Schlagwort-Archiv: Sanitätswesen

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [23]: Jakob Anton Neuner, Karl Ambros Bernard, Lorenz Rigler und Sigismund Spitzer: Mediziner des Josephinum im Dienste des Osmanischen Reiches zwischen 1839-1850

Jakob Anton Neuner, Karl Ambros Bernard, Lorenz Rigler und Sigismund Spitzer: Mediziner des Josephinum im Dienste des Osmanischen Reiches zwischen 1839-1850

In den Jahren 1830er Jahren kam es im Zuge der diplomatischen ABB-01_01_Mahmud_II-_LithoAnnäherung zwischen der Habsburgermonarchie und dem Osmanischen Reich zur Unterstützung der Monarchie bei den anstehenden militärischen Reformen des Osmanischen Reiches und in diesem Kontext auch der militärärztlichen Ausbildung. In dieser Hinsicht geriet die militärärztliche-josephinische Akademie zum Vorbild für die Modernisierung des osmanischen Sanitätswesens. Ab 1838 entsendete auf Ansuchen des Sultans Mahmud II. (1785-1839) das Josephinum Ärzte nach Konstantinopel, um im Zuge der Modernisierung der Armee, die Heranbildung von Militärärzten und Pharmazeuten in der Medizinschule in Galatasaray zu unterstützen.

Die Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin besitzt die Arbeiten dieser Mediziner des Josephinums, die in den 1830er bis 1850er Jahre im Dienste des osmanischen Reiches an der Organisation des Sanitätswesens wirkten.

Einen kurzen Überblick darüber bietet der Aufsatz von Max Neuburger, verfasst im Jahr 1917:

Neuburger, Max: Österreichische Ärzte als Pioniere der wissenschaftlichen Medizin und des Sanitätswesen in der Türkei (1839-1856). In: Wiener medizinische Wochenschrift. (38) 1917.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 5179]

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ABB-02_02_Friedrich_Jaeger_von_Jaxtthal

Mit der Auswahl der Mediziner für Sultan Mahmud II. war Friedrich Jäger von Jaxtthal (1784-1871), der als Vertrauter von Fürst Clemens von Metternich und dessen Leibarzt galt, und zwischen 1825 und 1848 als Professor für Ophthalmologie an der Josephinischen Akademie lehrte, betraut.

Die Wahl fiel zunächst auf zwei junge Mediziner und Absolventen der Josephinischen Akademie und zwar: Karl Ambros Bernard und Jakob Anton Neuner, die im Spätherbst 1839 nach Galatasaray aufbrachen.

Jakob Anton Neuner (*30.10.1806 Cilli/Untersteiermark (heute Slowenien), gest. 27.1.1842 Leoben) begann zunächst als feldärztlicher Gehilfe im Infanterieregiment 12 in Mailand und studierte danach in Wien an der Josephs-Akademie Medizin, das er 1834 mit dem Doktorat der Chirurgie und Magister der Augenheilkunde und Geburtshilfe abschloss.
ABB-03_D-3444_NeunerIm Anschluss daran unterrichtete er an der Lehrkanzel der theoretischen Medizin. Ende des Jahres 1838 ging er gemeinsam mit Karl Ambros Bernard nach Konstantinopel, um hier die Reformen im Spitals- und Apothekenwesen einzuleiten. Er wurde hier auch Leibarzt des Sultans, kehrte jedoch bereits nach dessen Tode 1839 nach Wien an das Josephinum zurück. 1840 wurde er zum Regimentsarzt und ein Jahr darauf zu einem Infanterieregiment nach Leoben bestellt.

Karl Ambros Bernard (19.12.1808 Starkenbach/Böhmen, gest. 2. 11. 1844/Konstantinopel) studierte in Prag Philosophie und danach in Wien am Josephinum Medizin, wo er den Titel Magister der Chirurgie erlangte. Danach diente er als Arzt in einem Infanterieregiment in Czernowitz/Bukowina, wo er an der Grenze zu Russland am Aufbau eines Sanitätskordons zur Bekämpfung der Cholera mitwirkte. Nach seiner Rückkehr nach Wien setzte er am Josephinum sein Studium fort, legte hier 1838 seine Dissertation vor und schloss sein Studium mit dem Titel Doktor der Medizin und Chirurgie sowie Magister der Geburtenhilfe und der Augenheilkunde ab.
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Bernard, Karl Ambros: De functionibus fluidi electrici prae reliquis corporis humani sub statu sano et morboso. Wien: typ. Ghelen 1838.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D2164]

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Histor.Diss_M.Hartl
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D1838/3]

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Bernard blieb fünf Jahre in Galatasaray als Direktor und Professor der „medizinischen Schule zu Galatasaray zu Konstantinopel“ und wirkte hier am Aufbau des medizinischen Unterrichts mit. Bernard veröffentliche 1844 – wenige Monate vor seinem Ableben – seinen Bericht über seine Tätigkeit und die Entwicklungen, zu denen der Aufbau eines Schulbetriebes und die nachhaltige Heranbildung eines Ärzte- und Lehrpersonales zählten.

Bernard, Karl Ambros: Die medicinische Schule zu Galata-Serai. In: Allgemeine Zeitung für Militair-Aerzte. (2) 1844. S. 141-142; 159-160; 165-167.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 38615]

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Einen Nekrolog zu Ambros Karl Bernard findet sich in der Wiener Zeitung, vom 13.1.1845, S. 3.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18450113&seite=3&zoom=33&query=%22ambros%2Bbernard%22&ref=anno-search

Der dritte Arzt, der Neuer und Bernard unmittelbar nachfolgte, war Lorenz Rigler (*20.9.1815 Graz, gest. 16.9.1862 Graz). Er begann 1833 mit dem Studium der Medizin an der Josephs-Akademie, das er 1838 als Doktor der Medizin und Chirurgie, Magister der Augenheilkunde und Geburtshilfe abschloss.
ABB-05_05_Lorenz_Rigler_LithoRigler, Lorenz: Über die Wuthkrankheit des Menschen. Wien: typ. Mechitaristen 1838.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek,  Sign.: D3722]

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ABB-06_D-3722_Rigler
ABB-07_D1838-1_Rigler1842 wurde er auf Ansuchen der osmanischen Regierung nach Konstantinopel gesandt, um das Spitalswesen zu reformieren. Bereits 1844 erfolgte seine Bestellung zum Generalinspektor sämtlicher Spitäler und zum Sanitätsreferenten im Kriegsministerium. 1852 erschien von ihm eine Monografie unter den Titel „Die Türkei und deren Bewohner in ihren naturhistorischen, physiologischen und pathologischen Verhältnissen vom Standpunkte Constantinopels“, die sich – methodisch beeinflusst – an der von dem Statistiker und Militärarzt Francois Joesph Boudin (1806-1867) etablierten medizinischen Geografie orientierte. Rigler versuchte darin die lokalen Umwelteinflüsse mit medizinisch-statistischen Daten zu verbinden und damit Erklärungsmodelle für verschiedene Krankheiten zu entwerfen.[1]

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Rigler, Lorenz: Die Türkei und deren Bewohner in ihren naturhistorischen, physiologischen und pathologischen Verhältnissen vom Standpunkte Constantinopels. Wien: Gerold 1852.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 297]

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Ein Jahr später verfasste er dazu noch einen Aufsatz:

Rigler, Lorenz: Beitrag zur medizinischen Geographie. In: Wiener medizinische Wochenschrift. (3) 1853. Sp. 721-724; 737-741; 753-756.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: Z10002/3]

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http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1853&qid=SGIDBBICJ21RGY9TVCFNWR3FCL3COQ&size=45&page=369

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1853&qid=SGIDBBICJ21RGY9TVCFNWR3FCL3COQ&size=45&page=377

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1853&qid=SGIDBBICJ21RGY9TVCFNWR3FCL3COQ&size=45&page=385

1856 kehrte er nach Graz zurück, wo er zum Professor für spezielle medizinische Pathologie und Therapie ernannt wurde.

1841 erschien in der Zeitung „Der österreichische Zuschauer. Zeitschrift für Kunst, Wissenschaft und geistiges Leben“ (Nr. 6, 13.1.1841, S. 9) ein Bericht über „Die medizinische Schule zu Konstantinopel“, der einen Einblick über die Arbeiten von Neuner, Bernard und Spitzer gibt.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=doz&datum=18410113&seite=9&zoom=33&query=%22dr.%2Bbernard%22&ref=anno-search

Der vierte Arzt, der in den Dienst des osmanischen Reiches trat, war der Anatom, Pathologe und langjährige Diplomat Sigismund Spitzer (*21.4.1813 Nikolsburg/Mähren, gest. 23. 12. 1894 Wien). Spitzer studierte zunächst in Wien an der militärärztlich-josephinischen Akademie Medizin, das er 1837 mit seiner Dissertation abschloss.

ABB-09_D-4029_SpitzerSpitzer, Sigismund: De morbo Brighti. Wien: typ Congregatio Mechitaristica 1837.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D4029]

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Danach ging er an die militärisch-medizinische Schule in Galatasaray, wo er 1839 zum Professor für Anatomie ernannt wurde und zwischen 1846/47 und 1850 als Nachfolger von Bernard als Direktor die Schule leitete. 1845 wurde er zum Leibarzt und engen Vertrauten des Sultans Abdül-Medjid (1823-1861) bestellt. Er reformierte das medizinische Studium, führte das Sezieren an den Spitälern ein und errichtete ein anatomisches Museum, darunter finden sich von Josef Hyrtl  (1810-1894) gespendete Präparate. 1847 promovierten vier Studenten der Schule von Galatasaray an der Josephinischen Akademie in Wien.

Diese werden wie folgt genannt und beschrieben: „Mousa Effendi, Muselmann, Stefan Asbrian, Grieche, Nikolaus Aprillof, Armenier, Gregoir Ivovicz, Katholik“.

Spitzer trat 1850 in den diplomatischen Dienst des osmanischen Reiches ein und wurde bis 1856 zu dessen Botschaftsrat in Wien und darauf von 1857 bis 1860 zum Geschäftsträger in Neapel bestellt. Danach lebte er als Privatmann in Paris und Italien und zuletzt bis zu seinem Tod in Wien.

Literatur zu:

Lorenz Rigler – Primärliteratur:

Rigler, Lorenz: Antritts-Rede gehalten bei Gelegenheit der Übernahme der medizin. Klinik in Gratz am 8. Oktober 1856. In: Wiener medizinische Wochenschrift. (6) 1856. Sp. 681-668.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: Z10002/6]

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Rigler, Lorenz: Beitrag zur Geschichte der Cholera. In: Wiener medizinische Wochenschrift. (5) 1855. Sp. 161-165; 177-180.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: Z10002/5]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8632354&pos=12&phys#

Rigler, Lorenz: Beitrag zur medizinischen Geographie. In: Wiener medizinische Wochenschrift. (3) 1853. Sp. 721-724; 737-741; 753-756.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: Z10002/3]

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Rigler, Lorenz: Die Türkei und deren Bewohner in ihren naturhistorischen, physiologischen und pathologischen Verhältnissen vom Standpunkte Constantinopels. Wien: Gerold 1852.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 297]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8632352&pos=8&phys#

Rigler, Lorenz: Über die Wuthkrankheit des Menschen. Wien: typ. Mechitaristen 1838.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D3722]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8420146&pos=1&phys#

Rigler, Laurenz: De rabie hominum morsu hydrophobico acquisita. Wien: typ. Congreg. Mechit. 1838.
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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D1838/1]

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Lorenz Rigler – Sekundärliteratur:

Kernbauer, Alois: Lorenz Rigler, Istanbul und die „Medizinische Geographie“ In: Österr.-türkische med. Beziehungen, Berichte des Symposions vom 28. u. 29.4.1986 in Istanbul. 1987. S. 121-142.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: SA915]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8595493#

Kernbauer, Alois: Zur Reorganisation der türkischen Medizin durch österreichische Ärzte um die Mitte des 19. Jh. Die medizinische Schule von Galatasaray in Istanbul im Spiegel der Berliner Allgemeinen Medicinischen Central-Zeitung. 7 S. (S. 175-181). Wien: Österr. Ges. f. Wissenschaftsgesch. 1993 (Mitt. d. öst. Ges. f. Wissenschaftsgesch. Jg 13, H. 1-2)

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 55.016/13, 1-2]

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Heschl, Richard Ladislaus: Prof. Dr Lorenz Rigler (+). In: Wiener medizinische Wochenschrift. (12/42) 1862. Sp. 667-669.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: Abschr. 101]

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Karl Ambros Bernhard – Primärliteratur:

Bernard, Karl Ambros: Les Bains de Brousse, en Bythinie, Turquie d’Asie, avec une vue des bains et un plan des environs de Brousse. Constantinopel: Imprimerie de la Bonne Esperance 1842.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Josephinische Bibliothek, Sign.: JB2829]

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Bernard, Karl Ambros: Die medicinische Schule zu Galata-Serai. In: Allgemeine Zeitung für Militair-Aerzte. (2) 1844. S. 141-142; 159-160; 165-167.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 38615]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8544598&pos=1&phys#

Bernard, Karl Ambros: De functionibus fluidi electrici prae reliquis corporis humani sub statu sano et morboso. Wien: typ. Ghelen 1838.

Histor.Diss_M.Hartl
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D2164]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8416424&pos=2&phys#

Histor.Diss_M.Hartl
[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D1838/3]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8416423&pos=1&phys#

Karl Ambros Bernhard – Sekundärliteratur:

Schmidt-Wyklicky, Gabriela: Dr. Karl Ambros Bernard nach österreichischen Quellen: Seine Verdienste als Arzt und Akademischer Lehrer. In: Acta Turcica Historiae Medicinae. Verhandlungen des V. Symposions über öst.-türk. mediz. Beziehungen II. 1995. S. 111-114.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: SA4582]

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Sehsuvaroglu, Bedi N.: Muallim-i evvel Ordiaryüs Profesör Dr. Charles Ambroise Bernard (1808-1844). In: Türk Istanbul’da tip ögretiminin 500. yildönümü. 1971. S. 62-70.

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Eyice, Semavi: Mekteb-i Tibbiye’nin ilk müdürü Dr. Bernard’in Mezari. In: Tarih Dergisi. (2/3-4) 1952. S. 89-96.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 43774]

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Jakob Anton Neuner – Primärliteratur:

Neuner, Jakob Anton: De febri intermittente oculi larvata, sub forma ophthalmitidis adparente. Wien: typ. Grund 1834.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D1834/2]

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D3444]

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Jakob Anton Neuner – Sekundärliteratur:

Holubar, Karl: Carl Ludwig Sigmund in der Türkei insbesondere seine Besuche in Istanbul im Mai, Juli und August 1849. In: Die hohe Medizinschule Galatasaray und ihre Bedeutung für die moderne türkische Medizin. 1993. S. 95-106.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: SA5169]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8588086&pos=15&phys#

Neuburger, Max: Österreichische Ärzte als Pioniere der wissenschaftlichen Medizin und des Sanitätswesens in der Türkei (1839-1856). In: Wiener medizinische Wochenschrift. (67/38) 1917.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 5179]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8566319#

Sigismund Spitzer – Primärliteratur:

Spitzer, Sigismund: De morbo Brighti. Wien: typ Congregatio Mechitaristica 1837.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Historische Dissertations-Bibliothek, Sign.: D4029]

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Text: Walter Mentzel

[1] Kernbauer, Alois: Lorenz Rigler, Istanbul und die „Medizinische Geographie“ In: Österr.-türkische med. Beziehungen, Berichte des Symposions vom 28. u. 29.4.1986 in Istanbul. 1987. S. 121-142.

