Schlagwort-Archiv: Geschichte Augenheilkunde

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [38]: Das Auge in Malerei, Musik und Literatur

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [38]: Das Auge in Malerei, Musik und Literatur

Als zentrales Sinnesorgan des Menschen wird dem Auge auch in Malerei, Musik und Literatur Raum gegeben. Hier seien nur einige wenige Stücke angeführt, die in der Ausstellung zu sehen sind.
Die hl. Ottilie, als eine der wichtigsten Augenheiligen, findet sich immer wieder auf Holzvotivtafeln. Als Beispiel sei ein „ex voto“ aus dem Jahre 1753 angeführt. Ein besonders interessantes Blatt stammt von Werner Berg 13
Der Holzschnitt Die Einäugigeentstand 1953, die „Erblindende zu St. Lucia“ 1967 und „Für St. Lucia1972.

13) Werner Berg wurde 1904 in Eberfeld (Rheinland) geboren und lebte bis 1981. Er studierte
zuerst Staatswissenschaften, ab 1924 an der Kunstakademie in Wien und München. 1931 siedelte
er sich in Südkärnten auf einem Bauernhof an und arbeitete dort als Bauer und Maler. Er wurde
einer der bekanntesten Holzschneider Österreichs.

Einaeugige

„Die Einäugige „, Werner Berg, Holzschnitt, 1953

https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Berg
https://de.wikipedia.org/wiki/Odilia

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Text: Hermann AICHMAIR, MEIDLING BLÄTTER DES BEZIRKSMUSEUMS, Heft 59, 2003
Fotos: Sammlung Hermann Aichmair Bezirksmuseum Meidling

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [37]: Augenamulette, Augenvotive, Augenvotivbilder und alte Brillen

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [37]: Augenamulette, Augenvotive, Augenvotivbilder und alte Brillen

BrillenbehaelterBrillenbehälter

BrillenEine andere viel geschätzte Form der Brille war der normale Zwicker mit runden Gläsern, Harnfassung und einem Stahlbügel. Dagegen gibt es einen besonderen Zwicker für Patienten mit Astigmatismus, der am steifen Spezialsteg erkennbar ist. Selbstverständlich gab es auch Zwicker mit gefärbten Gläsern zum in die Sonne Schauen, und andere, die uns heute direkt modern anmuten, weil sie wie die heutigen Halbbrillen aussehen. Sie erzeugte man für presbyope Kunden. Von jeher waren die Optiker auch bestrebt, die Brillenbehälter möglichst ansprechend zu gestalten, wie z. B. in Form eines Pantoffels aus der Biedermeierzeit der mit Perlstickerei verziert ist. Es gab und gibt lederne Etuis, die mit Monogramm versehen waren, auf Brillenbehälter in Form
eines Pantoffels mit Perlenstickerei, erste Hälfte 19. Jh. wendigen Bemalungen oder anderen Verzierungen, und auch Holzetuis mit Einlegearbeiten. Geschichtlich gleichermaßen interessant sind auch andere Zeugnisse der Handwerkskunst, wie z. B. ein etwa 200 Jahre alter Lebzeltmodel, der vier verschiedene  Brillendarstellungen ähnlich den Brillen aus dem 16. Jahrhundert, aufweist. Einen anderen Model habe ich ebenfalls als „Lebzeltmodel“ gekauft, doch ist er sicher als Vorlage für den Brillenmacher in Verwendung gewesen, der später eher mit Gusseisen-Modeln arbeitete.

