Archiv der Kategorie: News1

Hierarchieordnung der Priorität 1 für News

Medizin im Web – aus den USA

Zwei Beispiele mögen verdeutlichen, wie das Web auch gängige Geschäftspraktiken im medizinischen Bereich verändert: FindYourDoc und MedBillManager.

Bei der ersten Anwendung geht es, wie der Name schon sagt, um die Auswahl eines Arztes für eine (mögliche) Behandlung. In der entsprechenden Datenbank sind über 6.600 Spitäler und rund 690.00 ÄrztInnen gelistet. Neben den Namen stehen auch Informationen zu deren Ausbildungen und beruflicher Praxis, zu ihren Spezialgebieten und Standorten. Interaktive Landkarten im Web geben Hilfe zur Anfahrt. Angaben zu den Kosten einer Behandlung werden detailliert aufgeführt. Der Dienst war zur Zeit der Post-Erstellung nicht erreichbar. Link: FindYourDoc

Die zweite Anwendung ist allerdings kostenpflichtig (ca. 25 US$ / Jahr) und bietet eine Übersicht über alle Rechnungen, die im Zusammenhang mit Behandlungen und der Abwicklung mit Versicherungen entstanden sind. Teilweise können auch die Behandlungen „nachgelesen“ werden, womit hier eine „kleine“ Patientenakte entsteht (im Gegensatz zu Diensten wie Google Health oder Microsoft HealthVault). Link: MedBillManager.

GUIDELINES in der Medizin

Am Beispiel der Medizinischen Leitlinien sollen heute Volltextdatenbanken vorgestellt werden.

AWMF

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften stellt wissenschaftlich begründete Leitlinien für Diagnostik und Therapie ins Netz.

LEITLINIEN.de

Unter http://www.leitlinien.de/leitlinie finden Sie eine Zusammenstellung, erstellt vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin, Berlin. Hier werden auch internationale Leitlinien berücksichtigt, Leitlinienanbieter vorgestellt sowie Literatur über Leitlinien zur Verfügung gestellt.

CMA Infobase

Seite canadischer Leitlinien.

NATIONAL GUIDELINE CLEARINGHOUSE

Seite mit Leitlinien aus den USA.

Allen genannten Beispielen haftet der Mangel an, dass sie neben einigen aktuellen auch viele Leitlinien anführen, die zuletzt vor Jahren aktualisiert wurden. Dass dies nicht so sein muß, werde ich exemplarisch in weiteren Blog-Beiträgen besprechen. Trotzdem handelt es sich bei den genannten Seiten um Sammlungen, die von hervorragenden Institutionen zusammengetragen und mit sehr viel Mühe erstellt worden sind. Richtig angewandt bilden Sie eine unschätzbare Quelle an Informationen zu Diagnose und Therapie von Erkrankungen.

Weitere Blog-Beiträge des Autors:

MEDLINE-Perfektionskurs:

Dezember`07: Dipl.-Diss. Coaching

Foto_by_Margrit Hartl

Gecoachtes Searching für MUW-DiplomandInnen/DissertantInnen

Sie sind als MedizinstudentIn bereits weit fortgeschritten und verfassen nun Ihre Diplomarbeit bzw. Ihre Dissertation?
Bisher fanden Sie meist in PubMed, was Sie für Ihre Studienaufgaben gebraucht haben, doch jetzt braucht es eine genaue und umfangreiche Literatursuche?

Wir unterstützen/coachen Sie bei der Auswahl der Datenbanken, dem Erstellen Ihrer Suchanfrage und dem gesamten Prozess der wissenschaftlichen Sammelarbeit:

1x pro Monat, Samstag vormittags (9.30-12.30), stellen wir unser KnowHow auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Literatursuche zur Verfügung!

    · Kleingruppen zu 6 Personen· Persönliche Anmeldung per eMail erforderlich unter Angabe Ihrer Bibliotheks ID-Nr. ($A………..)

 Aktueller Termin:

SA, 15. Dezember 2007

Mag. Brigitte Wildner

brigitte.wildner@meduniwien.ac.at

PDA: Den PocketPC bequem via PC bedienen

Das kostenlose Programm „My Mobiler“ stellt den PocketPC auf ihrem Arbeitsplatz-PC dar
und erlaubt so die bequeme Verwendung und Bedienung ihres PDAs mit Maus und Tastatur
des Windows-Rechners.

So können sie auch Programme, die eigendlich nur am PocketPC laufen (zum Beispiel der Vidal),
auch am großen PC bequem benutzen oder Datein und Texte einfach durch „Drag&Drop“
oder „Paste&Copy“ hin und her übertragen.