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Weitere Blogbeiträge u.a. zu
Friedrich Jäger von Jaxtthal (1784-1871):
http://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=21855

http://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=23304

 

„1. Weltkrieg & Medizin“ [41]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE in Böhmen 1914 – 1918, Folge 7.2 – „Zustände“ im Reservespital Ende 1917 – Auszug aus einem im Jänner 1918 verfassten Inspizierungsbericht

„1. Weltkrieg & Medizin“ [41]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE  in Böhmen 1914 – 1918

Folge 7.2 – „Zustände“ im Reservespital Ende 1917 – Auszug aus einem im Jänner 1918 verfassten Inspizierungsbericht

  1. Teil

Auszug aus dem Bericht des Chefs des militärärztlichen Offizierskorps über die in der Zeit vom 21. bis 25. Jänner 1918 vorgenommene Inspizierung der Militärsanitätsanstalten in Kolin, Leitmeritz und Pardubitz:

Sektion III:Kommandant: Landsturmregimentsarzt Jaromir KOTESOVEC [siehe Beitrag Folge 5.3];
Chirurgische Abteilung 1.254 Kranke, eingeteilt als Chirurg der Schweizer Arzt Nino ENDERLIN, viele schwere Fälle, Schussfrakturen der unteren Gliedmaßen, Behandlung mit Extensionsverbänden Steinmann‘sche Nagelung [= Steinmann-Nagel,[nach dem Schweizer Chirurgen Fritz Steinmann, 1872-1932: Vierlamellennagel zur Einrichtung von Knochenbrüchen].Ärztliche Behandlung gut, bei manchen eiternden Fällen (Geruch) wäre häufigerer Verbandwechsel angezeigt; Pflegedienst hier besser als in der I. Sektion, reichsdeutsche Oberschwester macht guten Eindruck, Nachtinspektionsdienst geregelt, Kontrollbuch eingesehen: Krankenräume der Schwerkranken geheizt, der Sektion wurde eben ein Waggon Kohle zugewiesen. Seitens der befragten Kranken sowie auch der Schwestern Klagen über unzureichende und kalte Kost.Interne Abteilung: hier keine regelrechte Sortierung der Kranken, viele Malariafälle (300), Unterschenkelgeschwüre, sonstige Fälle kleiner Chirurgie. Von den Malariarekonvaleszenten könnten viele zur Ersatzabteilung entlassen werden (ist laut Meldung des Sektionskommandanten bereits in Aussicht genommen).Verköstigung: Die Diätordination [DUDEN: (Medizin) ärztliche Verordnung]  seitens der Ärzte würde, entsprechen wenn die vielen Extraordinationen, auch wirklich verabreicht würden. Die Vorsorgen bezüglich rechtzeitiger Fassung der Verpflegsartikel seitens des Küchenaufsichtsoffiziers (Militärapotheker) sind ungenügend; z. B. erhielten die Kranken den ordinierten Wein nicht, weil angeblich keiner vorhanden war. Ich überzeugte mich jedoch, dass im Militärverpflegsmagazin eine Anzahl großer Fässer rumänischen Weins lagern. Allerdings war im Fassungsbuche der Sektion der Wein am Vortage seitens des Militärverpflegsmagazins gestrichen worden, angeblich weil an diesem Tage wegen Skontrierung (!) keine Fassungen durchgeführt wurden. Auch hier werden an Stelle von Milchspeisen Kartoffel verabfolgt, deren Qualität häufig schlecht sein soll.Sektionsapotheke: Genügende Vorräte an den wichtigsten Medikamenten, Chinin in Tabletten und Pulverform, Natr. Salicyl., Antipyrin, auch Ipecacuanha und Senega (noch aus der Zeit der Zivilverwaltung herrührend) vorhanden, in entsprechenden Behältnissen, Desinfektionsmittel. Ordnung und Nettigkeit ohne Anstand. Anschließend wurde das Militärverpflegsmagazin, welches die Vorräte für das ganze Spital, Fleischerei, Bäckerei etc. verwaltet, besichtigt. Brot, Mehl, Zucker in großen Mengen, Marmelade, Kraut. Mangel herrscht an Milch und Gemüsen.24. 1. 1918: Sektion V:Kommandant: Stabsarzt der Reserve Johann SEDIVEC [siehe blog-Beitrag Folge 5,3];

Befragt über die Organisation des ärztlichen Dienstes, meldet der Sektionskommandant, dass infolge Enthebung des früheren Chefarztes der Chirurgischen Abteilung von der Militärdienstleistung d. z. ein Arzt (Landsturmoberarzt Ernst HIRSCH, Chirurg, der überdies derzeit fußleidend ist, mit der Überwachung des gesamten ärztlichen Dienstes in der Sektion betraut ist, während die übrigen Ärzte (7) als Barackenärzte verwendet werden. Es ist unmöglich, dass ein Chefarzt 1.347 Kranke ärztlich übersieht; die Leitung des Dienstes in der Sektion ist Sache des Kommandanten.

Offiziersbaracke: Zumeist Rekonvaleszente, manche die nur auf das Einlangen der beantragten Urlaubsbewilligung warten und nicht mehr spitalsbedürftig sind! Der Sektionskommandant wurde angewiesen auf die eheste Rekonvaleszierung der nicht mehr Spitalsbedürftigen den gebotenen Einfluss zu nehmen.

In den Mannschaftskrankenbaracken, in welchen schwere interne und chirurgische Fälle untergebracht sind, sind die Krankenräume geheizt; Zimmerordnung ungenügend, desgleichen die Krankenpflege; die anwesende reichsdeutsche Oberschwester bestätigt, dass die Pflegerinnen fachtechnisch auf niedrigem Niveau stehen; dass auch der Fleiß zu wünschen lässt. Die befragten Kranken äußerten sich über unzureichende Kost. Die Diätordinationen in den Ordinationszetteln und auf den Kopftafeln sind zwar reichlich bemessen, wegen angeblichem Mangel der betreffenden Verpflegsartikel werden jedoch die ordinierten Speisen (insbesondere Milch, Milchkaffee, Milchspeise) nicht verabfolgt bzw. durch Kartoffel ersetzt.

Austauschinvalidenabteilung: derzeit 610. Vom Transport 29. Dezember 1917 gehen heute 108 Mann nach Budapest, 47 Mann nach Wien ab. Quarantänedauer 21 Tage. Die Baracken sind nicht geheizt (Temperatur um 7 Grad Celsius plus), die Leute liegen daher im Bett, da die Monturen noch in der Desinfektion und keine genügende Anzahl Reservemonturen vorrätig sind. Klagen seitens der Mannschaft, außer über Kälte wurden nicht geäußert. Zimmerordnung entspricht. Unter dem aus der Kriegsgefangenschaft entlassenen kontumazierten Sanitätspersonal befindet sich ein Sanitätssoldat Zbigniew KOZLOWSY des IR 13. Dem anwesenden Spitalskommandanten wurden die in Leitmeritz vernommenen Anschuldigungen mitgeteilt und das Spital angewiesen sich über das in Leitmeritz veranlasste telegraphisch anzufragen. Bei den protokollarischen Einvernahmen der ungarischen Austauschinvaliden soll nicht immer ein ungarischer Dolmetsch anwesend sein.

Sektionsküche: Suppe entspricht der Qualität nach, jedoch ohne Einschneidesemmel obwohl im Viktualienmagazin   https://de.wikipedia.org/wiki/Viktualien genügend weißes Brot vorhanden; Fleisch: die abgewogenen Portionen unter dem vorgeschriebenen Gewicht (5 Portionen = 350 Gramm), Rindsbraten (5 Portionen = 450 Gramm), Beilage: Knödel gut. Desgleichen die Extramehlspeise (Semmelschmarrn) von gutem Geschmack. Ich besichtigte die Kartoffel im Magazin, fand viele gefroren, fleckig, faulig und wies eine Anzahl fauliger Kartoffel der Verwaltungskommission vor. Die Speisen werden in offenen Sammelgefäßen von den Küchen auf die Krankenzimmer getragen und dort von den Pflegerinnen verteilt; den Kontrolldienst üben die Aufsichtsunteroffiziere aus. Die von der Zivilverwaltung seinerzeit übernommenen Thermophorkisten werden nicht benützt, sollen teilweise schadhaft und schwer transportabel sein. Das Aufwärmen der Speisen in den entfernt gelegenen Baracken sollte in den Teeküchen geschehen, unterbleibt vielfach wegen Mangel an Heizservis, die Speisen werden daher oft ausgekühlt verabreicht.

Die Besichtigung des der V. Sektion zugewiesenen Operationspavillons ergab reichliche Ausstattung mit allen chirurgischen Behelfen, insbesondere reichliches chirurgisches Instrumentarium. Der Operationspavillon wird derzeit wenig benützt, die kleineren Eingriffe, Verbände werden in der gleichfalls reichhaltig ausgestatteten Verbandbaracke vorgenommen.

Sektion II:

Sektionskommandant Landsturmregimentsarzt Karl FIALA. [siehe blog-Beitrag Folge 5,3];

Krankenstand: 1.787. 2. Abteilung für Hautkrankheiten und Venerie: Chefarzt Univ. Doz. Dr. Anton TRYB (Facharzt); fachlich einwandfreie ärztliche Behandlung.

Zu bemerken: große Anzahl von Unterschenkelgeschwüren, die Anordnung, dass diese Kranken liegen sollten, erscheint nicht allenthalben durchgeführt. Es fiel die Unsauberkeit der Betten auf, welche allerdings bei den Hautkranken, die verschiedene Salben gebrauchen, erklärlich ist, jedoch auch auf den ungenügenden Wechsel der Bettwäsche zurückzuführen ist. Laut Angabe mehrerer Kranken wurden die Leintücher seit Ende Dezember nicht gewechselt. Der herbeigerufene Ökonomieoffizier (Militärapotheker) meldete, dass infolge Wassermangels die Sektionswäscherei dem Bedarf nicht nachkommt. Ich begab mich in das Wäschemagazin der II. Sektion und überzeugte mich, dass dort 4.000 Stück neue, noch nicht gebrauchte Leintücher lagern. Der Sektionskommandant wurde angewiesen den Austausch ehestens zu bewirken.

Der eingangs erwähnte Übelstand ungenügender Bäderverabreichung wegen Wassermangel macht sich hier auch in therapeutischer Hinsicht (Scabies, parasitäre Hautkrankheiten

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1916&size=45&page=553) sehr ungünstig fühlbar.

1. Abteilung für venerische Kranke, Chefarzt Dr. Wilhelm LAUTERSTEIN (Facharzt)[siehe blog-Beitrag Folge 5,3];

Ärztliche Behandlung entspricht, die Behandlungsbaracken sind gut ausgestattet, Gonoccenuntersuchung im eigenen Laboratorium, für Lues in der Wassermannstation
https://de.wikipedia.org/wiki/August_von_Wassermann im bakteriologischen des Spitals. Führung der Vormerkblätter entspricht Prosektur, bakteriologisch- histologisches Laboratorium, Wassermannstation stehen unter fachmännischer Leitung.

Ende des 2. Teils

Über das Ergebnis der Inspizierung in Pardubitz – in Bezug auf die durch den Reichsratsabgeordneten Albert SEVER dem Kriegsministerium zugekommene Beschwerde wird resumierend berichtet:

a) Die Beschwerde, dass sämtliche Kranke und Verwundete hier ohne Pflege liegen ist gewiss ungerechtfertigt, wenn auch auf einzelnen Baracken der Pflegedienst ein ungenügender ist. Viele befragte Schwerkranke äußerten keine Klagen über Vernachlässigung. Dasselbe gilt bezüglich der Beschwerde über Mangel an Verbänden.
b) über die Beschwerde, dass vom 22. Bis 28. Dezember 1917 keine ärztliche Visite abgehalten wurde, konnte bei den ungeheuren Dimensionen des Spitals mangels näherer Angaben, auf welcher Sektion, welcher Abteilung, nichts Positives eruiert werden.
c) die Beschwerde über Kälte in den Baracken ist bei Leichtkranken stichhältig, wird durch Kohlenmangel begründet. Die Schwerkrankenräume sind geheizt (Temperatur plus 12 bis +14 Grad Reaumur[=15 bis 17 Grad Celsius]). Die Decken sind teilweise dünn, es sind jedoch genügend Decken auf den Abteilungen und in den Magazinen vorhanden (ca. 30.000).
d) die Aborte sind wegen der angeführten Wassernot ungenügend rein gehalten. Die Angaben in der Beschwerde sind übertrieben.
e) die von einer Anzahl von Kranken tatsächlich geäußerten Klagen über unzureichende Nahrung ist nach den gewonnenen Eindrücken weniger auf den Mangel von erforderlichen Verpflegsartikeln – wirklicher Mangel herrscht insbesondere an Milch und Gemüse – als auf nicht genügende Kontrolle der Küchenwirtschaft zurückzuführen. Die Einteilung geeigneterer Aufsichtsorgane, eine häufig sanitäre und ökonomisch-administrative Inspizierung der einzelnen Sektionen ist geboten.

Text: Reinhard Mundschütz

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„1. Weltkrieg & Medizin“ [40]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE in Böhmen 1914 – 1918, Folge 7.1 – „Zustände“ im Reservespital Ende 1917 – Auszug aus einem im Jänner 1918 verfassten Inspizierungsbericht

„1. Weltkrieg & Medizin“ [40]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE  in Böhmen 1914 – 1918

Folge 7.1 – „Zustände“ im Reservespital Ende 1917 – Auszug aus einem im Jänner 1918 verfassten Inspizierungsbericht

Ausgelöst wurde die Inspizierung durch ein Schreiben verwundeter Soldaten, das der  Reichsratsabgeordnete Albert SEVER [https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Sever] an den Vorstand der 14. Abteilung im Kriegsministerium Generalstabsarzt Dr. Johann FRISCH [Die k. u. k. Armee hatte zwei etatmäßige Generalstabsärzte, die im Rang eines Generalmajors standen. Einer war Chef des militärärztlichen Offizierskorps und führte den Vorsitz im Militärsanitätskomitee, während der andere der Abteilung 14, der Sanitätsabteilung im k. u. k. Kriegsministerium, vorstand] weitergeleitet hatte.