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Text: Hermann AICHMAIR, MEIDLING BLÄTTER DES BEZIRKSMUSEUMS, Heft 59, 2003
Fotos: Sammlung Hermann Aichmair Bezirksmuseum Meidling

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [36]: Augenamulette, Augenvotive, Augenvotivbilder und alte Brillen

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [36]: Augenamulette, Augenvotive, Augenvotivbilder und alte Brillen

Ein medizinhistorisch interessantes  Exemplar ist eine feuchte Kammer. Mit Hilfe eines kleinen Trichters konnte das Auge buchstäblich unter Wasser gesetzt werden. Diese Brille musste in Einzelanfertigung hergestellt werden, was nur ein sehr geschickter Optiker zuwege bringen konnte, im Gegensatz zu den heutigen feuchten Kammern, die in Serienerzeugung hergestellt werden. Im allgemeinen trugen Manner ihre Brillen stets ohne Bedenken, denn ihnen sagte man höchstens nach, dass sie damit besonders intelligent aussähen. Im Gegensatz dazu verwendeten Frauen früher ihre Brillen nur zögernd und trachteten stets, sie nur dann aufzusetzen, wenn es nicht anders ging. Hier bot sich das Lorgnon an, welches wegen seiner Kleinheit im Handtäschchen leicht Platz fand und aufgeklappt eine möglichst attraktive Fassung hatte.

feuchte-Kammer

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Text: Hermann AICHMAIR, MEIDLING BLÄTTER DES BEZIRKSMUSEUMS, Heft 59, 2003
Fotos: Sammlung Hermann Aichmair Bezirksmuseum Meidling

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [35]: Augenamulette, Augenvotive, Augenvotivbilder und alte Brillen

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [35]: Augenamulette, Augenvotive, Augenvotivbilder und alte Brillen

Eine besonders interessante Brille dürfte etwa aus dem Ende des 18. Jahrhunderts stammen. Ich konnte sie aus der Brillensammlung eines Optikermeisters erstehen, der schon seit drei Generationen Brillen erzeugt bzw. vertreibt. Sie wurde von ihm als „Schielbrille“
bezeichnet, was sehr dafür ausschlaggebend war, dass ich sie meiner Sammlung einverleiben mußte. Die Fassung besteht aus Horn, wobei noch zusätzlich beidseits Harnklappen an Scharnieren befestigt sind, von denen nur in einer Klappe eine Lochblende vorhanden ist. Dies könnte sowohl zur Okklusionstherapie wie eventuell auch zur Beeinflussung der Fixation benutzt worden sein, und wäre ein Beweis dafür, dass man schon im 18. Jahrhundert eine recht moderne Schieltherapie betrieben hat.

Schielbrille

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Text: Hermann AICHMAIR, MEIDLING BLÄTTER DES BEZIRKSMUSEUMS, Heft 59, 2003
Fotos: Sammlung Hermann Aichmair Bezirksmuseum Meidling

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [34]: Augenamulette, Augenvotive, Augenvotivbilder und alte Brillen

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [34]: Augenamulette, Augenvotive, Augenvotivbilder und alte Brillen

Seit der Anfertigung der ersten Brillen in Europa, etwa ab 1200 n. Chr., zählten diese zu den kostbarsten Besitztümern, die man haben konnte. Man weiß, dass die ältesten Brillen ganz runde Fassungen hatten, die später eher oval wurden, ist aber im großen und ganzen immer auf Schätzungen angewiesen. Eine runde Schläfenbrille dürfte etwa aus 1750 stammen, wogegen eine Brille voriges Jahr in Isfahan im Basar erstanden wurde; bei ihr sind die Bügel durch einen Draht ersetzt worden, was dafür spricht, dass der Besitzer sich keine neue Brille leisten konnte. In meiner Sammlung befindet sich auch eine Brille, die einem Holzknecht aus dem Pielachtal gehörte und etwa 100 Jahre alt ist. Bei ihr sind die Bügel durch einen Bindfaden ersetzt worden. Kurz nach den Schläfenbrillen waren auch die sogenannten Nürnberger Scherenbrillen sehr beliebt. Diese können sowohl mit einer Horn-Fassung oder aus Silber gefertigt sein. Auf der Silberfassung befindet sich eine Punze und die Jahreszahl 1806, wodurch man die Brille genau datieren kann, was sonst eher selten möglich ist.

