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Provenienzforschung
PROVENIENZFORSCHUNG AN DER UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK DER MEDIZINISCHEN UNIVERSITÄT WIEN
Während des nationalsozialistischen Regimes, besonders aber während
der Zeit des Zweiten Weltkrieges, wurden Kulturgüter aller Art enteignet,
geraubt, durch Zwang veräußert, verschleppt, umverteilt und damit
unrechtmäßig angeeignet. Akteure und Profiteure dieses Raubes waren
auch Bibliotheken.
Die Universitätsbibliothek
der Medizinischen Universität Wien startete im Mai 2007 ein Provenienzforschungsprojekt,
um ihre Bibliotheksbestände systematisch nach bedenklichen Erwerbungen
zu untersuchen, sie zu erfassen und deren frühere Besitzverhältnisse
zu rekonstruieren. Ziel ist es, damit die Grundlage für die Restitution
an die rechtmäßigen Besitzer bzw. deren Erben oder Rechtsnachfolger
vorzubereiten.
Neben der Überprüfung
und Feststellung der nach 1938 unrechtmäßig erworbenen Buchbestände
wird die Frage der Form der Erwerbungspolitik bzw. der Nutznießerrolle,
sowie der aktiven oder passiven Involvierung von Klinik- und Institutsbibliotheken
und der Akteure in den medizinisch-bibliothekarischen Organisationsstrukturen
im NS-Raubsystem im Mittelpunkt des Projektes stehen.
Das Projekt folgt
den entsprechenden rechtlichen Grundlagen, Richtlinien und Vorgaben, wie sie
in den „Washingtoner Prinzipien“ und im österreichischen Kunstrückgabegesetz
1998 formuliert wurden.
Mehr Informationen: Provenienzwebsite
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