hinauf scrollen hinunter scrollen Scrollbalken
VAN SWIETEN BLOG
>>BÜCHERBÖRSE: 24.09.2014 von 10-13h im StudentInnenlesesaal
>>DIPL DISS COACHING - NEUER TERMIN: 18.10.2014
>>Datenbank des Monats – Essential Science Indicators (-->Neuer Remote Access)
>>[NEUER REMOTE ACCESS]: Der neue Remote Access (EZproxy) löst den alten externen Zugang (HAN) ab.
>>"1. Weltkrieg & Medizin": Abtransport der Verwundeten ins Hinterland – Weichselflottille [8]
>>Mag. Ursula Ulrych: Praktikum an der UB MedUni Wien
>>Gastautor: Prof. Dr. Peter Heilig: Paedagogik
>>UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK der MEDIZINISCHEN UNIVERSITÄT WIEN erneut nach ISO 9001 ZERTIFIZIERT!
Link zur Homepage der MedUni Wien
Startseite
Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien
Organisation
StudentInnen
WissenschaftlerInnen
Allgemeine BenutzerInnen
Quicklinks
Provenienzforschung Klicken Sie hier um die Schrift zu vergrößern Klicken Sie hier um die Schrift zu vergrößern Klicken Sie hier um die Schrift zu vergrößßern
Seite drucken senkrechter Strich Schriftgroesse aendern

Info

PROVENIENZFORSCHUNG AN DER UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK DER MEDIZINISCHEN UNIVERSITÄT WIEN

I. Projektgrundlagen
II. Das Projekt und die bisherigen Projektergebnisse
III. Restitutionsfälle und Restitutionsdossier
IV. Durchgeführte Restitutionen

I. Projektgrundlagen:

Während des nationalsozialistischen Regimes, besonders aber während der Zeit des Zweiten Weltkrieges, wurden Kulturgüter aller Art enteignet, geraubt, durch Zwang veräußert, verschleppt, umverteilt und damit unrechtmäßig angeeignet. Akteure und Profiteure dieses Raubes waren auch Bibliotheken.

Die Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien startete im Mai 2007 ein Provenienzforschungsprojekt, um ihre Bibliotheksbestände systematisch nach bedenklichen Erwerbungen zu untersuchen, sie zu erfassen und deren frühere Besitzverhältnisse zu rekonstruieren. Ziel ist es, damit die Grundlage für die Restitution an die rechtmäßigen Besitzer bzw. deren Erben oder Rechtsnachfolger vorzubereiten.

Neben der Überprüfung und Feststellung der nach 1938 unrechtmäßig erworbenen Buchbestände wird die Frage der Form der Erwerbungspolitik bzw. der Nutznießerrolle, sowie der aktiven oder passiven Involvierung von Klinik- und Institutsbibliotheken und der Akteure in den medizinisch-bibliothekarischen Organisationsstrukturen im NS-Raubsystem im Mittelpunkt des Projektes stehen.

Das Projekt folgt den entsprechenden rechtlichen Grundlagen, Richtlinien und Vorgaben, wie sie in den „Washingtoner Prinzipien“ und im österreichischen Kunstrückgabegesetz 1998 formuliert wurden.


II. Das Projekt und die bisherigen Projektergebnisse:


Im Frühjahr 2007 wurde vom Projektleiter Dr. Walter Mentzel ein Forschungs- und Projektkonzept erstellt, das vier Arbeitsbereiche umfasst.

1. Die vollständige Durchsicht der Bibliotheksbestände der Universitätsbibliothek der MUW zur Feststellung der während des Nationalsozialismus an die Klinik- und Institutsbibliotheken der vormaligen Medizinischen Fakultät der Universität Wien gelangten Raubgüter. Parallel dazu die Identifizierung der ursprünglichen Eigentümer
2. Historische Analyse und Rekonstruktion der Raubprozesse, der darin involvierten Institutionen, Unternehmungen, Personen insbesondere jene der medizinischen Organisationseinheiten und Personen der ehemaligen Medizinischen Fakultät der Universität Wien.
3. Erstellung der Dossiers für die Restitution, sowie die für die Einleitung der Restitution der identifizierten Raubgüter notwendige Erbennachforschung.
4. Autopsie der am Institut für Geschichte der Medizin vorhandenen Sammlungen unter den unter Punkt 1 und 2 vorgestellten Vorgaben.