Schreiben der verwundeten Soldaten:

Wir Patienten des k. u. k. Reservespitals Nr. 2 in Pardubitz, Böhmen, bitten uns behilflich zu sein, die für ein Spital unglaublichen Übelstände abzuschaffen.
Wir erlauben uns folgendes anzuführen:
Sämtliche Kranke und verwundete Soldaten liegen hier ohne Pflege, Verbände werden nicht angelegt, vom 22. Dezember bis 28. Dezember [1917] war keine ärztliche Visite. Die Pflegeschwestern sahen sich um die Patienten nicht um.
In einzelnen Baracken herrscht grimmige Kälte, die untergebrachte Mannschaft muss sich mit der Montur niederlegen, nachdem die Baracke nicht geheizt wird, und die Decken der Kranken und Verwundeten zu wenig Wärme geben.
Die Aborte werden nicht gereinigt, schwimmen von Unrat, die Mannschaft muss in diesen, jeder Hygiene spottenden Räumen ihre Notdurft verrichten. Die Menage ist so gering, dass die im obigen Spitale Untergebrachten Hunger leiden, dazu soll von diesem wenigem, was die Mannschaft erhält, noch Nahrung verschleppt werden.
Wir bitten uns helfen zu wollen und obigen Brief an den Herrn Sanitätschef leiten zu wollen.

Auszug aus dem Bericht des Chefs des militärärztlichen Offizierskorps über die in der Zeit vom 21. bis 25. Jänner 1918 vorgenommene Inspizierung der Militärsanitätsanstalten in Kolin, Leitmeritz und Pardubitz:

Eintreffen im Spitale am 23. Jänner 1918 8 Uhr 15 vormittags, unangesagt.
Krankenstand an diesem Tag: 8.988, darunter 130 Gagisten. [https://de.wikipedia.org/wiki/Gagist] Vorweg ist zu bemerken, dass infolge Kohlemangel in den Baracken, mit Ausnahme jener, in welcher Schwerkranke untergebracht sind und mit Ausnahme der Behandlungsräume (Operations-Untersuchungs-Ordinationszimmer, Kanzleien) recht niedrige Temperaturen (zwischen plus 7 und 8 Grad Celsius bei einer Außentemperatur von plus 1,5 Grad Celsius) herrschen. In den letzten Tagen langten mehrere Waggon Kohle ein, täglicher Gesamtbedarf soll 6 Waggon sein.
Ein allgemeiner Übelstand ist ferner der Wassermangel, welcher sich durch ungenügende Verabreichung von Bädern, Hemmung des Wäschereibetriebes und Versagen der Klosettspülung infolge Absperrung der Wasserleitung in hygienisch äußerst ungünstiger Weise fühlbar macht. Demzufolge ist die Körperreinigung namentlich auf den Abteilungen für Hautkranke ungenügend, in den Klosettmuscheln stagnieren Dejekte [DUDEN = Ausscheidung] bis sie durch von außen öfters im Tage herbeigeholtes Wasser durchgespült werden.
Wahrnehmungen bei Besichtigung einzelner Krankenabteilungen:
Sektion I: Kommandant: Stabsarzt d. Reserve Maximilan SCHNECK [siehe blog-Beitrag Folge 5,3]; Trachomabteilung [https://de.wikipedia.org/wiki/Trachom]
725 Kranke, der überwiegende Teil der Kranken befindet sich über 4 Monate, viele über ein halbes Jahr in Behandlung, laut Meldung des Chefarztes ist im Sinne des Kriegsministerium Erlasses die Rekonvaleszierung bzw. Superarbitrierung [DUDEN= (österreichisch) für dienstuntauglich erklären] von ca. 200 Mann bevorstehend. Klagen über Kälte (ca. plus 7 Grad Celsius), jeder Mann hat zwar 2 Decken, die jedoch dünn sind. Der Chefarzt traf die Einrichtung, dass abwechselnd eine Baracke geheizt wird und daselbst die Augenbehandlung vorgenommen wird. Besondere Klagen über die Qualität der Kost werden nicht geäußert, quantitativ sei sie oft unzureichend, viele Einheimische erhalten Esswaren von daheim. Zu bemerken wäre der Mangel einer systematischen Tagesbeschäftigung.
Malariaabteilung: 336 Kranke; Körpertemperaturmessungen mangelhaft; Blutuntersuchungen werden nicht systematisch durchgeführt (die schwereren Fälle befinden sich in der Sektion VI). In den Baracken mit Steinboden ist die Kälte empfindlicher. Das Pflegepersonal steht nicht auf dem wünschenswerten Niveau, weder fachlich noch in sozialer Hinsicht.
Türkenabteilung: 672 Kranke, laut Meldung des Sektionskommandanten wurde ein großer Teil der türkischen kranken Soldaten zum Abtransport angemeldet, bisher erfolgte keine Abinstradierung [DUDEN= (veraltet) Soldaten in Marsch setzen], angeblich Mangel an Transportmitteln.
Meistens Folgezustände nach Kriegsverletzungen, mehrere Amputierte. Keine Beschwerden geäußert. Die besichtigten Verbände fachlich richtig angelegt.
Die erstklassige Operationseinrichtung im Operationspavillon, welcher der Sektion I zugwiesen ist, wird zurzeit wenig benützt, da in letzter Zeit wenig frische Fälle einlangen. In der Baracke XI traf ich einen Türken (angeblich Sanitätssoldat), der mit Bewilligung des türkischen Aufsichtsoffiziers in einer Kantine Lebensmittel verkauft; laut Aussage der Kranken verlangt er für einen Brotwecken 8 Kronen, für eine Semmel 1 Krone 40 Heller!! – wegen Herkunft der Ware und Preishöhe das Spitalskommando zur strengen Kontrolle verhalten.
Infektionsabteilung: 341 Kranke: insbesondere Dysenterie, teilweise in rekonvaleszenten Stadium, Tuberkulose, offene Formen abgesondert; in den Expektanzbaracken in kleinen Zimmern einige Offiziere und Fähnriche, Rekonvaleszenten nach Typhus, Paratyphus und Dysenterie, deren Entlassung aus dem Spitale veranlasst wurde.
Küche der Sektion I: Die Visitierung der Kost ergab: lautere Suppe aus Knochen bereitet, wenig schmackhaft, Kartoffelsuppe (besser); Fleisch: faschierter Rindsbraten. Fleischknödel, durchschnittliches Gewicht 150 g (laut Küchenzettel werden hierzu 180 g rohes Fleisch und 30 g Semmelbrösel verwendet). Zubereitung entspricht; wegen Mangel an Milch – die Sektion erhielt am Inspektionstage statt der angeforderten 157 Liter nur 50 Liter – konnten Milchspeisen nicht erzeugt werden und erhielten die Kranken als Ersatz Kartoffel; dieser Vorgang ist in mehreren Sektionsküchen üblich, die Verwaltungskommission und das Spitalskommando hat von dieser Art der Surrogierung – die vom ärztlichen Standpunkte auch nicht allgemein zu billigen ist – keine Kenntnis. Brot wird in Wecken zu 1.600 Gramm ausgebacken, erhält der Kranke ein Viertel Wecken, das Brot wird morgens verteilt und zumeist gleich gegessen. Weißes Brot zu 100 gramm. Portionen vollgewichtig, Qualität entspricht.
Nach übereinstimmenden Angaben vieler befragter Kranken erhalten sie: morgens schwarzen Kaffee, mittags: Suppe und eine Speise und zwar 1-2 Mal wöchentlich Gulyas, oder Kraut, oder Kartoffel oder eine Mehlspeise. Eine Zubuße in Form eines Gabelfrühstücks oder einer Jause wird nicht verabreicht. Abends sollen auch bisher öfters sogenannte „Stinten“ das sind kleine Fische ohne weitere Zubereitung ausgegeben worden sein, die nicht gerne gegessen wurden. Beim Militärverpflegsmagazin befindet sich auch aus diesem Grunde kein Vorrat an diesen Fischen mehr.

Ende des 1. Teils

Zu Dr. Johann Jakob FRISCH lesen Sie bitte:

Geboren in ERLAU [https://de.wikipedia.org/wiki/Eger_(Ungarn)] in Ungarn am 7. Februar 1861 als Sohn eines Malers. Er studierte Medizin an der medizinischen Fakultät der Universität in Budapest, wo er am 23. Oktober 1886 promovierte. Am 2. Februar 1882 assentiert [DUDEN:(österreichisch veraltet) auf Militärdiensttauglichkeit hin untersuchen] , diente er als einjährig freiwilliger militärärztlicher Eleve im Garnisonspital Nr. 16 in Budapest (vom 1. Oktober 1883 bis 30. September 1884). 1887/88 wurde er für ein Jahr an die chirurgische Klinik von Professor Dr. Josef KOVACS zwecks Weiterbildung kommandiert. 1899 legte er die stabsärztliche Prüfung  [Betrachtungen über die stabsärztliche Prüfung 
Teil 1 http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1897&size=45&page=87 und Teil 2 http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1897&size=45&page=97] „mit entsprechendem Gesamterfolg“ ab.
Weitere Stationen seiner militärärztlichen Karriere waren:
— 1902-1907: Garnisonschefarzt und Truppenspitalskommandeur in RZESZOW
https://de.wikipedia.org/wiki/Rzesz%C3%B3w
— 1907-1910: Chefarzt an der Technischen Militärakademie in MÖDLING   https://de.wikipedia.org/wiki/K.u.k._Technische_Milit%C3%A4rakademie
— 1910-1916: im Garnisonspital Nr. 2 in WIEN; zuerst als Stellvertreter des Spitalskommandanten, Ende 1912 zum Kommandanten ernannt.
— November 1916- März 1917: Sanitätschef des Militärkommandos Wien.
— März 1917 – Kriegsende 1918:  Vorstand der Sanitätsabteilung (Abteilung Nr. 14)  im k. u. k. Kriegsministerium.

Zeitgenössische Berichte über ihn in Tageszeitungen: Der neue Sanitätschef des Militärkommandos Wien

IN: Neues Wiener Journal vom 1. Dezember 1915 http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwj&datum=19151201&seite=9&zoom=33&query=%22dr%2Bjohann%2Bfrisch%22&provider=P02&ref=anno-search

Ernennung zum Vorstand der 14. Abteilung des Kriegsministeriums

IN: Fremden-Blatt 10. März 1917

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=fdb&datum=19170310&seite=26&zoom=33&query=%22dr%2Bjohann%2Bfrisch%22&provider=P02&ref=anno-search

Foto von Johann FRISCH siehe: Erzherzogin Maria Therese im Kriegsspital VI (Wien-Simmering)

IN: Das interessante Blatt 25. Jänner 1917

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=dib&datum=19170125&seite=9&zoom=33&query=%22dr%2Bfrisch%22&provider=P02&ref=anno-search

Beschwerde über Johann FRISCH

IN: Arbeiterzeitung 1. Februar 1918

Zu Professor Dr. Josef KOVACS lesen Sie bitte einen zeitgenössischen Nachruf aus der Wiener Medizinischen Wochenschrift aus dem Jahr 1897, Nr. 33

„Nachruf Josef KOVACS pdf“

Zu Dysenterie und Kriegstyphus zwei Artikel:

Über Dysenterie von Gustav SINGER

IN: Militärarzt 1914

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1914&size=45&page=251

Beobachtungen über Kriegstyphus von Alexius REISZ

IN: Militärarzt 1916

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1916&size=45&page=205

Text: Reinhard Mundschütz

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„1. Weltkrieg & Medizin“ [39]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE in Böhmen 1914 – 1918, Folge 6 – „Türken in Pardubitz“

„1. Weltkrieg & Medizin“ [39]: Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE  in Böhmen 1914 – 1918

Folge 6 – „Türken in Pardubitz“

Bereits für die österreichische Südtiroloffensive [https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreich-Ungarns_S%C3%BCdtiroloffensive_1916] im Mai 1916 spielte die Überlegung, türkische Truppen dabei einzusetzen eine Rolle.

Tatsächlich zum Einsatz kamen sie jedoch erst im August 1916, als nach dem Beginn der Brussilow-Offensive Anfang Juni 1916 [https://de.wikipedia.org/wiki/Brussilow-Offensive] die Verluste der k. u. k. Truppen stark angestiegen waren.

Der türkische Kriegsminister, Enver Pascha [https://de.wikipedia.org/wiki/Enver_Pascha], hatte sich Anfang Juni 1916 bereit erklärt zwei Divisionen (als Ottomanisches XV. Korps in die k. u. k. Armee eingegliedert [https://en.wikipedia.org/wiki/XV_Corps_(Ottoman_Empire)]), nach Galizien zu schicken.

Im Laufe des August 1916 trafen die Truppen am Kriegsschauplatz in Galizien ein und blieben dort als Unterstützung der österreichischen Truppen bis September 1917.

General-Kirchbach---Frontbesuch-von-4-türkischen-Stabsoffizieren-Mai-1917

Foto: R. Mundschütz; Frontbesuch türkischer Stabsoffiziere im Mai 1917- in der Mitte Generaloberst Baron Kirchbach [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_von_Kirchbach_auf_Lauterbach]

Dazu lesen Sie bitte:

Barbara SEISS: Die osmanischen Truppen im Ersten Weltkrieg an der Galizien-Fronthttp://othes.univie.ac.at/19819/1/2012-04-02_0500993.pdf

Ausgewählte Artikel in Zeitungen:

Neuigkeits-Welt-Blatt vom 1. August 1916: Türkische Truppen an unserer Nordostfronthttp://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwb&datum=19160801&seite=3&zoom=33&query=%22t%C3%BCrkische%2Btruppen%22&provider=P02&ref=anno-search

Reichspost vom 16. September 1916: Bei den Türken in Galizien

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&datum=19160916&seite=2&zoom=33&query=%22t%C3%BCrken%22%2B%22galizien%22&provider=P02&ref=anno-search

Böhmerwald Volksbote vom 21. September 1916: Das Türkenviertel der galizischen Front

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=bvb&datum=19160921&seite=2&zoom=33&query=%22t%C3%BCrken%22%2B%22galizien%22&provider=P02&ref=anno-search

Pilsner Tagblatt vom 24. September 1916: Bei den Türken in Galizien

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pit&datum=19160924&seite=10&zoom=33&query=%22t%C3%BCrken%22%2B%22galizien%22&provider=P02&ref=anno-search

Die Neue Zeitung vom 31. Oktober 1916: Der blutige Sieg an der Zlota Lipa

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nzg&datum=19161031&seite=5&zoom=33&query=%22t%C3%BCrkische%2Bverb%C3%BCndete%22&provider=P02&ref=anno-search

Neuigkeits-Welt-Blatt vom 21. November 1916: Bei den ottomanischen Bundesgenossen in Ostgalizien

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwb&datum=19161121&seite=5&zoom=33&query=%22t%C3%BCrkische%2Boffiziere%22&provider=P02&ref=anno-search

1917

Znaimer Tagblatt vom 30. Jänner 1917: Östlicher Kriegsschauplatz

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ztb&datum=19170130&seite=3&zoom=33&query=%22t%C3%BCrkische%2Btruppen%22&provider=P02&ref=anno-search

Teplitz-Schönauer Anzeiger vom 12. März 1917: Die Türken in Galizien

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tsa&datum=19170312&seite=7&zoom=33&query=%22t%C3%BCrken%2Bin%2Bgalizien%22&provider=P02&ref=anno-search

Bereits Anfang August 1916 erließ das Kriegsministerium in Wien aufgrund einer Anforderung des AOK [https://de.wikipedia.org/wiki/Armeeoberkommando_(%C3%96sterreich-Ungarn] Weisungen, im Hinterland für die Aufnahme kranker und verwundeter Türken „vorläufig die Reservespitäler NYITRA [https://de.wikipedia.org/wiki/Nitra] und TRENCSEN [https://de.wikipedia.org/wiki/Tren%C4%8D%C3%ADn]sowie das Kriegsspital GÖDING  [https://de.wikipedia.org/wiki/Hodon%C3%ADn] mit je 500 Betten“ zur Verfügung zu stellen.

