Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [17]: Bibliothek Heinrich von Bamberger – Ein Teilbestand an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin

Bibliothek Heinrich von Bamberger – Ein Teilbestand an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin

An der Neuburger Lesky Bibliothek
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an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin befindet sich als Teilsammlung die ehemaligen Bibliothek des zwischen 1872 und 1888 der II. medizinischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien vorstehenden Prof. Heinrich von Bamberger. Bamberger1Diese Bibliothek wurde spätestens 1913 von Max Neuburger am provisorischen Standort an der I. medizinischen Klinik für den Aufbau der Institutsbibliothek am Josephinum einverleibt. Sie gehört damit zu den ältesten Bibliotheksbeständen der heutigen Neuburger Lesky Bibliothek und umfasst zirka 600 Bände. Darunter befindet sich folgendes Werk aus dem Jahr 1521:
Ferrari de Gradi, Giovanni Matteo: Practica Jo. Matthei de gradi Cum tabula. Praxis in Nonvm Almansoris: omnibus medicine studiosis apprime necessaria: profundissimi artium & medicine doctoris dñi Joannis Matthei de gradi mediolanēsis: que a vertice ad plantam pedis vnius cuiusq particularis egritudinis signa: cuasas: & curas absolutissime discutit: nouissime post oēs īpressiones vbiq terraruz excussas: collatis multis exēplarib‘ affatim recognita: cūctisq mendis: & errorib‘ expurgata: ad ditis in margine qplurib‘ vtilissimis apostilis: nec nō reformato insigni repertorio qď oīa notabilia: distinctiones: & qq digna cognitu optime demōstrat. Adiūcto insup denuo singularissimo tractatu de febrib‘ dñi Antonij de gradi mediolanēsis: totā febriū materiā ad vnguē cōplectēte: quē in alijs Matthei de gradi practicis hactenus impressis non reperies. Venedig: Impressa mādato & expensis nobilis viri dñi Luceantonii de Giunta Florentini 1521.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin, Josephinische Bibliothek, Sign.: JB 442]

http://search.obvsg.at/primo_library

Bamberger2
Der Pathologe Heinrich von Bamberger (*27.12.1822 Ivonarka bei Prag, gest. 9.11.1888 Wien) war der Sohn von Koppel Dormitzer aus Rakonitz, einem Rabbi. Bamberger3Bamberger studierte Medizin an der Medizinischen Fakultät in Wien und Prag. Zu seinen Lehrern gehörten Josef von Škoda (1805-1881) und Carl von Rokitansky (1804-1878). Nach seiner Promotion 1847 arbeitete er zunächst am Allgemeinen Krankenhaus in Prag 1849/50 und danach zwischen 1851 bis 1854 als Assistent bei Johann von Oppolzer (1808-1871) in Wien. 1854 wurde er an die Universität Würzburg und 1872 zum Universitätsprofessor in Wien berufen, wo er als Nachfolger seines Lehrers Oppolzer bis 1888 als Professor und Vorstand der zweiten Medizinischen Universitätsklinik in Wien tätig war. Er war gemeinsam mit Ernst Fuchs (1851-1930) 1887 Mitbegründer der „Wiener klinischen Wochenschrift“ und ab 1886 Präsident der Gesellschaft der Ärzte in Wien. Sein Sohn Eugen von Bamberger (*5.9.1858 Würzburg, gest. 4.10.1921 Wien) war ebenfalls Mediziner, zunächst Assistent unter Carl Wilhelm Hermann Nothnagel (1841–1905) und ab 1891 als Primararzt der Internen Abteilung der Krankenanstalt Rudolfstiftung tätig.

Der Nachruf zu Heinrich Bamberger in: Neue Freie Presse vom 10.11.1888. S. 6.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=18881110&seite=6&zoom=33&query=%22bamberger%22&ref=anno-search

und S. 18.

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=18881110&seite=18&zoom=33&query=%22bamberger%22&ref=anno-search

Literatur von Heinrich Bamberger an der Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin:

Bamberger, Heinrich: Handbuch der speciellen Pathologie und Therapie (bearbeitet von Bamberger Heinrich u.a., red. Von Rudolf Virchov). Erlangen: Enke 1854-1876.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 2017]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8581288&pos=0&phys=

Bamberger, Heinrich: Antrittsrede, gehalten […] am 22. April 1872. In: Wiener medizinische Wochenschrift. (22) 1872. Sp. 415-417.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: Z10002/22]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8540538&pos=8&phys=

Bamberger, Heinrich: Lehrbuch der Krankheiten des Herzens. Braumüller: Wien 1857.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 860]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8540547&pos=1&phys=

Bamberg Heinrich: Manuale delle malattie del cuore e delle arterie. Padova: 1859.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Sign.: 49297]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8540549&pos=10&phys=

Bamberg Heinrich: Krankheiten des chylopoetischen Systems. (= Handbuch der speciellen Pathologie und Therapie, hrsg. von Rudolf Virchow, Bd. 6,1). Erlangen: Enke 1855.

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[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Lesky Bibliothek, Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign. 2017/6,1]

http://webapp.uibk.ac.at/alo/cat/card.jsp?id=8540544#

Literatur:

Lesky, Erna: Die Wiener medizinische Schule im 19. Jahrhundert. (= Studien zur Geschichte der Universität Wien, Bd. 6). Wien: Böhlau 1965. S. 310 ff.

Neuburger, Max: Heinrich von Bamberger, der Begründer der Wiener klinischen Wochenschrift. In: Wiener klinische Wochenschrift. (50) 1937. S. 2-4.

Quellen:

Neue Freie Presse. 14. Mai 1914. S. 9.

Neues Wiener Journal. 16.12.1920. S. 3.

Die Neuzeit. 10.11.1888. S. 3.

Text: Walter Mentzel

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