Teilnahme an Tagungen und Konferenzen

· 25./26. März 2008: „Bibliotheken in der NS-Zeit Provenienzforschung und Bibliotheksgeschichte“ – Veranstaltet von der Universitätsbibliothek Wien, der Wienbibliothek im Rathaus, der Vereinigung österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare und der Gesellschaft für Buchforschung in Österreich. Referenten: Harald Albrecht/Bruno Bauer.
· 28.-31 Mai 2008: 7. Österreichische Zeitgeschichtetag in Innsbruck. „Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien – Medizinische Bibliotheken in Wien zwischen 1938 und 1945.“ Referent: Harald Albrecht.
· 16.9.2009: 30. Österreichischer Bibliothekartag: „Medizinische Bibliotheken und ihre Rolle im NS-Bücherraub“. Referenten Walter Mentzel, Harald Albrecht. -->LINK


Weitere Aktivitäten (Öffentlichkeitsarbeit):

· Interview mit Dr. Walter Mentzel in den MUW – Ausgabe: Februar 2008.
· Stumme Zeitzeugen. - In: Homepage der Med Uni Wien - Top Stories, 13.03.2008.·
· Bericht zum Provenienzforschungsprojekt, in: Science.ORF/APA vom 20. März 2008.--> LINK
· Bericht zum Provenienzforschungsprojekt, in : Ö1 „Dimensionen – Die Welt der Wissenschaft“ (1. April 2008). „Ein Beitrag über das Provenienzforschungsprojekt an der MUW mit Mag. Bruno Bauer und Dr. Walter Mentzel“.
· Der Standard, vom 2. Juli 2008 unter „Forschung Spezial“ mit dem Titel: „Autopsie am Bücherregal“.--> LINK
· Teilnahme an der Reihe: „Wien liest. Treffpunkt Bibliotheken“. 22. Oktober 2008. Ort: Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien: (Referenten: Walter Mentzel/Harald Albrecht)

· Weiters wurden bisher von den Projektbearbeitern die Ergebnisse des Forschungsprojektes publiziert. -->LINK

· Vortrag in der Lehrveranstaltung (Proseminar – Germanistik: Lehrveranstaltungsleiter Dr. Stefan Alker) am 17. Jänner 2010 zum Thema Provenienzforschung an Bibliotheken.
· Laufende Teilnahme des Projektleiters und des Mitarbeiters als kooptierte Mitglieder der „Arbeitsgemeinschaft NS-Provenienzforschung“ im Rahmen der „Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare“ (VÖB). -->LINK

In Vorbereitung:

Teilnahme am Vierten Hannoverschen Symposium „NS-Raubgut in Museen, Bibliotheken und Archiven (9.-11. Mai 2011) Thema des Vortrages: NS-Antiquariate und ihre Rolle im NS-Bücherraub in Wien – Ein Teilprojekt des Projektleiters im Rahmen der Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien -->LINK


Projektergebnisse (Stand Jänner 2011)

Als mit Abstand größter Profiteure am NS-Bücherraubgut an der ehemals Medizinischen Fakultät konnte das Institut für Geschichte der Medizin verifiziert werden. Die Bucherwerbungen des IGM erfolgten grundsätzlich über den Ankauf aus dem Antiquariatshandel. Hinsichtlich des Zeitraumes der Erwerbung von bedenklichen oder geraubten Büchern konnten wir feststellen, dass diese – unterbrochen von einer kurzen Periode im Jahre 1945 – bis weit in die 1950er Jahre hinein erfolgte. Etwa ein Drittel aller als bedenklich eingestuften Bücher stammen aus Erwerbungsvorgängen nach 1945. Der Grund für diese Kontinuität lag an den vom 1945 neubestellten und bis 1960 wirkenden Institutsleiter Leopold Schönbauer fortgesetzten Geschäftverbindungen zu „ehemaligen“ Wiener NS-Antiquariaten. Schönbauer pflegte schon während des Krieges den Kontakt zum Leiter des IGM Fritz Lejeune.