Doch schon in der zweiten Septemberhälfte 1916 verlangte das AOK weitere „Betten“.

Das Kriegsministerium in Wien ordnete daraufhin an, dass „zur Aufnahme   von kranken und verwundeten türkischen Heeresangehörigen im Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ 1.500 Betten und im Reservespital in OLMÜTZ [https://de.wikipedia.org/wiki/Olm%C3%BCtz] 500 Betten bereitzustellen wären.“

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Fotos: R. Mundschütz; In Ostgalizien verwundete Türken werden mit der Eisenbahn ins Hinterland gebracht

„Infolge starken Zuganges an kranken und verwundeten türkischen Heeresangehörigen aus dem Armeebereiche“ wurde Anfang Oktober 1916 dann auch noch das Reservespital in WALLACHISCH MESERITSCH [https://de.wikipedia.org/wiki/Vala%C5%A1sk%C3%A9_Mezi%C5%99%C3%AD%C4%8D%C3%AD] bestimmt.

Darüber hinaus wurden in Wien und Budapest noch türkische Rekonvaleszenten-Abteilungen errichtet.

Aufgrund der großen Zahl an Verwundeten und Kranken sandte das „kaiserliche ottomanische Kriegsministerium“ „42 türkische Unteroffiziere und Soldaten behufs Verteilung an die Spitäler, in denen sich türkische Verwundete befinden“, nach Österreich. Sie sollten als Krankenpfleger oder Dolmetsche Verwendung finden.

Das Reservespital Nr. 2 in Pardubitz erhielt 9 Mann, darunter „wenigstens ein der deutschen Sprache mächtiger Mann“.

Da die Offiziersverluste des ottomanischen 15. Armeekorps „derartig bedeutend waren, dass hiedurch in der Kommandoführung große Schwierigkeiten entstanden waren“, ersuchte der türkische Korpskommandant, „dass den in Betracht kommenden Spitalskommanden anbefohlen werde, den in ärztlicher Behandlung befindlichen ottomanischen Offizieren weder Erholungs- noch sonstige Urlaube zu bewilligen, sondern dieselben sofort nach deren Genesung zu ihren Truppenkörpern einrückend zu machen.“

In der Zeit von September 1916 bis einschließlich April 1917, also im Laufe von acht Monaten, wurden allein in das k. u. k. Reservespital Nr. 2 in Pardubitz 6338 kranke und verwundete Türken aufgenommen.

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Pardubitz-01-RS
Foto: R. Mundschütz

Abschrift des Textes der obigen Ansichtskarte, die Franz Metzner an seine Mutter Theresia im Jänner 1917 geschrieben hat:

Pardubitz 24. Jänner 1917Liebe gute Mutter!

Anbei beste Grüße aus der schönen Stadt Pardubitz wo wir gestern mit dem türkischen Transport aus Stryj [https://de.wikipedia.org/wiki/Stryj] angelangt sind. Bei diesem Transport habe ich den Offizierswagen müssen bedienen so daß ich ein schönes Trinkgeld verdient habe von 4 K. Ich behalte auch weiter diesen Wagen was auch von Herzen begrüße. Man konnte sich ziemlich deutsch mit die Offiziere verständigen ausgenommen der Mannschaft. Anbei die Ansicht vom Barakenspital wo 20.000 Mann Platz haben in 130 Baraken wie eine Stadt so groß.In diesen Spital haben wir auswagoniert.

Es sind drin 5-7000 Türken. Ich bin trotz der 15-20 Grad galizischen Kälte noch gesund wünsche auch Euch mit besten Grüßen Alle

Franz Metzner

aus ZUCKMANTEL [https://de.wikipedia.org/wiki/Zlat%C3%A9_Hory]

Am 24. April 1918 befanden sich noch 500 türkische Soldaten im Reservespital Nr. 2, die noch Ende des Monats nach Wien gebracht wurden. Gleichzeitig wurde auch der im Spital befindliche türkische Aufsichtsoffizier Hauptmann Mehmed MURAD nach Wien beordert, da seine Aufgabe im Spital beendet war.

Die Zahl der im Reservespital – zumeist an Infektionen – verstorbenen Türken betrug 515. Begraben wurden sie in einem Massengrab auf dem städtischen Friedhof in Pardubitz. Eine Gedenktafel erinnert heute an ihr Schicksal.

Text: Reinhard Mundschütz

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„1. Weltkrieg & Medizin“ [36]: Das Reservespital Nr. 2 in Pardubitz / Pardubice in Böhmen 1914 – 1918 (Teil 5.3)

Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE  in Böhmen 1914 – 1918

Folge 5.3 – Zu Organisation und Verwaltung des „Reservespitals Nr. 2“

Jede der sechs Spitalssektionen (Nr. I bis Nr. VI) bestand aus mehreren Krankenabteilungen, einer Sanitätsabteilung und einer eigenen Apotheke.  Sie unterstanden einem Militärarzt, dem sogenannten „Spitalssektionskommandanten“.

„Dieser leitete und überwachte den gesamten militärischen, ärztlichen und ökonomisch-administrativen Dienstbetrieb innerhalb der Spitalssektion nach den vom Spitalskommando erhaltenen Direktiven und war für diesen Dienstbetrieb sowie für die Verwendung des Materials verantwortlich. Ihm stand das Disziplinarstrafrecht eines Unterabteilungskommandanten zu.“

In den sechs Sektionen befanden sich nach Angaben in einem Schreiben des k. u. k. Kriegsministeriums vom Februar 1918 folgende Krankenabteilungen:

I. SEKTION:

— TRACHOMABTEILUNG  [https://de.wikipedia.org/wiki/Trachom]
— INFEKTIONSABTEILUNG
— ABTEILUNG FÜR TÜRKISCHE HEERESANGEHÖRIGE
— ABTEILUNG FÜR MALARIAKRANKE– CHIRURGISCHE ABTEILUNG

SEKTIONSKOMMANDANT:

Stabsarzt der Reserve Dr. Maximilian SCHNECK, geboren 1864 in Wien, war eingerückt vom 3. Mai 1916 bis 2. September 1917 und wurde dann ins Reservespital Nr. 2 nach Pardubitz versetzt. Nach dem Krieg war er in Wien als Arzt tätig, wo er im November 1933 verstarb.
Arbeiter Zeitung vom 21. November 1933
Dr. Maximilian Schneck verstorben
[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=aze&datum=19331121&seite=4&zoom=33&query=%22maximilian%2Bschneck%22&provider=P03&ref=anno-search]

Lesen Sie hier bitte weiteres zum Thema Trachom:

Wiener medizinische Wochenschrift 1918

Einiges über Trachom 1918 2 Teile

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1918&size=45&page=211

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1918&size=45&page=236

Zum Thema „Türkische Heeresangehörige“:

Neuigkeits-Weltblatt vom 1. August 1916

Türkische Truppen an unserer Nordostfront

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwb&datum=19160801&seite=3&zoom=33&query=%22t%C3%BCrken%22%2B%22galizien%22&provider=P02&ref=anno-search

II. SEKTION:

— ABTEILUNG FÜR HAUT- + VENERISCH KRANKE

SEKTIONSKOMMANDANT:

Landsturmregimentsarzt Dr. Kamill FIALA, geboren 1880, Domizil in Prag, Bezirksarzt, eingeteilt beim k. u. k. Infanterieregiment Nr.36. Er wurde bei der am 18. Mai 1915 als „derzeit felddienstuntauglich auf 6 Monate und zu Diensten bei Sanitätsanstalten im Hinterlande verwendbar“ eingeteilt und zum Dienst beim k. u. k. Garnisonspital Nr. 13 in Theresienstadt/ Terezín/Tschechien [https://de.wikipedia.org/wiki/Terez%C3%ADn] einberufen. Als Konsiliararzt für Geschlechtskrankheiten wurde er später dem Reservespital Nr. 2 in Pardubitz als Dermatologe und Syphilitologe zugeteilt.

Lesen Sie hier bitte weiteres zum Thema Haut- und Geschlechtskrankheiten:

Wiener medizinische Wochenschrift 1915

Die dermatologischen Erfahrungen im Kriege

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1915&size=45&page=539

Wiener medizinische Wochenschrift 1915

Einige Beobachtungen über Hautkrankheiten im Kriege 2 Teile

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1915&size=45&page=181

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1915&size=45&page=201

Wiener medizinische Wochenschrift 1915

Ein Erfolg im Kampf gegen die Geschlechtskrankheiten

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1915&size=45&page=771

III. SEKTION:

— ABTEILUNG FÜR ÖSTERREICHISCHE CHIRURGISCH KRANKE
— ABTEILUNG FÜR HALS- + OHRENLEIDEN
— ABTEILUNG für MALARIAKRANKE
— AUGENABTEILUNG– ZAHNÄRZTLICHES AMBULATORIUM– ORTHOPÄDIE

SEKTIONSKOMMANDANT:

Landsturmregimentsarzt Dr. Jaromir KOTESOVEC, geboren am 23. April 1877 in Königseck/Kunžak/Tschechien [https://de.wikipedia.org/wiki/Kun%C5%BEak] als Sohn eines „Bürgerschuldirektors“. Im Juni 1898 in die k. u. k. Armee als Einjährig-Freiwilliger eingetreten, verpflichtete er sich zu einer vierjährigen aktiven Dienstleistung. Gleichzeitig studierte er Medizin an der „böhmischen“ Universität in Prag und promovierte hier am 1. Februar 1903 zum Doktor der gesamten Heilkunde. Er diente ab 1. April 1903 im Garnisonspital Nr. 12 in Josefstadt  [https://de.wikipedia.org/wiki/Josefov_(Jarom%C4%9B%C5%99)], dann beim Infanterieregiment Nr. 36 und war ab 1. April 1904 im Garnisonspital Nr. 1 in Wien. Hier besuchte er von Oktober 1904 bis Juli 1905 die militärärztliche Applikationsschule.   [http://woerterbuchnetz.de/Meyers/?sigle=Meyers&mode=Vernetzung&hitlist=&patternlist=&lemid=IM06006]. Ab 1. August 1905 war er dem Garnisonspital Nr. 13 in Theresienstadt/ Terezín/Tschechien zugeteilt, wurde dann im November 1906 zum Infanterieregiment „Freiherr v. Reinländer Nr. 24“ versetzt. Am 7. März 1915 in die Reserve versetzt.  Nach seiner Einteilung zum Reservespital Nr. 2 in Pardubitz absolvierte er am 17. April 1916 einen dreiwöchigen Kurs „behufs Schulung in der mechano-therapeutischen Behandlung Kriegsbeschädigter“ im Reservespital Nr. 11 in Wien.

Zur „mechano-therapeutschen Behandlung Kriegsbeschädigter“ lesen Sie bitte den Artikel von:

Oberstabsarzt Dr. Hans SPITZY: Organisation und Arbeit in den Invalidenschulen 2 Teile

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1916&size=45&page=317

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1916&size=45&page=335

Über Malaria lesen Sie bitte:

Wiener medizinische Wochenschrift 1917 2 Teile

Über Malaria

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1917&size=45&page=568

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1917&size=45&page=582

IV. SEKTION:

— ABTEILUNG INTERNE
— ABTEILUNG FÜR NERVENKRANKE
— ABTEILUNG MALARIA UND INTERNE

SEKTIONSKOMMANDANT:

Landsturmstabsarzt Dr. Karl KRASA, Oberbezirksarzt aus Chrudim/Chrudim/Tschechien [https://de.wikipedia.org/wiki/Chrudim], geboren am 16. Dezember 1868 in Beneschau/Benešov/Tschechien [https://de.wikipedia.org/wiki/Bene%C5%A1ov], wurde am 27. November 1886 als einjährig freiwilliger „assentiert“ [=für tauglich zum Militärdienst erklärt] mit der Bestimmung als Mediziner auf 10 Jahre im „stehenden Heer“ [https://de.wikipedia.org/wiki/Stehendes_Heer] zu dienen. Er studierte Medizin in Prag, wo er 1892 promovierte. Er war beteiligt beim Aufbau der k. u. k. Beobachtungsstation in Kolin 1914/15  [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ptb&datum=19150718&seite=9&zoom=33&query=%22karl%2Bkrasa%22&provider=P02&ref=anno-search]. 1916 wurde er dann dem Reservespital Nr. 2 in Pardubitz zugeteilt.

Über „Nervenkrankheiten“ lesen Sie bitte:

Wiener medizinische Wochenschrift 1916

Über Neurosen im Kriege

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1916&page=692&size=45

Wiener medizinische Wochenschrift 1916 2 Teile

Die Psychosen des Krieges

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1916&size=45&page=753

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1916&size=45&page=768

Wiener medizinische Wochenschrift 1917 2 Teile

Einige Beiträge zum Wesen der sogenannten Kriegsneurosen

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1917&size=45&page=896

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1917&size=45&page=915

Wiener medizinische Wochenschrift 1918

Kriegsneurologisches und Kriegspsychiatrisches

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1918&size=45&page=849

V.  SEKTION:

— ABTEILUNG FÜR LUNGENKRANKE
— AUSTAUSCHINVALIDE EIGENE UND TÜRKISCHE  SOLDATEN– CHIRURGIE FÜR ÖSTERREICHER
— MALARIA
— OFFIZIERSBARACKE (BARACKE Nr. 20 für erkrankte Offiziere)

SEKTIONSKOMMANDANT:

Stabsarzt der Reserve Dr. Johann SEDIVEC, geboren 1877, Heimatgemeinde Bolewetz/Bolevec/Tschechien heute Teil von Pilsen/Plzeň/Tschechien https://de.wikipedia.org/wiki/Pilsen. Vom 11. Oktober 1914 bis 15. September 1915 am nördlichen Kriegsschauplatz eingesetzt (war Kommandant des Feldspitals 8/15). Er erkrankte im Mai 1915 an „chronischer Blinddarmentzündung“ wurde als „felddienstuntauglich“ ins „Hinterland“ geschickt und schließlich mit Dezember 1916 in den Ruhestand versetzt. Auf sein Ersuchen hin wurde er Mitte 1917 „auf Mobilitätsdauer aktiviert“ und zum Reservespital Nr. 2 nach Pardubitz versetzt.

