Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik OPD-2 : das Manual für Diagnostik und Therapieplanung / entwickelt und hrsg. vom Arbeitskreis zur Operationalisierung Psychodynamischer Diagnostik. - 2., überarb. Aufl. . - Bern : Huber, 2009. - 492 S. Literaturverz. S. 383 - 403. - ISBN 978-3-456-84753-5
Ziel der OPD ist es, zwischen ausschlieálich deskriptiven Systemen und psychodynamischer Diagnostik zu vermitteln. Die OPD basiert auf fnf Achsen. Die letzte stellt den eigentlichen Anschluss an die ICD-10 her.
Die Diagnostik psychischer und psychosomatischer Krankheiten wird derzeit von operationalisierten Diagnosen-Manualen beherrscht, von denen die ICD-10 und das DSM-IV die wichtigsten sind. Psychodynamische Aspekte fielen den rein ph„nomenbezogenen Operationalisierungen zum Opfer. Einer reliablen Diagnosestellung wurde Vorrang gegenber Validit„tsaspekten einger„umt. Der neue operationalisierte psychodynamische Ansatz hat die Form eines multiaxialen Systems. Ziel dabei ist, zwischen ausschlieálich deskriptiven Systemen einerseits und psychodynamischer Diagnostik andererseits zu vermitteln. Die OPD basiert auf den Achsen Krankheitserleben und Behandlungsvoraussetzungen (I), Beziehung (II), Konflikt (III), Struktur (IV) sowie psychische und psychosomatische St”rungen (V). Die Achse V stellt somit den eigentlichen Anschluss an die ICD-10 her. Sie wurde fr psychosomatische Bedrfnisse leicht modifiziert. Ein Erhebungsbogen, der ber das Internet abgerufen werden kann, erleichtert die Anwendung der OPD.
Schwere Persönlichkeitsstörungen : Theorie, Diagnose, Behandlungsstrategien / Otto F. Kernberg. - 6. Aufl. . - Stuttgart : Klett-Cotta, 2000. - 539 S. EST: Severe personality disorders . - Aus dem Amerikan. übers. . - Literaturverz. S. 513 - 527. - ISBN 3-608-95369-8
Schwere Persönlichkeitsstörungen galten für die Psychoanalyse lange Zeit als nicht behandelbar. Es ist Kernbergs Verdienst, nach vielen Irrwegen und Versuchen erfolgversprechende psychotherapeutische Strategien entwickelt zu haben, die er hier vorstellt.
Breiten Raum nimmt die Diskussion der Behandlungsstrategien ein. Hierbei steht die von Kernberg so benannte “expressive Psychotherapie” im Mittelpunkt, die er unter Einbeziehung von Behandlungsfällen darstellt und gleichzeitig gegen die psychoanalytische Standardmethode und die stützende Psychotherapie abgrenzt. Bei bestimmten Patientengruppen, wie etwa Suizidgefährdeten oder Antisozialen, sind besondere Behandlungsstrategien notwendig, die ein geändertes therapeutisches Setting erfordern. Die Behandlung von schweren Persönlichkeitsstörungen macht in vielen Fällen einen stationären Aufenthalt notwendig.
Der letzte Buchabschnitt ist daher der klinischen Behandlung gewidmet. Kernberg entwirft das Modell einer therapeutischen Gemeinschaft, in das alle für den Behandlungsprozeß wichtigen Elemente integriert sind. Die psychotherapeutische Behandlung schwerer Persönlichkeitsstörungen birgt Risiken und Gefahren, die sich aus dem geänderten Umgang mit der Übertragung, der Interpretation und der technischen Neutralität ergeben. Mit der ihm eigenen Systematik und Genauigkeit werden auch diese Schwierigkeiten im Umgang mit den Patienten berücksichtigt.
Stimmen zum Buch
»Es ist unmöglich, Kernbergs Buch in allen Aspekten gerecht zu werden, weil es so ungemein viel Material bringt. Neben einer Beschreibung der narzißtischen Persönlichkeitsstörung gibt es noch einen Teil über besonders schwierige Patienten und Behandlungssituationen wie Pattstellung, Suizidalität, Unfahigkeit zur Abhängigkeit oder paranoide Regression.«
(Psychologie heute)
»Für das Verständnis anderer, die Deutung von Beziehungsproblemen und selbstverständlich auch £Ur literarische Werkdeutungen und Analysen von Autoren-Schicksalen ist die Kenntnis der von Kernberg ausgebreiteten Sachverhalte unabdingbar.«
(Stuttgarter Zeitung)
Psychische Funktionen in Gesundheit und Krankheit : Materialien für das Studium der Humanmedizin ; MCW - Block 20 / Henriette Löffler-Stastka ; Peter Schuster ; Stephan Doering (Hg.). - 8., vollst. überarb. Aufl. . - Wien : Facultas.WUV, 2011. - 344 S. Literaturangaben. - ISBN 978-3-7089-0724-6
Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens : ihr Mass und ihre Form (1920) / Karl Binding ; Alfred Hoche. Mit einer Einf. von Wolfgang Naucke. - Berlin : BWV, Berliner Wiss.-Verl., 2006. - LXXI, 58 S. . - (Juristische Zeitgeschichte : Taschenbücher ; 1) Literaturverz. S. LXIV - LXXI . - ISBN 3-8305-1169-8
“Binding/Hoche, Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens, ihr Maß und ihre Form” ist 1920 im renommierten wissenschaftlichen Verlag Felix Meiner in Leipzig erschienen, in 2. unveränderter Auflage 1922. Karl Binding war Jurist, Alfred Hoche Psychiater. Der Text wird hier nach der Ausgabe von 1920 wieder vorgelegt. Damit soll ein fortwirkender Schlüsseltext der Jurisprudenz und der Psychiatrie des 20. Jahrhunderts leicht zugänglich werden. Genaues Lesen des dichten Textes “Binding/Hoche” belehrt über die Denk- und Handlungsgrundsätze, mit denen Jurisprudenz und Psychiatrie das Sterben und das Töten von Menschen zu verwalten in der Lage sind. Der Text lehrt, mit welch’ einfachen intellektuellen Mitteln das Tötungsverbot eingeschränkt werden kann, und lehrt, wie schwierig es ist, diese Einschränkung wieder rückgängig zu machen.