ffffffffffffffff Bisher wurden an der Bibliothek des Institutes für Geschichte der Medizin zirka 180.000 Bücher autopsiert.
Davon wurden 2116 Bücher als „bedenkliche“ Erwerbungen eingestuft
Als definitiv geraubt und als restitutionsfähig wurden 237 Signaturen/252 Bücher erklärt.
Insgesamt wurden unter den als geraubt erklärten Büchern 36 verschiedene Provenienzen ermittelt.
ffffffffffffffff

(Stand Jänner 2011)


III. Restitutionsfälle:


Bücher aus den Privatbibliotheken:

Fernand Mercedes-Jellinek

Richard Löwi

Lily Fuchs

Sigmund Sonnenthal

Stefan Auspitz

Julius Drey

Erwin Feldmesser

Siegmund Kreuzfuchs

Adolf Kronfeld

Max Berger

Heinrich Adler

Julius Flesch

Leopold Freund

Wilhelm Stekel

Heinrich Rosenberg

Alois Pick

Albert Moll

Bücher aus den Beständen „arisierter“ oder „liquidierter“ Antiquariate und Buchhandlungen


Antiquariat Alois Fantl

Antiquariat Hans Peter Kraus

Antiquariat Halm & Goldmann

Buchhandlung Hans Amon

Antiquariat Philipp Suschitzky

Antiquariat Richard Steckler

Antiquariat Josef Safar


Bücher aus den Besitz vertriebener oder ermordeter Ärztinnen der ehemals Medizinischen Fakultät


Maximilian Weinberger

Otto Fürth

Wolfgang Pauli

Markus Hajek

Carl Julius Rothberger :– Restitution durchgeführt im Dezember 2010-->

Alfred Arnstein

Siegmund Erdheim

Ernst Freund

Hans Mauthner

Egon Ranzi

Bücher aus öffentlichen, vereins- oder sonstigen Bibliotheken:


Bibliothek Sassenbach

Bibliothek Dresden Ortskrankenkasse

Bibliothek Akademischer Verein jüdischer Medizin

Bücher ungeklärter Provenienz aus Raubgütern der Gestapo Wien (französischsprachige medizinische Literatur)


IV. Durchgeführte Restitutionen:

 

xxxxxxx

Carl Julius Rothberger:

– Restitution durchgeführt im Dezember 2010.

Auszug aus dem Dossier Carl Julius Rothberger -->PDF

MedUni Wien: Restitution nach Provenienzforschung -->VIDEO

Restituierung der geraubten Bücher von Univ.-Prof. Carl Julius Rothberger an seine Tochter

 


Sassenbach

Sassenbach

 

xxxxxxx

Bibliothek Sassenbach
Ortsausschuß Berlin des allgemeinen deutschen Gewerkschaftsbundes

 

Restitutionsdossier Sassenbach -->PDF

 

 



Jellinek_Mercedes

 

 

xxxxxxx

Bibliothek „Raoul Fernand Jellinek-Mercedes“

 

Restitutionsdossier Raoul Ferdinand Jelinek_Mercedes -->PDF

Restitutionen 2012: Raoul Ferdinand Jelinek Mercedes

 

 


Alfred Arnstein

 

 

xxxxxxx

Bibliothek „Alfred Arnstein“

 

Restitutionsdossier Alfred Arnstein -->PDF

Restitutionen 2012: Alfred Arnstein

 

 

 


X

X

X

X

X

X

X

X

X

X

X

X

X