Zur „Invalidenfürsorge“ lesen Sie bitte:

Wiener medizinische Wochenschrift 1915

Über die technische Invalidenfürsorge

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1915&size=45&page=465

VI. SEKTION:

— SKRIVANEKSCHULE UND KAVALLERIEKASERNE (in der Stadt Pardubitz)
— TRUPPENSPITAL      (in der Stadt Pardubitz)
— ABTEILUNG FÜR MALARIAKRANKE

SEKTIONSKOMMANDANT:

Regimentsarzt der Reserve Dr. Heinrich KOLAR. Er wurde im Mai 1915 vom Garnisonspital Nr. 13 in Theresienstadt/ Terezín/Tschechien dem Militärkommando in Leitmeritz zur Verfügung gestellt. Später – als Chefarzt des Kriegsgefangenenlagers in Braunau/Broumov/Tschechien [https://de.wikipedia.org/wiki/Broumov] – war er für die Maßnahmen zur Bekämpfung einer Epidemie im Lager verantwortlich. Dafür wurde ihm das „Goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille“ verliehen. [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=19161109&seite=3&zoom=33&query=%22dr%2Bheinrich%2Bkolar%22&provider=P01&ref=anno-search]

Text:  Dr. Reinhard Mundschütz

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„1. Weltkrieg & Medizin“ [34]: Das Reservespital Nr. 2 in Pardubitz / Pardubice in Böhmen 1914 – 1918 (Teil 5.2)

Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE  in Böhmen 1914 – 1918

Folge 5.2 – Zu Organisation und Verwaltung des „Reservespitals Nr. 2“  

Zum Spitalskommando gehörte neben dem Kommandanten noch ein Oberstabsarzt 2. Klasse als dessen Stellvertreter und sechs weitere Offiziere für „Angelegenheiten der freiwilligen Sanitätspflege, für die Aufnahme und Entlassung der Kranken und für sonstige Dienstleistungen inklusive Betreuung des Archivs“.

Stellvertreter des Spitalskommandanten war Oberstabsarzt Dr. Nikolaus HACKMANN, der am 9. April 1917 seinen Dienst im Reservespital Nr. 2 in Pardubitz antrat.

Nikolaus HACKMANN, am 26. Juli 1865 in Kamenka/Bezirk Sereth [https://de.wikipedia.org/wiki/Bezirk_Sereth] in der Bukowina [https://de.wikipedia.org/wiki/Bukowina] als Sohn eines „griechisch-orientalischen Weltpriesters“ geboren, besuchte das „Obergymnasium“ in CZERNOWITZ [https://de.wikipedia.org/wiki/Czernowitz]. Sein Medizinstudium absolvierte er an der medizinischen Fakultät der Universität Wien, wo er am 15. Juli 1892 promovierte.

„Militärische Laufbahn“:

– am 4. September 1884 als einjährig Freiwilliger auf Staatskosten zum Infanterieregiment Nr. 4 [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_k.u.k._Kampftruppen ] auf 10 Jahre im stehenden Heere und 2 Jahre Landwehr assentiert

– hat als militärärztlicher Aspirant ein Militärstipendium vom 1. Nov. 1887 bis 1. Jänner 1891 von 500 Gulden jährlich genossen, und wurde als Stipendiat zu einer sechsjährigen Dienstleistung im Aktiv-Stande des Heeres verpflichtet

– 1890 wurde über ihn 14 Tage Kasernenarrest verhängt, weil er zur aktiven Dienstleistung um 14 Tage verspätet einrückte

– 1892 – 1893: Sekundararzt der II. chirurgischen Krankenabteilung im Garnisonsspital Nr. 19 in Pressburg (Bratislava, Poszony), dann zum k. u. k. Infanterieregiment Nr. 80 versetzt

– 1901 Hospitant im Wiener Allgemeinen Krankenhaus/ Abteilung Hofrat Professor Mosetig von Moorhof [http://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_M/Mosetig-Moorhof_Albert_1838_1907.xml]

– 1902 Operateur an der II. chirurgischen Universitätsklinik (Hofrat Professor Gussenbauer [https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Carl_Gussenbauer]) in Wien

– 1911: Chefarzt und Kommandant des Zöglingsspitals der Landwehrkadettenschule in Wien, Lehrer der Gesundheitspflege und des Sanitätsdienstes [https://de.wikipedia.org/wiki/Kadettenschulen_(%C3%96sterreich-Ungarn)], seit 1. November 1911 Oberstabsarzt 2. Klasse

– am 19. August 1912 dem Kommando (Stabe) der k. k. militär- Erziehungs- und Bildungsanstalten zugeteilt. Seit 22. September 1912 auch Lehrer der Gesundheitspflege und des Sanitätsdienstes an der Franz-Joseph-Militärakademie [https://de.wikipedia.org/wiki/K.k._Franz-Joseph-Milit%C3%A4rakademie]

„Fähigkeiten und Charakter“:

Besondere Kenntnisse: Hervorragender Chirurg

Liefert wissenschaftliche Aufsätze in Fachzeitschriften

Guter Reiter, Turner, Fechter, Schwimmer, Radfahrer, Photograph, Musiker (Waldhorn)

Seit 1901 ordentliches Mitglied der k. k. Gesellschaft der Ärzte [https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_der_%C3%84rzte_in_Wien]

„Erster Weltkrieg und Nachkriegszeit“:

– vom 9. Mobilisierungstage bis 15. August 1914: Mitglied der Mannschaftssuperarbitrierungskommission (=[österreichisch] für dienstuntauglich erklären) in St. Pölten

– vom 15. August 1914 bis 9. Jänner 1917 Spitalskommandant des Feldspital I der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz

– vom 15. August 1914 bis 15. Juni 1915 unterstellt dem k. u. k. 3. Armee-Etappen-Kommando

– 15. August 1914 bis 27. August 1914: Aufstellung des Feldspital I der Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuze und Beendigung derselben am 20. Mobilisierungstage

– 27. August 1914 bis 10. September 1914: Am 27. August 1914, als dem 24. Mobilisierungstage, Abmarsch nach CHYROW-RUDKI [https://de.wikipedia.org/wiki/Chyriw] und dortselbst am 30. August 1914 Auswaggonierung, bis 9. September 1914 in Marschbewegung

– 10. September 1914 bis 13. September 1914: Etablierung in SADOWA-WISZNIA [https://de.wikipedia.org/wiki/Sudowa_Wyschnja]

– 13. September 1914 bis 14. Oktober 1914: In Marschbewegung und Retablierung

– 14. Oktober 1914 bis 1. November 1914: Etablierung in STARAWIES [https://de.wikipedia.org/wiki/Stara_Wie%C5%9B_(Wilamowice)]als Verwundeten- und Infektionsspital

– 1. November 1914 bis 12. November 1914: In Marschbewegung

– 12. November 1914 bis 3. Dezember 1914: Etablierung in EPERJES [https://de.wikipedia.org/wiki/Pre%C5%A1ov] als Verwundetenspital. Zugleich Aufstellung eines Barackenspitales für Infektionskranke mit einem Belage von 1.000 Betten

– 3. Dezember 1914 bis 5. Dezember 1914: In Marschbewegung

– 5. Dezember 1914 bis 20. Dezember 1914: Etablierung in KASCHAU [https://de.wikipedia.org/wiki/Ko%C5%A1ice] 20. Dezember 1914 bis 27. Dezember 1914: In Marschbewegung und Kantonierung

– 27. Dezember 1914 bis 11. Mai 1915: Etablierung in NAGY-MIHALY [https://de.wikipedia.org/wiki/Michalovce] als Krankenhaltstation, dann als Verwundeten- und Infektionsspital. Zugleich das dem Feldspitale unterstellte Festungsspital Rozwadów am Dnjestr (nach Nagy-Mihaly verlegt) als Epidemiespital aufgestellt

– 11. Mai 1915 bis 15. Juni 1916: In Marschbewegung über die Karpathen nach SANOK [https://de.wikipedia.org/wiki/Sanok]

– vom 15. Juni 1915 an unterstellt dem k. u. k. 10. Armee-Kommando

– 15. Juni 1915 bis 3. Juli 1915: Bahnfahrt nach Wien und Retablierung dortselbst

– 3. Juli 1915 bis 16. Juli 1915: Bahnfahrt nach KLAGENFURT und Auswaggonierung dortselbst

– 17. Juli 1915 bis 12. Jänner 1917 : Etablierung in PÖRTSCHACH/See [https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%B6rtschach_am_W%C3%B6rther_See] mit einem Belage von 1.000 Betten

– am 9. Jänner 1917 ins k. u. k. Kriegsministerium in Wien versetzt

– im Juli 1917 betraut mit der Errichtung des Malaria-Reservespitals mit einem Belag von 5.000 Betten im Kriegsgefangenenlager Braunau in Böhmen

-vom 7. Mai 1918 bis 4. Juni 1918 Kommandant der IV. Spitalssektion im Reservespital Nr. 2 in Pardubitz, dann krankheitshalber beurlaubt und nach der Einrückung am 27. August 1918 wieder zur Übernahme der IV. Sektion bestimmt; bis zum Kriegsende weiterhin Stellvertreter des Spitalskommandanten im Reservespital Nr. 2 in Pardubitz

– nach dem Krieg als Praktischer Arzt in Wien-Hietzing tätig; er verstarb in Wien am 17. Februar 1937

Nikolaus Hackmann hielt auch Vorträge:

Militärarzt 1903

Wissenschaftlicher Verein der Militärärzte der Garnison Wien (Sitzung vom 31. Jänner 1903)

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1903&size=45&page=47

Militärarzt 1905

Wissenschaftlicher Verein der Militärärzte der Garnison Wien (Sitzung vom 23. Jänner 1904)

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1905&size=45&page=8

Militärarzt 1907

Wissenschaftlicher Verein der Militärärzte der Garnison Wien (Sitzung vom 10. März 1906)

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1907&size=45&page=20

Publikationen von Nikolaus Hackmann:

Die Jodoform-Plombe

IN: Wiener Klinische Wochenschrift 1901

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=8435992&pos=14&phys=

Zur Statistik und operativen Behandlung der Rektumkarzinome

IN: Arbeiten aus dem Gebiete der klinischen Chirurgie 1903

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8537776&pos=2&phys=

Isolierte subkutane Fraktur des os naviculare carpi

IN: Wiener medizinische Presse 1906

2 chirurgische Referate

IN: Österreichische Ärztezeitung 1906

Feuilleton Persönliche Erinnerungen an Hofrat von Mosetig

IN: Neue Freie Presse 1907

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=19070705&seite=1&zoom=33&query=%22mosetig%22&provider=P03&ref=anno-search

Zur Frage der Militärärzte

IN: Österreichische Ärztezeitung 1908

Erzählung „Mademoiselle Mimi“

IN: Militärische Presse /Beilage zum „Fremdenblatt“ 1908

Über Nikolaus HACKMANN als Kommandant des Feldspitals I des Roten Kreuzes siehe auch:

  1. August 1914

Abreise des ersten Feldspitales von Wien

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=bvb&datum=19140830&seite=2&zoom=33&query=%22hackmann%22&provider=P02&ref=anno-search

  1. August 1914

Das erste Feldspital

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pit&datum=19140829&seite=4&zoom=33&query=%22hackmann%22&provider=P02&ref=anno-search

  1. August 1914

Abreise eines Feldspitals

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=lvb&datum=19140829&seite=2&zoom=33&query=%22hackmann%22&provider=P02&ref=anno-search

  1. August 1914

Abreise von zwei Feldspitälern des Roten Kreuzes auf den Kriegsschauplatz

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=19140828&seite=7&zoom=33&query=%22hackmann%22&provider=P02&ref=anno-search

  1. August 1914

Abreise der Feldspitäler vom Roten Kreuz

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=fdb&datum=19140828&seite=9&zoom=33&query=%22hackmann%22&provider=P02&ref=anno-search

  1. November 1914

Inspektionsreise

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=19141110&seite=7&zoom=33&query=%22hackmann%22&provider=P01&ref=anno-search

  1. Dezember 1915

Pörtschach am Wörthersee – Besuche im Feldspitale I der Gesellschaft des Roten Kreuzes

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=gtb&datum=19151222&seite=5&zoom=33&query=%22hackmann%22&provider=P03&ref=anno-search

  1. August 1915

Erherzog Franz Salvator in Pörtschach

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pel&datum=19150820&seite=14&zoom=33&query=%22hackmann%22&provider=P02&ref=anno-search

  1. November 1916

Die Roten Kreuz Kalender pro 1917

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwb&datum=19161105&seite=8&zoom=33&query=%22hackmann%22&provider=P02&ref=anno-search

  1. März 1916

Sportunfall in Pörtschach

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&datum=19160315&seite=9&zoom=33&query=%22hackmann%22&provider=P02&ref=anno-search

  1. September 1916

Von einer Hochgebirgslawine verschüttet

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwj&datum=19160927&seite=6&zoom=33&query=%22hackmann%22&provider=P02&ref=anno-search

  1. Jänner 1917

Zum Abschied Hackmanns von Pörtschach

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=gtb&datum=19170112&seite=10&zoom=33&query=%22hackmann%22&provider=P03&ref=anno-search

  1. Jänner 1918

Zum Feldspital I

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=gtb&datum=19180109&seite=6&zoom=33&query=%22hackmann%22&provider=P03&ref=anno-search

  1. Jänner 1918

Zdarskys Lawinenunfall

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sne&datum=19180119&seite=1&zoom=33&query=%22hackmann%22&provider=P03&ref=anno-search

Zu Mathias Zdarsky
https://de.wikipedia.org/wiki/Mathias_Zdarsky

Zum ROTEN KREUZ:

Die Kriegskosten des Roten Kreuzes v. 14. September 1914

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=fdb&datum=19140904&seite=12&zoom=61&query=%22reservespit%C3%A4ler%22&provider=P02&ref=anno-search

Text:  Dr. Reinhard Mundschütz

“1. Weltkrieg & Medizin” –>alle Beiträge

„1. Weltkrieg & Medizin“ [33]: Das Reservespital Nr. 2 in Pardubitz / Pardubice in Böhmen 1914 – 1918 (Teil 5.1)

Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE  in Böhmen 1914 – 1918

Folge 5.1 – Zu Organisation und Verwaltung des „Reservespitals Nr. 2“  

Mit der Übernahme der Beobachtungsstation in die k. u. k. Armee änderte sich auch die Organisationsstruktur des neugeschaffenen „Reservespitals Nr. 2“. Nach einem Schreiben des k. u. k. Kriegsministeriums vom 26. Juli 1916 gliederte sich das Spital von nun an in:

– das Spitalskommando

– die Spitalssektionen Nr. I bis V (9.210 Krankenbetten) und die Spitalssektion VI (1.402 Krankenbetten; in ihr sind die außerhalb des Barackenspitals in der Stadt untergebrachten Krankenabteilungen in der Skrivanekschule, Kavalleriekaserne und dem Truppenspitale zusammengefasst)

– das bakteriologische Laboratorium und das Leichenhaus

– das Spitalsverpflegungsmagazin

– das Zentralmagazin für Medikamente und Verbandstoffe

– das Zentralmonturmagazin und

– die Gebäudeverwaltung

In dem Schreiben heißt es weiter:

Der Dienstbetrieb im Reservespital Nr. 2 in Pardubitz wird wie in Garnisonsspitälern gehandhabt. [Eine Zusammenstellung der Garnisonen mit den Garnisonspitälern in Österreich-Ungarn finden Sie hier: [https://de.wikipedia.org/wiki/Garnisonen_der_Landstreitkr%C3%A4fte_%C3%96sterreich-Ungarns]

Der Spitalskommandant leitet und überwacht den gesamten Dienstbetrieb im Reservespital. Ihm steht das Disziplinarstrafrecht wie dem Kommandanten eines Garnisonspitales zu. 