Laut Hersteller funktioniert das Programm, eventuell mit Einschränkungen, auch für die Darstellung und Bedienung von SmartPhones mit Windows.

Weiters kann MyMobiler Screen-Shots vom PocketPC in verschiedenen Dateiformaten erstellen.

=> Link zum PDA-Portal der Universitätsbibliothek

[Autor: Helmut.Dollfuss@meduniwien.ac.at]

PATHWAY – Datenbanken

von Dr. Josef König 

Systems biology, eine etwa um das Jahr 2000 entstandene Fachrichtung der Biologie, bemüht sich um ein Verständnis der komplexen Interaktionen in biologischen Systemen. Dabei werden systematisch untersucht: Transcriptom, Proteom, Metabolom, Glycomics, Interactomics, Fluxomics. Der Darstellung der inter- und intrazellularen Signalkaskaden widmen sich PATHWAY-Datenbanken:

Pathway Interaction Database 

In einer Zusammenarbeit zwischen dem NCI (National Cancer Institute) und der NPG (Nature Publishing Group) entstand die frei zugängliche Datenbank Pathway Interaction Database. Sie integriert auch Pathways aus der Datenbank BioCarta (die dort allerdings graphisch ansprechender abgebildet sind).

Zur Anzeige der Pathways im Internet Explorer wird ein SVG (Scaleable Vector Graphics) – Viewer  benötigt, den Sie hier finden.

BioCarta

Die eben erwähnte Firma BioCarta stellt ebenfalls Pathways frei zur Verfügung.

Protein Lounge

Leider nicht frei erhältlich sind die Pathways der Protein Lounge. Diese Quelle bietet die graphisch ansprechendsten Darstellungen der Systembiologie. Unter dem Punkt Bio-Tools findet sich der Pathway Builder, ein Programm, in dem selbst Pathways gestaltet werden können. Dies kann man mit eingeschränkten Möglichkeiten auch direkt auf der Homepage kostenlos ausprobieren. Sollte Sie an dieser, im übrigen nicht allzu teuren Datenbank Interesse haben, wenden Sie sich bitte an die Universitätsbibliothek der MUW.

MEDDB

Eine Zusammenstellung weiterer Pathway-Datenbanken finden Sie auf meiner Datenbankseite www.meddb.info/

Weitere Blog-Beiträge des Autors:

MEDLINE-Perfektionskurs

BMJ BEST TREATMENT: Behandlungsinformationen für ihre PatientInnen

Bis zum 31. 12. 2007 stellt der Verlag BMJ seine Datenbank „Best Treatments“ im Computernetz der MUW als Testzugang zur Verfügung.

Diese Datenbank enthält einfach gehaltene Informationen für Patienten und Patientinnen, bezieht sich aber inhaltlich auf „Clinical Evidence“, eine Datenbank für Evidenzbasierte Medizin des selben Verlages BMJ.

BMJ Best Treatments provides patients with the facts on:

• The causes and symptoms of 180 common conditions
• The benefits and side effects of more than 1,500 treatments
• The risks and benefits of 23 common operations and tests

=> Link zu BMJ Clinical Evidence

=> Link zur „Bedienungsanleitung“ von BMJ Best Treatment (PDF)

[Autor: Helmut.Dollfuss@meduniwien.ac.at]

Gastbeitrag zum Hortus Eystettensis (Hortus Eystettensis 1)

Hortus_Foto_by_Margrit Hartl

von Mag. Gilbert Zinsler

Hortus Eystettensis – botanische Sammelleidenschaft und barocke Pracht

Der Hortus Eystettensis , oder Garten von Eichstätt, zählt seit seiner Erscheinung im Jahre 1613 zu den meistbeachteten illustrierten Pflanzenbüchern. Diese Ausnahmestellung verdankt er nicht nur seinem übergroßen Format (Königs-Folio = 57 x 46 cm), sondern vor allem der faszinierenden Schönheit seiner auf 367 ganzseitigen Kupfertafeln wiedergegeben Abbildungen von 1095 einzelnen Pflanzen. Er zählt zu den imposantesten Werken der europäischen botanischen Literatur, geschaffen aufgrund botanischen Interesses, gärtnerischer Sammelleidenschaft und barockem Repräsentationswillen. Initiator und Auftraggeber dieser bibliophilen Prachtenfaltung war Johann Konrad von Gemmingen (1593/95-1612), Fürstbischof von Eichstätt. Er lies die Willibaldsburg als Bischofssitz, oberhalb der Stadt Eichstätt, im bayrischen Altmühltal zum eleganten Rennaissance-Schloß umbauen. Schon einer seiner Vorgänger im Bischofsamt, Martin von Schaumberg (1560-1590) hatte prächtige Gärten rund um das Schoß anlegen lassen. Fürstbischof Gemmingen lies diesen Garten großzügig erweitern und beauftragte zunächst den berühmten Arzt und Botaniker Joachim Camerarius d.J. (1561-1598) mit der Gartenplanung. Anfang des 17. Jahrhunderts übernimmt diese Position der Nürnberger Apotheker Basilius Besler (1561-1629). Um 1607/08 erhielt Besler darüber hinaus den Auftrag zur Herstellung eines reich bebilderten Kupfertafelwerkes, einem Abbild des Gartens in Buchform, dem „Hortus Eystettensis“ .