Zwicker

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Text: Hermann AICHMAIR, MEIDLING BLÄTTER DES BEZIRKSMUSEUMS, Heft 59, 2003
Fotos: Sammlung Hermann Aichmair Bezirksmuseum Meidling

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [33]: Augenamulette, Augenvotive, Augenvotivbilder und alte Brillen

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [33]: Augenamulette, Augenvotive, Augenvotivbilder und alte Brillen
Exvoto1

Bei diesem Votivbild ist ein Augenpaar als Zweck der Anrufung aufgemalt und der Spruch lautet so: „Dieses kleine Mägdlein hat einen Mesing in Mund gebracht, ist aber durch die Fürbitte der seligsten Muttergottes wieder glücklich herausgekomen. Das Bild stammt aus dem Augenbrünndl am Inn. Ein anderes Augenvotivbild stammt aus Raab im lnnviertel, ist ohne Spruch und weist nur exvoto 1861 “ als Inschrift auf. Wieder ist der Aufbau typisch: Oben im Bild eine Madonna mit Schleier, welche sich übrigens im Original in der Karmeliterkirche in Wien befindet, rechts unten kniet die Votantin, links von ihr ist ein Tisch mit einem darauf liegenden Augenpaar abgebildet.

Exvoto

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Text: Hermann AICHMAIR, MEIDLING BLÄTTER DES BEZIRKSMUSEUMS, Heft 59, 2003
Fotos: Sammlung Hermann Aichmair Bezirksmuseum Meidling

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [32]: Augenamulette, Augenvotive, Augenvotivbilder und alte Brillen

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [32]: Augenamulette, Augenvotive, Augenvotivbilder und alte Brillen

Figurale Opfergaben, welche an heiliger Stelle deponiert wurden, verweisen auf die magische Verbindung zwischen dem Zeichen, dem Bezeichneten, und dem Überbriger und wurden dargebracht, um zu bitten oder zu danken. Beim Votivbild sind die ständig wiederkehrenden Bestandteile das Gnadenbild bzw. die angerufene heilige Person, Schilderung des Votationsgrundes, symbolisch oder im Text, die Votationsformel „EX VOTO“ und meist die Darstellung des oder der Votanten. Ein eventuell auf dem Bild befindlicher Vorhang soll als Hinweis auf den transzendentalen Gehalt gelten. Ein typisches Augenvotivbild weist folgenden Spruch auf: „Eine ledige Person fleht die Himmelskönigin und die heilige Ottilie wegen Augenschmerzen um ihr Firbitt an. 1818″. Rechts oben, auf Wolken stehend, ist die Himmelskönigin mit Szepter, Krone und Kind abgebildet, links von ihr sitzt die heilige Ottilie, mit dem Krummstab auf einer Wolke neben einem Tisch, auf dem ihr Attribut, das Augenpaar, liegt. Rechts unten kniet die Votantin.

Augen_exvoto
Exvoto mit Maria und„hl. Walburgis,
auf Holz, lnnviertel, 1818

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Text: Hermann AICHMAIR, MEIDLING BLÄTTER DES BEZIRKSMUSEUMS, Heft 59, 2003
Fotos: Sammlung Hermann Aichmair Bezirksmuseum Meidling

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [31]: Augenamulette, Augenvotive, Augenvotivbilder und alte Brillen

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [31]: Augenamulette, Augenvotive, Augenvotivbilder und alte Brillen

Noch 1945 konnte man in Mariazell (Steiermark) die sogenannten Schluckbilder kaufen.
Diese Bildchen waren etwa so groß wie eine Briefmarke, auf denen die Mariazeller-Muttergottes abgebildet war. Sie konnten als Bogen erworben werden, ein oder auch mehrere Bildchen
wurden herunter geschnitten und verschluckt. Ähnliches wurde auch dadurch erzielt, dass man bestimmte Koranpassagen auf die Innenseite Schreckstein von der Wallfahrts· einer Tasse oder Schale schreibt, Wasser eingießt und solange rührt, bis sich die Schrift aufgelöst hat. Das Wasser mit den darin gelösten heiligen Worten muss vom Patienten getrunken werden.