Zum Kommandanten wurde im November 1916 Generalstabsarzt Dr. Bronislaus (Bronisław) MAJEWSKI ernannt.

http://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_M/Majewski_Bronislaw_1853_1934.xml

https://pl.wikipedia.org/wiki/Bronis%C5%82aw_Majewski_(genera%C5%82) in polnischer Sprache

Majewski, am 4. Oktober 1853 in Lemberg [https://de.wikipedia.org/wiki/Lwiw] als Sohn eines „Lemberger Bürgers und Hausbesitzers“ geboren, studierte an der medizinischen Fakultät an der Universität Wien, wo er 1881 promovierte. Er meldete sich bereits im Jahr 1876 zur Armee.

„Militärische Laufbahn“:

– militärärztlicher Eleve [Synonym für SCHÜLER] 1876 – 1878 in den Garnisonspitälern Nr. 2 in Wien und Nr. 14 in Lemberg

-Oberarzt in der Reserve, 1881 und 1882 zum Ulanenregiment Nr. 11 [http://www.kuk-wehrmacht.de/regiment/ulanen/u11.html] und Infanterieregiment Nr. 65 [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_k.u.k._Kampftruppen] zugeteilt

– 1883 als Oberarzt zum Genieregiment Nr. 1 in Przemysl [https://de.wikipedia.org/wiki/Przemy%C5%9Bl]

– 1885/6 Infanterieequitation [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ved&datum=18720804&seite=4&zoom=33&query=%22infanterie%2Bequitation%22&provider=ENP&ref=anno-search] mit gutem Erfolge

– 1886 durch ein Jahr an der chirurgischen Klinik der Universität Krakau

– 1888 zum Genieregiment Nr. 2 in Wien

– 1893 als Stabsarzt zum Garnisonsspital Nr. 3 in Przemysl versetzt (Lehrarzt in der chirurgischen Abteilung), dessen Kommandant er 1907 im Range eines Oberstabsarztes wurde

– 1896 legte er die Prüfung zum Stabsarzt mit entsprechendem Erfolg ab, „Gesamteindruck günstig“

– 1909 zum Sanitätschef des 10. Korps ernannt

– 1912 zum Generalstabsarzt befördert  

Fähigkeiten und Charakter“:

Spricht und schreibt polnisch und ruthenisch vollkommen, russisch gut. Spricht auch: böhmisch, kroatisch, serbisch zum Dienstgebrauche genügend, französisch notdürftig

Reitet sehr gut

In allen Zweigen des Sanitätsdienstes ganz genau versiert und vorzüglich verwendbar. Sehr tüchtiger Arzt, bewährter Operateur, auf modernstem Niveau, stets auf Erweiterung seiner Kenntnisse bedacht

„Mitgemachte Feldzüge“:

Als ärztlicher Eleve hat er den „Serbisch-türkischen Krieg 1877/78 [https://de.wikipedia.org/wiki/Serbisch-Osmanischer_Krieg] mitgemacht, eingeteilt bei der Morawa-Armee, dann kommandiert ins Feldspital Krusevac [https://de.wikipedia.org/wiki/Kru%C5%A1evac]

 „Erster Weltkrieg und Nachkriegszeit“:

– 1915 Sanitätschef beim 6. Armee-Etappenkommando

– September 1915 in den Ruhestand versetzt

– November 1916 bis Kriegsende (reaktiviert) Kommandant des Reservespitals Nr. 2 in Pardubitz

– Nach dem Zusammenbruch der Monarchie Übernahme in die Polnische Armee

– 1919 pensioniert; er verbrachte seinen Ruhestand in Przemysl, wo er am 15. Juli 1934 verstarb

General
Foto: Pardubitz 1917; https://pl.wikipedia.org/wiki/Plik:GeneralMajewski2.jpg

Er publizierte einige Artikel und zwar im:

Zentralblatt für Chirurgie 1897

Zur Wundbehandlung (Band 24, Seite 379)

Militärarzt 1899

Über die häufigsten Erkrankungen der Gehörorgane in der k. u. k. Armee und ihre muthmassliche Enstehungsursache; die dagegen zu ergreifenden Massregeln. (= Vortrag gehalten in dem wissenschaftlichen Vereine der Militärärzte der Garnison Przemysl, am 3. November 1898)

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1899&size=45&page=13 

Brüche langer Röhrenknochen, ihre Behandlung in Gehverbänden und Anwendung in der Kriegschirurgie (= nach einem im militärwissenschaftlichen Vereine zu Przemysl gehaltenen Vortrage)

2 Teile

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1899&size=45&page=29

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1899&page=38&size=45

Militärarzt 1901

Sanitäre Einrichtungen und Vorkehrungen im griechisch-türkischen Kriege im Jahre 1897 (= Vortrag, gehalten am 28. April 1899 anlässlich der applicatorischen Übungen für die k. u. k. Militärärzte der Garnison Przemysl)

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1901&page=4&size=45

Militärarzt 1902

Der erste Verband (Vortrag, gehalten im Wissenschaftlichen Vereine der Militärärzte der Garnison Przemysl)

4 Teile

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1902&size=45&page=19

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1902&size=45&page=28

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1902&size=45&page=36

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1902&size=45&page=46 

Krankenpflege 1903

Das Bett im Kriege (Nr. 7)

Militärarzt 1907

Über die Behandlung der Exerzierschusswunden (Vortrag, gehalten am 27. November 1906 in der Sitzung des Wissenschaftlichen Vereines der Militärärzte der Garnison Przemysl)

3 Teile

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1907&size=45&page=29

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1907&size=45&page=38

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1907&size=45&page=48

Militärarzt 1910

Der gegenwärtige Stand der Wundbehandlung im Felde (Vortrag, gehalten am 30. August 1909 in der 20. Sektion des Intern. Ärztekongresses in Budapest)

2 Teile

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1910&size=45&page=109

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1910&size=45&page=117

MAJEWSKI nahm auch an Sitzungen militärärztlicher wissenschaftlicher Vereine und an Tagungen teil:

Militärarzt 1903

Wissenschaftlicher Verein der Militärärzte der Garnison Przemysl

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1903&size=45&page=52

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1903&size=45&page=62

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1903&page=102&size=45

Militärarzt 1905

Wissenschaftlicher Verein der Militärärzte der Garnison Przemysl

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1905&size=45&page=51

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1905&size=45&page=105

Militärarzt 1910

Wissenschaftlicher Verein der Militärärzte der Garnison Przemysl. Sitzung vom 29. April 1910

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1910&page=98&size=45

Militärarzt 1911

Wissenschaftlicher Verein der Militärärzte der Garnison Przemysl. Sitzung vom 25. Februar 1911

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1911&page=68&size=45

Militärarzt 1912

Wissenschaftlicher Verein der Militär- und Landwehrärzte des 11. Korps (Lemberg). Sitzung am 18. Jänner 1912

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1912&size=45&page=42

Wissenschaftlicher Verein der Militärärzte der Garnison Przemysl. Sitzung am 19. Jänner 1912

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1912&page=44&size=45

Militärarzt 1914

  1. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte (abgehalten vom 21. – 28. September 1913 in Wien)

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1914&size=45&page=12

Militärarzt 1915

Vereinigung der Militärärzte in Piotrków, Reservespital II (Sitzung vom 5. März 1915) [https://de.wikipedia.org/wiki/Piotrk%C3%B3w_Trybunalski]

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1915&size=45&page=63

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1915&page=64&size=45

Wissenschaftliche Sitzung der Militärärzte in Piotrków, Russisch Polen (abgehalten am 16. März 1915)

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dma&datum=1915&size=45&page=109

Text:  Dr. Reinhard Mundschütz

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„1. Weltkrieg & Medizin“ [32]: Das Reservespital Nr. 2 in Pardubitz / Pardubice in Böhmen 1914 – 1918 (Teil 4)

Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE in Böhmen 1914 – 1918

Teil 4 – Von der “Beobachtungsstation“ zum „Reservespital Nr. 2“ 1915-16

Nachdem im April 1915 die baldige Eröffnung des „Kriegsnotspitals“ in der Tagespresse angekündigt worden war (siehe Teil 2), stellte das für Pardubitz zuständige Korpskommando in Leitmeritz/Litoměřice  https://de.wikipedia.org/wiki/Litom%C4%9B%C5%99ice  in einem Bericht vom 8. Mai 1915 an das k. u. k. Kriegsministerium in Wien folgendes fest:

„Dass die bereits fertiggestellten Objekte so eingerichtet sind, dass viele unserer, selbst als gut eingerichtet geltende Spitäler diese Einrichtungen nicht im Entferntesten besitzen. Neben luxuriös ausgestatteten Operationszimmern, den neuesten Röntgenkabinetten, bakteriologischem Laboratorium, Badezimmern etc. gibt es Küchen, die direkt als erstklassige Ausstellungsobjekte dienen könnten.“

Nach einer weiteren Besichtigung durch den Chef des militärärztlichen Offizierskorps Generalstabsarzt Robert Ritter von Töply

http://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_T/Toeply_Robert_1856_1947.xml

bemerkte dieser in seinem Schreiben vom 11. Juni 1915 an das k. u. k. Kriegsministerium in Wien :

„Mit unverhältnismäßigem, die Kriegsverhältnisse und den provisorischen Zweck außerachtlassendem Aufwand, modernst eingerichtet, im grellen Gegensatz zum ärmlichen Zustand gar vieler Militärsanitätsanstalten.“

Und machte den Vorschlag, dass „der fertig gestellte Komplex als stabiles Reservespital vorzüglich geeignet, von der Heeresverwaltung zu übernehmen und unter Kommando eines tüchtigen höheren Militärarztes zu stellen wäre.“

Mitte Dezember 1915 wurde das Ende des Systems der Beobachtungsstationen in Österreich-Ungarn beschlossen. Begründet wurde das vom k. u. Kriegsministerium folgendermaßen:

„1)  Die veränderte Kriegslage bedingt, dass der größte Teil der Verwundeten und Kranken [Soldaten] nicht mehr im Hinterlande, sondern im Etappenbereiche der Heilung zugeführt wird, weshalb einerseits die Beobachtungsstationen zum größten Teile leer stehen, anderseits aber, da die Höhe des Belagraumes aufrechterhalten werden muss, die Ärzte- und Pflegerzahl zumeist in keinem Verhältnis zu den Heilbedürftigen steht und die Kosten für jeden Kranken daher zu hoch zu stehen kommen.

2)  Durch die Länge des Krieges ergibt sich die Notwendigkeit, Truppenunterkünfte, Schulen und andere öffentliche Gebäude, welche für Spitalszwecke herangezogen worden waren, wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zuzuführen.“

Davon betroffen war auch das Barackenspital in Pardubitz, dessen Bau zwar vollendet, die Einrichtung mehrerer Abteilungen aber immer noch nicht fertig gestellt war.

Am 17., 18. Und 19. Jänner 1916 wurde die Beobachtungsstation Pardubitz auf Anlass des k- u. k. Kriegsministeriums vom Chef des militärärztlichen Offizierskorps neuerlich besichtigt und folgendes schriftlich festgehalten:

„ Zu diesem Zeitpunkt waren erst 3 Abteilungen fertiggestellt mit 5.100 Betten, die aber nur schwach belegt waren (2.833 leere Betten).

Personalstand: 41 Ärzte, 11 Medizinerinnen, 102 „reichsdeutsche“ Pflegerinnen, 321 aufgenommene Hilfspflegerinnen, 188 Mann u. 258 Frauen an Hilfspersonal für gröbere Arbeit, 374 Landsturmmänner für Wach- und Hausdienst, 33 Verwaltungsbeamte, 9 Telephonistinnen, insgesamt 1.337 Personen.

Hervorhebenswerte Bauobjekte:

3 große modernst eingerichtete gemauerte Operationspavillions (2 in Benützung)

Ein vollkommenst ausgestattetes umfangreiches bakteriologisches Laboratorium mit eigenem Stallgebäude

Eine eigene Abteilung für zahnärztliche und Kieferfrakturenbehandlung sowie für Mechanotherapie mit reichlicher technischer Einrichtung

An Mängel wurde festgestellt: abstechend die Straßenpflasterung mit bröckeligen Tonziegeln, die aus ganz dünnem bereits verbogenen Eisenlamellen bestehenden Fußabstreifer bzw. Bodengitter, besonders aber der Mangel einer Kleinbahn in einem so umfangreichen Etablissement, schließlich der Mangel an Vegetation. Der mit beträchtlichen Mitteln in Szene gesetzte ökonomisch-administrative Apparat sowie die großzügigen technischen Einrichtungen ermangeln wegen des geringen Krankenstandes vielfach der ihrer Leistungsfähigkeit angemessenen Betätigung.“

Pardubitz-06-VS
Foto: Reinhard Mundschütz

Kurze Zeit später fiel im k. u. k. Kriegsministerium in Wien der Beschluss, die Beobachtungsstation mit dem Barackenspital in Pardubitz als „Reservespital Nr. 2“ der Heeresverwaltung einzugliedern, und folgendermaßen zu verwenden (Schreiben des Korpskommandos Leitmeritz vom 26. Mai 1916):

„1) Die gesamten Geschlechts- und Hautkranken des Militärkommandobereiches Leitmeritz sollen hier vereinigt werden, [Annähernd die Hälfte aller Geschlechtskrankheiten pflegt mit Tripper, der Rest mit sonstigen Geschlechtskrankheiten behaftet zu sein. Bei dem voraussichtlichen Fassungsraume des für Geschlechtskranke bestimmten Sektors wird somit für die Behandlung von 900 Tripperkranken dieses Spitales vorzusorgen sein. Die heutige Tripperbehandlung mit Druckspritze oder Janett-ansatz erfordert per Kranken täglich mindestens 5 Minuten Behandlungszeit an Vor- und Nachmittagen, Wenn daher in einem Behandlungsraume gleichzeitig an 5 Operationstischen gearbeitet werden kann, ist es möglich, per Stunde maximum 60 solche Kranke entsprechend zu behandeln. Für je 150 Tripperkranke sind somit je 3 Arbeitsstunden vor- und nachmittags auf 5 Behandlungstischen zu rechnen. Daraus folgt aber, dass für alle 1800 Geschlechtskranke mindestens 6 Krankenabteilungen zu bilden und entsprechend mit Behandlungsräumen auszustatten sind]

2) Mit Rücksicht auf den bedeutenden Belagsraum wird für die Unterbringung und Behandlung von Nervenkranken speziell vorgesorgt werden, [eine solche Abteilung wird benötigt, da im Militärkommandobereiche bisher Spezialeinrichtungen zur Behandlung Nervenkranker, dann zur Elektro-Hydrotherapie nicht vorhanden sind]

3) Die bestehenden Vorsorgen für die orthopädische Behandlung chirurgischer Fälle soll weiter ausgebaut werden.“

Die mit 1. Juli 1916 geplante Übernahme des Spitals in die Heeresverwaltung fand erst am 1. August 1916 statt.