Viele der abgebildeten Pflanzen des Buches sind heute in Mitteleuropa weit verbreitet, waren aber zur Entstehungszeit exotisch und selten. Nur etwas mehr als die Hälfte war damals in Deutschland verbreitet, 30 Prozent waren im Mittelmehrraum beheimatet, ein Zehntel stammte aus Asien, ein Fünftel aus Amerika und nur wenige Pflanzen aus Afrika. Wie kam der Fürstbischof im entlegenen Altmühltal nun zu diesen seltenen Pflanzen? Eine wichtige Quelle dürfte der Garten Joachim Camerarius in Nürnberg gewesen sein. Der Arzt und Dekan der des Nürnberger Collegium Medicum Camerarius hatte diesen Garten bereits vom Apotheker Jörg Öllinger, den auch Hieronymus Bock in seinem Kräuterbuch mehrfach als Pflanzenlieferant und Gewährsmann für botanische Informationen nennt, übernommen. Aufgrund der guten Beziehungen zu den wichtigen Botanikern seiner Zeit, insbesondere zu Carolus Clusius, dem Aufseher der kaiserlichen Gärten in Wien, konnte dieser den Garten wohl so attraktiv erweitern, dass er von 1596 vom Fürstbischof Gemmingen den auftraf bekam die Anlage eines neuen Garten zu planen. Auch wenn er die Verwirklichung seiner Pläne nicht mehr erleben durfte, waren seine Pflanzen der Grundstock des nachmals so berühmten Gartens, dem im Prachtwerk des „Hortus Eystttensis“ ein kunsthistorisch glanzvolles und einzigartiges Denkmal gesetzt wurde. Basilius Besler ergänzte diese Pflanzensammlung mittels Lieferungen von Kaufleuten aus den großen niederländischen Handelsstätten.

Ziel dieses Beitrags soll es sein, nicht nur das Buch, sondern Monat für Monat auch ein oder mehrere Pflanzen näher zu beschreiben. Die Abbildungen entstammen dem Exemplar des „Hortus Eystettensis“ aus der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin. Dieser ist eines der Prunktstücke der sogenannten Josephinischen Bibliothek (über 7.500 Werke, ca. 11.500 Bände), die ursprünglich Lehrbibliothek für die von Kaiser Joseph II. begründete und Medicinisch-chirurgische Akademie in dem nach ihm benannten Josephinum eingerichtet worden ist.

Literatur:
Werner Dresendörfer, Vom Kräuterbuch zur Gartenlust. Der Hortus eystettensis zwischen Medizin, Botanik und Hortikultur, In: Die Pflanzenwelt des Hortus Eystettensis, S.73-90, (München, 1998)
Hans-Otto Keunike (Hrsg.), Hortus Eystettensis, Zur Geschichte eines Gartens und eines Buches (Schriften der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg 20), (München, 1989)

BMJ CLINICAL EVIDENCE: Best Evidence for effective healthcare

 

Bis zum 31. 12. 2007 stellt der Verlag BMJ seine Plattform für Evidenzbasierte Medizin im Testzugang für die MUW zur Verfügung.

BMJ Clinical Evidence bietet, ähnlich wie UpToDate oder DynaMed:

• Systematic reviews covering over 3,000 clinical interventions
• 570 clinical questions answered
• Enhanced user interface
• Simple navigation
• Breaking research
• Drug safety alerts
• Links to key practice guidelines
• Single page summaries providing an instant overview

=> Link zu BMJ Clinical Evidence

=> Link zur „Bedienungsanleitung“ von BMJ Clinical Evidence (PDF)

[Autor: Helmut.Dollfuss@meduniwien.ac.at]