Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: Gabriele Possanner, die erste Medizinerin der ruhmreichen Österreichisch – Ungarischen Monarchie…

Eine Heroin(e): Gabriele Possanner,
die erste Medizinerin der ruhmreichen Österreichisch – Ungarischen Monarchie..

Dr. Gabriele Baronin Possanner, geborene Freiin von Ehrenthal (geb.1860 Ofen, gestorben 1940 in Wien), hatte heldenhaft gekämpft, um die Jahrhundertwende, wie noch keine Frau zuvor. Einsam, auf der Bühne des Absurden.

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»Das Absurde« sagt Camus, »entsteht aus der Gegenüberstellung des Menschen, der fragt, mit der Welt, die vernunftwidrig schweigt.« – und – „Die Erfahrung des Absurden sei nur der Ausgangspunkt und nicht das Ende..“

Wie oft mag sie sich am Ende ihrer Kräfte gefühlt haben, die mit Recht als eine wahre Heldin zu bezeichnende Gabriele Possanner? Eine waschechte Österreich-Ungarische war sie, mit Wurzeln in Kärnten. Sie hat sich’s frecherweise angelegt mit der dekadent-hochnasigen Verhinderungs-Hofräte-Phalanx, mit den Innen-, Kultus- und den Unterricht-Ministern, Rektoren, Dekanen, um letztendlich als unterthänigste Bittstellerin ein Gesuch an ,Seine Allerhöchste Katholische und Apostolische Majestät, den Kaiser von Österreich, König von Böhmen und Apostolischen König von Ungarn etc. , den gnädigen FRANZ-JOSEPH-DEN-ERSTEN zu richten.

Nostrifizier’n wollt’s halt – in Österreich sogar! Unerhört! So eine Weibsbild, so ein vorlautes noch dazu – sapperlott, was  ist ihr denn da° eing’fa°ll’n?

„Da° könnt‘ ja jede(R) kommen! So giebt es nichts Widerwärtigeres, als ein die gesteckten Grenzen überschreitendes Mannweib!“ (1)

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1894 hatte sie promoviert – in der Schweiz (eine zweite Reifeprüfung wurde verlangt!) Dissertation: Über die Lebensdauer nach dem Auftreten von Retinitis albuminurica – Sie hatte sich schon während des Studiums intensiv mit Augenheilkunde auseinandergesetzt. Hierzulande musste sie nochmals alle Prüfungen ablegen. 1897, im Alter von 37 Jahren: Promotion in Wien. Die Rede des Rektors galt..“der muthigen siegreichen Vorkämpferin um die Erweiterung der Frauenrechte’ “ (2)

‚Sapperlott – durchg’setzt hat sie sich dann dochnoch, das Mäderl, das eigensinnige‚ – gegen all die Mannderleut, die dickschädlert’n!

Praktische Ärztin ist sie geworden, in Wien, am Alsergrund; im Spital hat’s auch gearbeitet, um Caritas-Kinder hat sie sich gekümmert. Zum Medizinalrat wurde sie sogar ernannt. (3)

Epilog: Nur der Ausgangspunkt sei das Absurde..

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1 http://geschichte.univie.ac.at/de/biblio?f[author]=5024: S. Stipsits, Die konstruierte Devianz – Argumente gegen das Frauenstudium und Analyse der Umstände, die 1900 dennoch zur Zulassung“, in Töchter des Hippokrates. 100 Jahre akademische Ärztinnen in Österreich, B. Bolognese-Leuchtenmüller und Horn, S. Wien: , 2000, S. 37-40.

2 Die Feierliche Inauguration des Rectors der Wiener Univ. für das Studienjahr 1897/98 (1897), 6-7.)

3 http://www.gabrielepossanner.eu/Gabriele-Possanner/

http://ub.meduniwien.ac.at/BG/personen/Possanner_Gabriele_CM.pdf

Weitere Artikel von Prof. Dr.Heilig–>

EINLADUNG–>

Diese  Wirklichkeit – und andere..

Erfahrenes und Erlesenes, vorgetragen und interpretiert
von Mag. Katharina und Prof. Peter Heilig

Außerdem: Ausstellung: „Skizzen“ (ph: ‚Hafer-Stiche‘ / Übermütigkeiten).

ZEIT: Mittwoch, 29.3.2017,19 Uhr,

ORT: Otto-Mauer-Zentrum, (Halbstock links; Lift).

Währinger Straße 2-4,
A-1090 Wien

 

Ein Gedanke zu „Gastautor Prof. Dr. Peter Heilig: Gabriele Possanner, die erste Medizinerin der ruhmreichen Österreichisch – Ungarischen Monarchie…“

  1. Einladung zum Vortrag und zur Ausstellung:
    Diese Wirklichkeit – und andere..
    29.3.2017,19 Uhr,
    Otto-Mauer-Zentrum
    Währinger Straße 2-4
    A-1090 Wien

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