Zu Österreich-Ungarn – Korpsbereiche und Ergänzungsbezirke sehen Sie bitte:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Korps_der_%C3%96sterreichisch-Ungarischen_Armee 

Zu Publikationen von Robert TÖPLY im Bestand der Universitätsbibliothek der medizinischen Universität Wien / Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin hier einige Beispiele:

1890 – Krankheiten

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=11979078&pos=14&phys=

1900 – Die Medizin in Österreich im 19. Jahrhundert

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=12015702&pos=5&phys=

1901 – Das Bindfutter – eine historische Studie

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=11962341&pos=6&phys=

1902 – Die Medizin in China

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=12012004&pos=2&phys=

1937 – Vormärz in Wien

http://webapp.uibk.ac.at/alo_cat/card.jsp?id=11902258&pos=12&phys= 

Über Tripper und andere Geschlechtskrankheiten lesen Sie bitte:

Die Gefahren der Geschlechtskrankheiten

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=bhz&datum=19160320&seite=2&zoom=33&query=%22tripper%22&provider=P02&ref=anno-search

und 

Zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=st3&datum=19160513&seite=20&zoom=33&query=%22tripper%22&provider=P02&ref=anno-search 

Zur Behandlung der Geschlechtskrankheiten im Ersten Weltkrieg lesen Sie bitte den Artikel von

Walter PICK: Ein Erfolg im Kampfe gegen die Geschlechtskrankheiten

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=wmw&datum=1915&page=771&size=45 

Text: Reinhard Mundschütz

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„1. Weltkrieg & Medizin“ [31]: Das Reservespital Nr. 2 in Pardubitz / Pardubice in Böhmen 1914 – 1918 (Teil 3.2)

Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE in Böhmen 1914 – 1918

Teil 3.2 – Das Barackenspital im Frühjahr 1916 aus der „Sicht des Militärs“

Anlässlich der Übergabe des Barackenspitals an die Heeresverwaltung im Juni 1916 war im Frühjahr ein genaues Verzeichnis aller Objekte angelegt und eine detailgetreue Beschreibung der Anlage angefertigt worden.

Lesen Sie hier bitte aus der „Baubeschreibung der k. u. k. Kranken- und Verwundetenstation in Pardubitz“ – Fortsetzung:

II. Abteilung                 1.688 Krankenbetten in 36 Krankenbaracken Nr. 1 – 36

PARDU-Gruppe-II

 hievon ist eingerichtet:

1 Baracke Nr. 3 als Augenambulatorium mit 44 Krankenbetten,

1 Baracke Nr. 7 als Ohrenambulatorium mit 44 Krankenbetten,

1 Baracke Nr. 1 als Verbandsaal,

1 Baracke Nr. 26 als Kapelle (katholisch) und Lesehalle.

Die übrigen 32 Baracken mit je 50 Betten, also zusammen mit 1.600 Betten sind normale Krankenbaracken.

Weiter enthält diese Abteilung:

1 Aufnahmegebäude, welches mit dem Aufnahmegebäude für die III. Abteilung gekuppelt ist. Dasselbe enthält außer den Wartehallen, Teeküchen, Aborten, Ärzte- und Pflegerinnenzimmern noch 10 Badekabinen mit Wannen und Duschen:

               8 Wannen mit Duschen in der Halle

               8 Duschen in der Halle und

               8 Fußbäder

1 Entlassungsgebäude mit 10 Wannen und 8 Duschen;

1 Durchgangsgebäude zugleich Apotheke mit 20 Duschen

1 Verbrennungsofen freistehend mit eigenem Kesselhaus

1 Benzinmagazin

3 Übergabebaracken jede für die Überreichung der Speisen aus den Küchen in die Baracken, , 2 Desinfektoren für die Desinfizierung der Bestecke, Termoforen [=Warmhaltebehälter für Speisen]

1 Küche mit 8 Kesseln a 350 l Inhalt, 2 großen Sparherden, 1 Backofen für Mehlspeisen, Küchenapparate, Fleischhauerei und Zugehör

1 Kleidermagazin

1 Matratzenmagazin

1 Gebäude für männliches Arbeitspersonal mit 14 Zimmern und 50 Betten

1 Gebäude für weibliches Arbeitspersonal mit 14 Zimmern und 50 Betten

2 Kohlenmagazine – 1 für Küche und Wohnungsbaracken, 1 für Spitalbaracken beim Empfangsgebäude

1 Nahrungsmittelmagazin

1 Wohngebäude für Beamte mit 17 Zimmern für 17 Beamte, mit 2 Zimmern für 1 Verwalter, mit 2 Zimmern für 4 Diener (zusammen für 22 Personen)

2 Wohngebäude für Ärzte mit je 13 Zimmern für 13 Ärzte, 3 Wohnungen a 2 Zimmer (Primarius, Sekundarius und Assistent) für 3 Ärzte, und 2 Zimmer für 4 Diener (zusammen für 20 Personen)

2 Wohngebäude für Pflegerinnen mit je 43 Zimmern a 2 Betten für 86 Personen, mit 1 Zimmer a 3 Betten für 3 Personen, mit 2 Zimmern a 1 Bett für 2 Personen (zusammen in einem Gebäude für 91 Personen, in 2 Gebäuden für 182 Personen)

1 Administrationsgebäude mit Zentraltelefonstation für die II. Abteilung

2 gemauerte Kehrichtgruben

1 Kaserne für 80 Mann

Pardubitz-13-VS-W-Lukan
Foto: Prof. Dr. Walter Lukan; Inneres einer Spitalsbaracke

   III. Abteilung                 1.690 Krankenbetten in 40 Krankenbaracken Nr. 1 – 40PARDU-Gruppe-III

 hievon ist eingerichtet:

 1 Baracke Nr. 1 als Verbandshalle

2 Baracken Nr. 12 – 13 als orthopädische Abteilung

1 Baracke Nr. 21 als Zahnambulatorium mit 40 Betten

1 Baracke Nr. 28 als Schuster- und Schneiderwerkstätte für Militärinvaliden

1 Baracke Nr. 29 als Tischlerwerkstätte für Militärinvaliden

1 Baracke Nr. 11 als katholische und evangelische Kapelle

Die übrigen 33 Baracken mit je 50 Betten, also zusammen mit 1.650 Betten sind normale Krankenbaracken

Weiter enthält diese Abteilung:

1 Aufnahmegebäude, welches mit der II. Abteilung gekuppelt ist. Dasselbe enthält außer den Wartehallen, Teeküchen, Aborten, Ärzte- und Pflegerinnenzimmern noch 10 Badekabinen mit Wannen und Duschen:

               8 Wannen mit Duschen in der Halle

               8 Duschen in der Halle und

               8 Fußbäder

1 Entlassungsgebäude mit 4 Wannen und 4 Duschen

1 Durchgangsgebäude mit 10 Wannen und 8 Duschen

1 Apotheke

1 Küche mit 8 Kesseln a 350 l Inhalt, 2 großen Sparherden, 1 Backofen für Mehlspeisen, Küchenapparate, Fleischhauerei und Zugehör

1 Kleidermagazin

1 Matratzenmagazin

1 Gebäude für männliches Arbeitspersonal mit 14 Zimmern und 50 Betten

1 Gebäude für weibliches Arbeitspersonal mit 14 Zimmern und 50 Betten

2 Kohlenmagazine – 1 für Küche und Wohnbaracken, 1 für Spitalbaracken beim Aufnahmegebäude

1 Nahrungsmittelmagazin

1 Beamtenwohngebäude mit 17 Zimmern für 17 Beamte, mit 2 Zimmern für 1 Verwalter, mit 2 Zimmern für 4 Diener (zusammen für 22 Personen)

2 Wohngebäude für Ärzte mit je 13 Zimmern für 13 Ärzte, 3 Wohnungen a 2 Zimmer (Primarius, Sekundarius und Assistent) für 3 Ärzte, und 2 Zimmer für 4 Diener (zusammen für 20 Personen, daher in 2 Gebäuden für 40 Personen)

2 Wohngebäude für Pflegerinnen mit je 43 Zimmern a 2 Betten für 86 Personen, mit 1 Zimmer a 3 Betten für 3 Personen, mit 2 Zimmern a 1 Bett für 2 Personen (zusammen in einem Gebäude für 91 Personen, in 2 Gebäuden für 182 Personen)

1 Administrationsgebäude mit Zentraltelefonstation für die III. Abteilung

2 gemauerte Kehrichtgruben

1 Kaserne für 80 Mann

1 öffentlicher Abort für Männer und Weiber

Pardubitz-14-VS-W-Lukan
Foto: Prof. Dr. Walter Lukan; Blick auf die Spitalsbaracken

IV. Abteilung                 1.900 Krankenbetten in 40 Krankenbaracken Nr. 1 – 40

PARDU-Gruppe-IV

 hievon sind eingerichtet:

1 Baracke Nr. 1 als Verbandshalle

1 Baracke Nr. 30 als katholische Kapelle und Lesezimmer

Die übrigen 38 Baracken mit je 50 Betten, also zusammen mit 1.900 Betten sind normale Krankenbaracken

Weiter enthält diese Abteilung:

1 Aufnahmegebäude, welches mit der V. Abteilung gekuppelt ist. Dasselbe enthält außer den Wartehallen, Teeküchen, Aborten, Ärzte- und Pflegerinnenzimmern noch 10 Badekabinen mit Wannen und Duschen:

               8 Wannen mit Duschen in der Halle

               8 Duschen in der Halle und

               8 Fußbäder

1 Entlassungsgebäude mit 4 Wannen und 4 Duschen

1 Durchgangsgebäude mit 10 Badewannen und 8 Duschen

1 Apotheke

1 Benzinmagazin – Vorräte für die III., IV. und V. Abteilung

1 Küche mit 8 Kesseln a 350 l Inhalt, 2 großen Sparherden, 1 Backofen für Mehlspeisen, Küchenapparate, Fleischhauerei und Zugehör

1 Kleidermagazin

1 Matratzenmagazin

1 Gebäude für männliches Arbeitspersonal mit 14 Zimmern und 50 Betten

1 Gebäude für weibliches Arbeitspersonal mit 14 Zimmern und 50 Betten

2 Kohlenmagazine – 1 für Küche und Wohnbaracken, 1 für Spitalbaracken und Empfangsgebäude

1 Nahrungsmittelmagazin

1 Beamtenwohngebäude mit 17 Zimmern für 17 Beamte, mit 2 Zimmern für 1 Verwalter, mit 2 Zimmern für 4 Dienstleute – zusammen für 22 Personen

2 Wohngebäude für Ärzte mit je 13 Zimmern für 13 Ärzte, 3 Wohnungen a 2 Zimmer (Primarius, Sekundarius und Assistent) für 3 Ärzte, und 2 Zimmer für 4 Diener (zusammen für 20 Personen, daher in 2 Gebäuden für 40 Personen)

2 Wohngebäude für Pflegerinnen mit je 43 Zimmern a 2 Betten für 86 Personen, mit 1 Zimmer a 3 Betten für 3 Personen, mit 2 Zimmern a 1 Bett für 2 Personen (zusammen in einem Gebäude für 91 Personen, in 2 Gebäuden für 182 Personen)

1 Administrationsgebäude mit Zentraltelefon IV. Gruppe

2 gemauerte Kehrichtgruben

1 Kaserne für 80 Mann

1 Totenkammer mit Seziersaal für Infektionsfälle, Laboratorium, Begräbnisraum und Zugehör

Pardubitz-03-VS
Foto: Reinhard Mundschütz

 V. Abteilung                1.900 Krankenbetten in 40 Krankenbaracken Nr. 1 – 40

PARDU-Gruppe-V

 hievon ist eingerichtet:

1 Baracke Nr. 1 als Verbandsaal

1 Baracke Nr. 11 als katholische Kapelle und Lesehalle

Die übrigen 38 Baracken mit je 50 Betten, also zusammen mit 1.900 Betten sind normale Krankenbaracken

Weiter enthält diese Abteilung:

1 Aufnahmegebäude, welches mit der IV. Abteilung gekuppelt ist. Dasselbe enthält außer den Wartehallen, Teeküchen, Aborten, Ärzte- und Pflegerinnenzimmern noch 10 Badekabinen mit Wannen und Duschen:

               8 Wannen mit Duschen in der Halle

               8 Duschen in der Halle und

               8 Fußbäder

1 Entlassungsgebäude mit 4 Wannen und 4 Duschen

1 Durchgangsgebäude mit 10 Badewannen und 8 Duschen

1 Apotheke

1 Küche mit 8 Kesseln a 350 l Inhalt, 2 großen Sparherden, 1 Backofen für Mehlspeisen, Küchenapparate, Fleischhauerei und Zugehör

1 Kleidermagazin

1 Matratzenmagazin

1 Gebäude für männliches Arbeitspersonal mit 14 Zimmern und 50 Betten

1 Gebäude für weibliches Arbeitspersonal mit 14 Zimmern und 50 Betten

2 Kohlenmagazine – 1 für Küche und Wohnbaracken, 1 für Spitalbaracken und Aufnahmegebäude

1 Nahrungsmittelmagazin

1 Beamtenwohngebäude mit 17 Zimmern für 17 Beamte, mit 2 Zimmern für 1 Verwalter, mit 2 Zimmern für 4 Dienstleute – zusammen für 22 Personen

2 Wohngebäude für Ärzte mit je 13 Zimmern für 13 Ärzte, 3 Wohnungen a 2 Zimmer (Primarius, Sekundarius und Assistent) für 3 Ärzte, und 2 Zimmer für 4 Diener (zusammen für 20 Personen, daher in 2 Gebäuden für 40 Personen)

2 Wohngebäude für Pflegerinnen mit je 43 Zimmern a 2 Betten für 86 Personen, mit 1 Zimmer a 3 Betten für 3 Personen, mit 2 Zimmern a 1 Bett für 2 Personen (zusammen in einem Gebäude für 91 Personen, in 2 Gebäuden für 182 Personen)

1 Administrationsgebäude mit Zentraltelefon V. Abteilung

2 gemauerte Kehrichtgruben

1 Kaserne für 80 Mann

1 öffentlicher Abort

2 Operationspavillone mit Veranden für Tragbahren mit je 2 Operationssälen, zwischen denselben 1 Sterilisationsraum, Wartezimmer mit Narkose, 1 Raum für Röntgenisierung, 1 Raum für Ärzte bzw. Wärterinnen und Zugehör

Pardubitz-04-VSFoto: Reinhard Mundschütz

 Weiters:

 Abteilung gemeinschaftlicher Gebäude (und zwar Administration, Wirtschaft, Wohnungen etc.) enthält:

 a) Seite bei der Petroleumfabrik:

PARDU-Gruooe-mit-Hühnerstall-etc

 Zentralkanzleigebäude (mit Büro des Stationskommandanten, dem Sitzungssaal, dem Post-, Telegraphen-, Telefon- und Rechnungsamt und mit Kanzleien für Vorstände der Geistlichkeit, Verwalter etc.)

