeld seine im Kinderheim-Baumgarten gewonnenen Erfahrungen. Zun\u00e4chst im Aufsatz \u201e<em>Aus einem j\u00fcdischen Kinderheim<\/em>\u201c in der Zeitschrift: \u201e<em>Der Jude<\/em>\u201c, 1920\/21, (S. 309-317) und als Monografie: \u201e<em>Kinderheim Baumgarten: Bericht \u00fcber einen ernsthaften Versuch mit neuer Erziehung<\/em>\u201c, (Berlin: J\u00fcdischer Verlag, 1921)<\/p>\n<p>Link: <a href=\"http:\/\/sammlungen.ub.uni-frankfurt.de\/freimann\/content\/titleinfo\/730308\"><u>http:\/\/sammlungen.ub.uni-frankfurt.de\/freimann\/content\/titleinfo\/730308<\/u><\/a><\/p>\n<p>1922 publizierte er \u201e<em>Vom Gemeinschaftsleben der Jugend<\/em>\u201c und 1924 die Monografie \u201e<em>Vom dichterischen Schaffen der Jugend<\/em>\u201c. 1925 erschien eines seiner Hauptwerke:<\/p>\n<p>\u201e<em>Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung<\/em>\u201c, Leipzig-Wien-Z\u00fcrich.<\/p>\n<p>(Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin, Sign. 57.977)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo_cat\/card.jsp?id=12032797&amp;pos=0&amp;phys\"><u>http:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo_cat\/card.jsp?id=12032797&amp;pos=0&amp;phys<\/u><\/a>=<\/p>\n<p>oder: (Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin\/Bibliothek der Gesellschaft der \u00c4rzte, Sign. I. 22.159).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo_cat\/card.jsp?id=12322353&amp;pos=0&amp;phys\"><u>http:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo_cat\/card.jsp?id=12322353&amp;pos=0&amp;phys<\/u><\/a>=<\/p>\n<p>1921 war Bernfeld kurzfristig Mitarbeiter in Heidelberg bei Martin Bubers (*8.2.1878 Wien, +13.6.1965 Jerusalem\/Israel) Zeitschrift \u201eDer Jude\u201c. Danach schloss er sich wieder in Wien der psychoanalytischen Bewegung Sigmund Freuds (*6.5.1856 Freiberg\/M\u00e4hren, +23.9.1939 London\/England) an und ab 1922 entwickelte er f\u00fcr das Lehrinstitut der \u201eWiener Psychoanalytischen Vereinigung\u201c Kurse, zumal er sich innerhalb der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung f\u00fcr die \u00d6ffnung der psychoanalytischen Ausbildung f\u00fcr Nicht-Mediziner, insbesondere f\u00fcr P\u00e4dagogen, einsetzte. Ende 1925 ging er nach Berlin und arbeitete f\u00fcr die \u201e<em>Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft<\/em>\u201c. Durch den Erfolg seines Buches \u201e<em>Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung<\/em>\u201c galt Bernfeld als Vertreter f\u00fcr die Anwendung der Psychoanalyse auf die P\u00e4dagogik. 1932 kehrte er abermals nach Wien zur\u00fcck und wurde wiederum in der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung aktiv. 1934 verlie\u00df er schlie\u00dflich endg\u00fcltig \u00d6sterreich und emigrierte zun\u00e4chst nach Frankreich und im Jahr 1937 nach San Francisco\/USA, wo er sich 1938 am Aufbau der \u201e<em>Psychoanalytischen Vereinigung<\/em>\u201c beteiligte. Hier widmete er sich vor allem publizistisch den fr\u00fchen Arbeiten Sigmund Freuds. Siegfried Bernfeld starb am 2. April 1953 in San Francisco.<\/p>\n<p>In der Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin finden sich weitere B\u00fccher von Siegfried Bernfeld, darunter:<\/p>\n<p>Bernfeld Siegfried\/Bernfeld Suzanne C\u00e4ssirer, Freud\u2019s early Childhood, in: Bulletin Menninger Clinic, 1944, Vol. 8, Nr. 4.<\/p>\n<p>(Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin, Sign. 32.238)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo_cat\/card.jsp?id=8544674&amp;pos=5&amp;phys\"><u>http:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo_cat\/card.jsp?id=8544674&amp;pos=5&amp;phys<\/u><\/a>=<\/p>\n<p>Bernfeld Siegfried, Freud\u2019s scientific Beginners, in: American Imago, 1949, Vol. 6, Nr. 3.<\/p>\n<p>(Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin, Sign. 32.239)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo_cat\/card.jsp?id=8544673&amp;pos=4&amp;phys\"><u>http:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo_cat\/card.jsp?id=8544673&amp;pos=4&amp;phys<\/u><\/a>=<\/p>\n<p>Bernfeld Siegfried\/Bernfeld Suzanne C\u00e4ssirer, Freud\u2019s first Year in practice 1886-1887, in: Bulletin Menninger Clinic, 1952, Vol. 16, Nr. 2.<\/p>\n<p>(Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin, Sign. 32.237)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo_cat\/card.jsp?id=8544679&amp;pos=10&amp;phys\"><u>http:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo_cat\/card.jsp?id=8544679&amp;pos=10&amp;phys<\/u><\/a>=<\/p>\n<p>Bernfeld Siegfried, Bausteine der Freud-Biographie, Frankfurt am Main 1988<\/p>\n<p>(Zweigbibliothek f\u00fcr Geschichte der Medizin, Sign. 61.679)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo_cat\/card.jsp?id=8544671&amp;pos=2&amp;phys\"><u>http:\/\/webapp.uibk.ac.at\/alo_cat\/card.jsp?id=8544671&amp;pos=2&amp;phys<\/u><\/a>=<\/p>\n<p>Text: Walter Mentzel<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2013<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?cat=1153\">\u201c1. 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