Der Schreckstein stellte ebenfalls eine geistliche Medizin dar. Als Material wurde Speckstein, Serpentin aber auch  gebrannter Ton verwendet. Je nach Herkunftsort war entweder die Muttergottes (Mariazell) oder die hl. Dreifaltigkeit (Sonntagberg) dargestellt. Der Schreckstein wurde sowohl als Amulettt an der Fraisenkette getragen als auch geschabt in Wasser getrunken.

Schreckstein

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Text: Hermann AICHMAIR, MEIDLING BLÄTTER DES BEZIRKSMUSEUMS, Heft 59, 2003
Fotos: Sammlung Hermann Aichmair Bezirksmuseum Meidling

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [30]: Augenamulette, Augenvotive, Augenvotivbilder und alte Brillen

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [30]: Augenamulette, Augenvotive, Augenvotivbilder und alte Brillen

Einer der bemerkenswertesten Züge des modernen ägyptischen
Aberglaubens dieser Amulette beruht auf Magie, und „zeitweise sind Griffel beinahe jedes Dorfschulmeisters in Ägypten damit beschäftigt“, schreibt der Orientalist Edward William Lan, der in den 1820er und 30er Jahren den Orient bereiste. Wie Schriftmagie noch Anfang des 20. Jahrhunderts eingesetzt wurde, berichtet Tabu Hussein: an gewissen Tagen des Jahres schrieben die Schriftgelehrten auf weißes Papier den Spruch: „Alif, Lam, Mim, Sad“, zerschnitten es in kleine Stücke und verkauften diese an Bekannte und verlangten, dass sie vier dieser Stückchen verschlingen, ehe man Speis und Trank berühre. Sie machten den Leuten weis, dass nach dem Verzehr der Papierschnitzel die Übel, die die „Chamsim“ mit sich brächten, von ihnen fernbleiben würden, ganz besonders die Augenkrankheiten.Wachs

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Text: Hermann AICHMAIR, MEIDLING BLÄTTER DES BEZIRKSMUSEUMS, Heft 59, 2003
Fotos: Sammlung Hermann Aichmair Bezirksmuseum Meidling

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [29]: Augenamulette, Augenvotive, Augenvotivbilder und alte Brillen

Gastautor: Prof. Dr. Hermann AICHMAIR: Augen – Amulette, Brillen, Optik [29]: Augenamulette, Augenvotive, Augenvotivbilder und alte Brillen

Auch der Heilige Wolfgang gilt als Augenpatron, dessen heilkräftige Wirkung auf dem Wasser des Heilbrunnens am Falkenstein beruht. Es wurde in sogenannten  „ Wolfgangsfläschchen“ abgefüllt, die aus blauem oder farblosem Glas waren und auf der Vorderseite ein Abbild des Heiligen mit dem Kirchenmodell und auf der Rückseite die Brunnenkapelle bei St. Wolfgang am Abersee zeigen.
Zum Dank für eine erfolgte Heilung spendete der Genesene sehr oft einen Votivgegenstand. Augenvotive finden sich hauptsächlich in Form von Wachs, Silber oder Votivbildern. Wachsvotive wurden mit Holz- oder Gipsformen hergestellt, wobei die letzteren billiger kamen und öfters verwendet werden konnten.
Kostspieliger und aufwendiger sind natürlich die Silbervotive, die meist sehr kunstvoll ausgeführt sind; es gibt Abbildungen einzelner Augen oder von Doppelaugen, die mitunter besonders aufwendige Umrahmungen aufweisen. Eine spezielle Gruppe zeichnet sich durch den Blick des Augenpaares nach oben aus, was wohl Ausdruck der besonderen Devotion des Votanten ist.
Welch große Bedeutung dem Schreiber und der Schrift beigemessen wurde und wird, zeigt sich daran, dass die wirksamsten Amulette jene sein sollen, die Geschriebenes enthalten. Wachsmodell

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Text: Hermann AICHMAIR, MEIDLING BLÄTTER DES BEZIRKSMUSEUMS, Heft 59, 2003
Fotos: Sammlung Hermann Aichmair Bezirksmuseum Meidling