{"id":1490,"date":"2009-04-28T13:34:14","date_gmt":"2009-04-28T12:34:14","guid":{"rendered":"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=1490"},"modified":"2009-04-28T13:34:49","modified_gmt":"2009-04-28T12:34:49","slug":"die-sammlungen-der-muw-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/?p=1490","title":{"rendered":"Die Sammlungen der MUW online"},"content":{"rendered":"<p>Die Sammlungen der medizinischen Universit\u00e4t Wien freuen sich kund zu tun, dass ab sofort die Instrumenten- und die Archivaliensammlung &#8211; sowie die Beschreibungen der Wachsmodelle im Josephinum \u00fcber http:\/\/www.sammlungen-muw.findbuch.net online recherchierbar sind. Im ersten Schritt wurden die Informationen der vorhandenen Karteikarten in diese Datenbank eingebracht. In weiteren Schritten soll eine \u00dcberarbeitung und Tiefenerschlie\u00dfung stattfinden. Dies ist Teil der geplanten Digitalisierung des kulturellen Erbes der medizinischen Universit\u00e4t Wien.<\/p>\n<p>Im Zuge der monatlichen Vorstellungen von Objekten aus den Sammlungen sollen diesmal ein Objekt aus der Instrumentensammlung und eines aus der Bildersammlung pr\u00e4sentiert werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/klistierspritze1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/klistierspritze1.jpg\" alt=\"klistierspritze1\" title=\"klistierspritze1\" width=\"500\" height=\"247\" class=\"alignleft size-full wp-image-1510\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/klistierspritze1.jpg 500w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/klistierspritze1-300x148.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Eine Klistierspritze<\/strong><\/p>\n<p>Ein Klistier war im 18. Jahrhundert eine weit verbreitete Methode zur Vorbeugung und Behandlung verschiedenster Erkrankungen. Klistiere konnten sowohl mittels Spritzen als auch unter Zuhilfenahme von Schweine- oder Rinderblasen verabreicht werden.<\/p>\n<p>Hier dargestellt ist eine besondere Klistierspritze, welche sich durch 3 Charakteristika auszeichnet: der St\u00f6\u00dfel ist schraubenartig gestaltet, wodurch ein zu schnelles Verabreichen des Klistiers unm\u00f6glich gemacht wird. Des Weiteren ist es, wie im rechten Bild dargestellt, m\u00f6glich, ein Winkelst\u00fcck an der Spritze anzubringen, was es dem oder der Erkrankten erm\u00f6glicht, sich das Klistier selbst zu verabreichen.<\/p>\n<p>Ein weiteres interessantes Detail stellt die unten am Endst\u00fcck aus Elfenbein angebrachte Holzscheibe dar, die ein zu tiefes Einf\u00fchren des R\u00f6hrchens verhindert und damit das Verletzungsrisiko reduziert.<\/p>\n<p>Die hier dargestellte Spritze diente prim\u00e4r zur Selbstklistierung, ein Verfahren, das vor allem in Abwesenheit entsprechend geschulter Personen von Autoren des 18. Jahrhunderts empfohlen wurde. In gehobenerem Hause gab es zu diesem Zweck ein eigenes kleines Tischchen, in welche oben dargestellter Apparat eingebaut wurde, um sich jederzeit schnell und umkompliziert ein Klistier setzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>(Bildquelle: Instrumentensammlung der Sammlungen der MUW; Text: Dr.med. Michael Lenko)<br \/>\n_______________________________________________________________________________________<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/venus_9668.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ub-blog.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/venus_9668.jpg\" alt=\"Venus\" title=\"venus_9668\" width=\"500\" height=\"377\" class=\"size-full wp-image-1506\" srcset=\"https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/venus_9668.jpg 500w, https:\/\/ub.meduniwien.ac.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/venus_9668-300x226.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>liegende Venus mit &#8222;Innenleben&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Die wertvolle Sammlung anatomischer und geburtshilflicher Wachsmodelle im Josephinum kam durch Kaiser Josephs II. nach Wien. Begeistert von den Wachsmodellen Felice Fontana\u2019s im \u201eReale Museo di Fisica e Storia Naturale\u201c (\u201eLa Specola\u201c)\u00a0 in Florenz bestellte er f\u00fcr die zuk\u00fcnftige medizinisch-chirurgische Akademie 1192 \u00a0anatomische und geburtshilfliche Wachsmodelle. Unter der Aufsicht des Anatomen Paolo Mascagni wurden von 1784 bis 1788 die Modelle in Florenz hergestellt. Sie sollten einerseits als Anschauungsmaterial f\u00fcr den Unterricht am Josephinum dienen, andererseits waren sie auch f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit bestimmt. Die Wachsmodelle wurden in sieben R\u00e4umen in Vitrinen aus Rosenholz und venezianischem Glas ausgestellt. Zur Erl\u00e4uterung wurden nach dem Einlangen der Wachsmodelle in Wien 1786 Beschreibungen in Italienisch und Deutsch angefertigt und entsprechend zu den Modellen geh\u00e4ngt bzw. in die vorgesehenen Schubladen gelegt. Sie sind zum Gro\u00dfteil auch noch erhalten. Zus\u00e4tzlich gab es eine bildliche\u00a0 Dokumentation durch Aquarelle von jedem Modell, die jeweils dar\u00fcber aufgeh\u00e4ngt waren.<\/p>\n<p>Wie wurde ein Aquarell geschaffen:<\/p>\n<p>Eine Aquarellzeichnung zeigte die Anatomiefigur (in diesem Fall das Wachsmodell) in verkleinertem Ma\u00dfstab von ihrer wichtigsten Ansichtsseite. Zwei Ellipsen\u00a0 wurden rund um die abgebildete Figur gezeichnet, die, in gleichm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden und in aufsteigender Reihenfolge angeordnet, Zahlen enthielten, die von den Textbeschreibungen \u00fcbernommen wurden. Als ein sehr sch\u00f6nes Beispiel eine liegende Venus, die ihr \u201eInnenleben\u201c zeigt.<\/p>\n<p>(Bildquelle: Bildersammlung der MUW; Text: Mag.Dr.phil. Ruth Koblizek; sammlungen@meduniwien.ac.at<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sammlungen der medizinischen Universit\u00e4t Wien freuen sich kund zu tun, dass ab sofort die Instrumenten- und die Archivaliensammlung &#8211; sowie die Beschreibungen der Wachsmodelle im Josephinum \u00fcber http:\/\/www.sammlungen-muw.findbuch.net online recherchierbar sind. Im ersten Schritt wurden die Informationen der vorhandenen Karteikarten in diese Datenbank eingebracht. In weiteren Schritten soll eine \u00dcberarbeitung und Tiefenerschlie\u00dfung stattfinden. 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