Wohngebäude für Beamte des Zentralkanzleigebäudes (mit 2 Wohnungen a 2 Zimmer und Zugehör, mit 2 Wohnungen a 1 Zimmer und Zugehör, 2 separate Zimmer für Beamte, 2 Zimmer für 4 Diener)

Kantine und Restauration (mit 1 Lokal für Beamte und Ärzte mit Spielzimmer, mit 1 Lokal für Meister und Vormänner, mit 1 Lokal für Personal; Ausschank, Küche, Keller, Gastwirtswohnung, Personalwohnung und Zugehör)

Stallungen und Garagen (Pferdestall für 6 Pferde, Garagen für 2 Automobile, Schupfen für 4 Wägen)

2 Portierlogen (zu Kontrollzwecken der in der Station arbeitenden Männer und Frauen, die außerhalb der Station wohnen)

1 Waage für Lastwägen (für Höchstgewicht von 2500 Kilogramm)

1 Geflügelhof mit Drahtzaunausläufen für Geflügel (für 500 Hennen, 100 Tauben)

1 Wasserdestillation ( für eine Leistung von 100 Liter per Stunde [200 Flaschen])

1 Kühlraum für Fleisch und Eiskeller ( die Kühlung auf -2 bis -4 Grad Celsius, der Hauptkühlraum von 7500 Kilogramm Fleisch – auf 3 Tage, 2 Nebenkühlräume für Fett, Geschlinge und Einlegen des Fleisches)

1 Backstube (für eine Leistung von 15.000 – 16.000 Kilogramm Brot und Gebäck in 24 Stunden; im Erdgeschoß: Backraum, Gärraum, Brotmagazin, Expedit, Kanzlei, Waschraum und Bäder für Bäcker; im I. Stock: Mehlmagazin mit automatischer Mehlsiebvorrichtung)

1 Waschhaus „rein“ mit Kesselhaus (für 9.000 Kilogramm trockene Wäsche in 12 Stunden)

1 Zentralmagazin für Nahrungsmittel (das größte Gebäude der k. u. k. Station, verbaute Fläche 2.600 Quadratmeter, Lokale für Aufnahme der Waren, 2 große Magazine mit Rampen im Erdgeschoß, Kellermagazin mit Aufzug)

1 Kartoffelmagazin

1 Kartoffelschälmaschinengebäude (mit 3 Waschmaschinen für Kartoffel mit Betonbassins, 9 Spülmaschinen für Kartoffel, Rinnen zum Auffangen der Stärke)

 b) gegenüber der II. und III. Abteilung (hinter der Einfriedung – zur „vapenka“)

 1 Kanzleigebäude zur Erhaltung der Bauten

2 Wohngebäude für Gärtner (die in der Station arbeiten, 1 für Männer für 112 Personen, 1 für Weiber für 112 Personen)

 c) Seite bei „skrivanek“

 PARDU-Gruppe-skrivanku

 1 Kapelle

1 Portierloge mit Stallungen und Remise (mit 1 Wohnung – bestehend aus 1 Zimmer und Küche samt Zugehör für den Beschließer, 1 Stube für 1 Kutscher, 1 Stall für 2 Pferde, 1 Schupfen für 2 Begräbniswagen)

1 Überpumpstation für die Kanalisation (mit Maschineneinrichtung für eine Leistung von 150 Kubikmeter in einer Stunde , Saug- und Vaccum-Einrichtung mit elektrischen Betrieb)

Pardubitz-01-VSFoto: Reinhard Mundschütz; Oben rechts die Schule „na Skrivanku“; vor dem Aufnahmegebäude für die Gruppe II und III – 2 kleine Baracken: Portierloge + Kapelle

PardubitzFoto: Reinhard Mundschütz; links vom Eingang die Kapelle, rechts die Portierloge; Blick auf das Aufnahmegebäude für die Gruppen II und III

 d) bei der Mühlheim-Gasse

1 Magazin für Verbände, Watte etc. (in gemietetem Privatgebäude)

Text: Dr. Reinhard Mundschütz

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„1. Weltkrieg & Medizin“ [30]: Das Reservespital Nr. 2 in Pardubitz / Pardubice in Böhmen 1914 – 1918 (Teil 3.1)

Das Reservespital Nr. 2 in PARDUBITZ / PARDUBICE in Böhmen 1914 – 1918

Teil 3.1 – Das Barackenspital im Frühjahr 1916 aus der „Sicht des Militärs“

Anlässlich der Übergabe des Barackenspitals an die Heeresverwaltung im Juli 1916 war im Frühjahr ein genaues Verzeichnis aller Objekte angelegt und eine detailgetreue Beschreibung der Anlage angefertigt worden.

Lesen Sie hier bitte aus der „Baubeschreibung der k. u. k. Kranken- und Verwundetenstation in Pardubitz“:

Pardubitz-09-VS-W-LukanFoto: Prof. Dr. Walter Lukan; Bild oben links: Blick auf ein Aufnahmegebäude und auf die Abteilungen II und III; Bild oben rechts: Krankenbaracken – im Hintergrund ein Feuerwehrturm; Bild mitte: Gesamtansicht; Bild unten links: Inneres einer Spitalsbaracke; Bild unten rechts: Aufnahmegebäude

„Das ganze Spital ist in fünf Abteilungen (I, II, III, IV, V) eingeteilt, von denen jede eine besondere Gruppe für die Verwaltung, Wirtschafts- und Wohngebäude besitzt.

Plan1_PardubitzFoto: Josef Paroulek 1917

Zur leichteren Orientierung in der Anlage sind für die Bezeichnung der einzelnen Abteilungen verschiedene Farben eingeführt und zwar:

I. Abteilung VIOLETT
II. Abteilung GRÜN
III. Abteilung ROT
IV. Abteilung BLAU
V. Abteilung GELB

Diese Farben sind an allen Krankenbaracken und zugehörigen Verwaltungsgebäuden angebracht.

Das Barackenspital ist mit dem Bahnhof mittels zwei Geleisen verbunden. Das „unreine“ Geleis dient zum Transport der verwundeten und kranken Soldaten in das Krankenhaus. Das zweite – „reine“ Geleis -dient zur Beförderung von genesenen Soldaten aus dem Spital, sowie zum Transport von Nahrungsmitteln, Kohle und sonstigen Materialien.

Die einzelnen Abteilungen sind untereinander durch doppelte Drahtzäune abgetrennt.

Die Anzahl der Betten für kranke und verwundete Soldaten in den einzelnen Abteilungen sind nach dem Stande vom 1. Mai 1916 wie folgt:

I. Abteilung : 2.032 Krankenbetten
II. Abteilung: 1.688 Krankenbetten
III. Abteilung: 1.690 Krankenbetten
IV. Abteilung: 1.900 Krankenbetten
V. Abteilung: 1.900 Krankenbetten
Zusammen: 9.210 Krankenbetten

Der ganze Komplex des Barackenspitales besitzt eine eigene Kanalisation, welche an die Kanalisation der Stadt Pardubitz angeschlossen ist.

Nutz- zugleich Trinkwasser ist in allen Baracken und Gebäuden eingeführt. In den Gassen sind Feuerhydranten aufgestellt.

Das Wasser wird teils aus dem Wasserwerk der Stadt Pardubitz, teils aus einer eigenen Wasserbeschaffungsanlage bezogen. Aus ersterer werden ca. 500 bis 600 Kubikmeter täglich geliefert. Der restliche Bedarf, ca. 1000 bis 1200 Kubikmeter, wird von der eigenen Wasserleitung gedeckt.

Elektrische Beleuchtung ist in sämtlichen Baracken eingeführt. Ebenso sind alle Straßen und Wege im Spital elektrisch beleuchtet. Der Strom wird von der „elektrischen Zentrale“ der Stadt Pardubitz, die zu diesem Zwecke entsprechend erweitert wurde, geliefert. Für die Notbeleuchtung der Trottoire und Straßen sind überdies 50 Kandelaber mit Petroleumlampen aufgestellt.

Die Heizung erfolgt in allen Baracken mittels gusseisernen Öfen.

Für Fuhrwerke, Autos etc. sind mit Sturzpflaster versehene Straßen von 3-4-5 m Breite in einer Gesamtlänge von ca. 6.000 m angelegt worden. Für Fußgänger wurden mit Schlackenziegel gepflasterte Trottoire oder mit Schlacken gestampfte Fußsteige zwischen den Baracken geschaffen.

Pardubitz-05-VSFoto: Reinhard Mundschütz;

Der Brandschutz wird durch die ständige Feuerwehr der Station ausgeübt. Drei Feuerwehrtürme 25 m hoch, zwischen den Baracken aufgebaut und mit oberem Wächterhäuschen versehen, ermöglichen eine leichte Übersicht über die ganze Station.

Pardubitz2
Foto: Reinhard Mundschütz; Blick auf ein Aufnahmegebäude, im Hintergrund sieht man einen der drei Feuerwehrtürme

Die Wächterhäuschen auf den Feuerwehrtürmen sind telefonisch mit den in der ersten Etage der drei Türme sich befindlichen Wachstuben sowie auch mit jenen auf dem Bahnhofe und in der Stadt verbunden.

Unter den Wachstuben in der ersten Etage befindet sich im Erdgeschosse des Turmes ein Schupfen für Feuerwehrrequisiten, Wickelmaschinen und Schläuche.“

In der Folge lesen Sie hier noch die detaillierte Beschreibung der Gebäude der I. Abteilung:

„I. Abteilung                  2.032 Krankenbetten

8 Beobachtungsbaracken (Nr. 1-8): Mit Zäunen untereinander isoliert. Jede Baracke hat 9 isolierte Einzelzimmer mit separatem Bad und Kloset und 1 Zimmer mit Bad und Kloset für die Pflegerin (zusammen also für 72 Soldaten und 8 Pflegerinnen).

Plan_Pardubitz

42 Spitalsbaracken Nr. 1 bis 42, hievon 1 Baracke (Nr. 7) für Offiziere mit 10 Krankenbetten (in isolierten Zimmern)

10 Baracken für epidemische und venerische Krankheiten: mit Zäunen isoliert, a 50 Krankenbetten, zusammen 500 Betten und zwar Baracken Nr. 8,9,10,11,30,31,32,33,34 und 35

1 Baracke für Verbandzwecke (Nr. 21)

1 Kapelle (katholisch) und Lesehalle : in der Baracke Nr. 22 untergebracht.

29 gewöhnliche Krankenbaracken: für verwundete und kranke Soldaten, mit je 50 Betten, zusammen 1.450 Krankenbetten

1 Empfangsgebäude: mit Wartehallen, Teeküchen, Aborte und Bäder und zwar:

14 Wannen und Duschen in Kabinen

12 Wannen und Duschen in der Halle

12 Duschen in der Halle

8 Fußbäder

Padubitz_07Foto: Reinhard Mundschütz; Blick auf das Empfangsgebäude; hier wurden Infektionsverdächtige und –kranke aufgenommen und erstversorgt

Ein Operationspavillon (für Infektionskrankheiten) enthält:

2 Operationssäle mit Sterilisationsraum, Wartesaal mit Narkose, Raum für Röntgenisierung, Raum für Ärzte, Krankenwärterinnen und Zugehör

1 Veranda für Tragbahren bei Operationen

1 Bakteriologische Station und Seziersaal, nebst Leichenkammer für infektiöse Krankheiten, umfasst: 1 großen Seziersaal, Laboratorium, Arbeitszimmer und Wohnungen für die Bakteriologen, Wohnung für Diener und Zugehör, sowie ein Raum für die Ausfertigung der Begräbnisse.

1 Gebäude für die Vivisektion

1 Durchgangsgebäude mit Apotheke mit 20 Duschen

1 Entlassungshaus mit 10 Wannen und 8 Duschen

1 Küche mit 8 Kesseln a 350 Liter Inhalt, 2 grosse Sparherde, 1 Backofen für Mehlspeisen, Küchenapparate, Fleischhauerei und Zugehör

3 Übergabebaracken: für die Übergabe der Speisen aus der Küche in die Baracken, mit 2 Desinfektoren für die Desinfizierung der Bestecke, Termoforen etc.

1 „unreine“ Wäscherei: für infizierte Wäsche mit Desinfektionsstation; mit Kesselhaus und Verbrennungsofen. Eingerichtet für 8.000 kg trockene Wäsche in 12 Stunden, 3 Dampfdesinfektoren, 1 Formalindesinfektor, für 6.000 Kleider und Wäsche in 12 Stunden,

Sortierraum, Einweichbottiche, Zentrifugalmaschinen, Kulissen, Trockenkammern, Mangel und Bügelstuben. – Das Seifenwasser wird in unterirdischen Behältern filtriert und neu benützt. Verbrennungsofen für die Verbrennung der Abfälle und des Kehrichtes und die Desinfizierung der Kehrichtsgefässe.

1 Trockenkammer bei der Infektionswäscherei zum Wäschetrocknen in der freien Luft

1 Benzin-Magazin

1 Kleider- und Wäsche-Magazin

1 Matratzen-Magazin

1 Wohngebäude für das Wäschereipersonal: 8 Zimmer a 5 Betten = 40 Personen, 2 Zimmer a 1 Bett = 2 Personen (gesamt 42 Personen)

1 Gebäude für männliches Arbeitspersonal: 12 Zimmer zusammen mit 50 Betten

1 Gebäude für weibliches Arbeitspersonal

3 Kohlenmagazine: 1 für die Küche , 1 für die Wohnungsbaracken, 1 für die Spital- und Aufnahme-Gebäude

1 Speisemagazin: für die Küche

1 Beamten-Wohngebäude: mit 17 Zimmern für 17 Beamte, 2 Zimmern für 1 Verwalter, 2 Zimmern für 4 Dienstboten (zus.: 22 Personen)

2 Wohngebäude für Ärzte: 13 Zimmer für 13 Ärzte, 3 Wohnungen für 3 Ärzte (Primarius, Sekundarius + Assistent), 2 Zimmer a 4 Dienstboten (zusammen 20 Personen; daher in 2 Gebäuden 40 Personen)

2 Wohngebäude für Pflegerinnen: in einem Gebäude 43 Zimmer a 2 Betten = 86 Personen, 1 Zimmer a 3 Betten = 3 Personen, 2 Zimmer a 1 Person = 2 Personen (gesamt in einem Gebäude 91 Personen, in zwei Gebäuden 182 Personen)

1 Administrationsgebäude: mit Telefonzentrale der I. Gruppe

1 Werkstättengebäude: für die Erhaltung der Baracken, Werkstätten für Tischler, Schlosser, Klempner, Installateure etc.

3 gemauerte Kehrichtgruben

1 Kaserne für 80 Mann

1 Wachstube mit Gefängnis: Wachstube für 14 Mann; Gefängnis für 6 isolierte Sträflinge, für 5 gemeinschaftliche Sträflinge

Klär- Kanaliserungsgruben: mit Desinfektionsstation System „Dittler“

1 Schupfen für Gartengeräte: bei dem „unreinen“ Geleise

Pardubitz-08-VSFoto: Reinhard Mundschütz

Zum Betrieb des Spitals 1916 lesen Sie bitte auch folgende Artikel:

Aus der k. u. k. Verwundeten- und Krankenstation in Pardubitz http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vlz&datum=19160704&seite=2&zoom=33&query=%22pardubitz%22&provider=P02&ref=anno-search

Neuverpachtung der Kantine – Ausschreibung http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=pab&datum=19161009&seite=8&zoom=33&query=%22pardubitz%22&provider=P02&ref=anno-search

Das Riesenmilitärspital in Pardubitz http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tsa&datum=19161021&seite=4&zoom=33&query=%22pardubitz%22&provider=P02&ref=anno-search

Text: Reinhard Mundschütz

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